Ziehwerkzeug

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Notöffnungsgerät für Schlüsseldienste, Polizei, Feuerwehr usw., das im Prinzip schon seit Jahrzehnten bekannt ist.

Neuere Versionen meist in Komplett-Ausstattung in unterschiedlichen Ausführungen ("Einsatz-Koffer"). Passend für die gängigen Zylinderformen.

Bestandteile des Gerätes meist:

  • Ziehschraube, gehärtet, selbstschneidend
  • Abstützung (Abdrückvorrichtung) als Zugplatte mit Abstands-Hubschrauben, als Zugglocke oder auch als Rohrzugzylinder
  • Zugspindel zur Betätigung mit Schraubenschlüssel, oder Drehgriff/Hebel


Anwendung

Die sogenante Zugschraube wird in den Kern (Rotor) des Schließzylinders selbstschneidend eingeschraubt. Sodann wird die Zugschraube mit Hilfe der Zugplatte über Hubschrauben bzw. mit Hilfe eines Rohrzugzylinders über die Spindel bzw. den Drehgriff angezogen, und so versucht, den Zylinder-Kern oder die äußere Zylinderhälfte einschl. Kern herauszuziehen. Diese Methode wird auch stark vereinfacht und daher irreführend als "Korkenzieher-Methode" bezeichnet.


Maßnahmen gegen unbefugte Benutzung des Gerätes/Effektes

Ganzstahlzylinder - Schutz auch gegen Ziehwerkzeug (Foto: DOM)
Zylinderkern mit Flansch, der von innen in das Zylindergehäuse gesteckt wird. Er kann mit Ziehwerkzeugen nicht nach außen herausgezogen werden. (Foto KESO)


Auch die Fixierung eines Zylinders zwischen Schlossdecke und Außen-Sicherheitsbeschlag mit Panzerring und Ausgleichsringen sichert gegen Herausziehen des Zylinders.

Schließzylinder mit hochwertigem Bohrschutz in den betroffenen Zonen widerstehen meist dem Zugversuch, weil die starken Bohrschutz-Einlagen die Ziehschraube sowohl beschädigen als auch ablenken; sie reißt beim Ziehversuch aus oder bricht ab.

Verstärkungen und Verbindungen an den Schließkern-Enden oder/und seitliche, oft in den Kernbereich eingreifende Haltebolzen oder -Backen erschweren das Herausziehen von Kern und Gehäuse.

Schutzkappen mit drehbaren Kernschutz-Scheiben (Schlüsseleinführung), die den Zylinder außen ganz umfassen und abdecken, oder im Schutzbeschlag verankerte Schutzkappen mit drehbaren Kernschutzscheiben (Zylinder wird frontseitig ganz abgedeckt), bieten maximalen Schutz.

Zum Teil wird der Zylinderkern auch mit Sollbruchstellen versehen. Einsatz von Schutzrosetten mit Ziehschutz wie beim Beschlag. Äußerst wirkungsvoll sind auch Ganzstahl-Zylinder mit speziellem Eingerichte und komplizierten Halmschlüsseln oder Zylinderkerne mit Flansch auf der Innenseite, der das Herausziehen verhindert.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 26. Oktober 2011 um 10:45 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Hugo Peter Elsen.