Verfolgungsindex

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Die Festlegung eines Verfolgungsindex kennt man aus verschiedenen polizeilichen Aufgabenfeldern. Er wird im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit, aber auch bei der Kriminalitätsbekämpfung, beispielsweise der Bekämpfung von Tageswohnungseinbrüchen, erfolgreich angewendet. Dabei wird für jedes Delikt im Rahmen der polizeilichen Arbeit ein spezieller Verfolgungsindex herausgearbeitet. Das sind beispielsweise Kennzahlen aus der statistischen Auswertung als Zielgröße.

Beispiel: Verkehrsdelikte

Der Verfolgungsindex soll dabei das Verhältnis einer bestimmten Anzahl von Verkehrsunfällen (hier: Alkoholunfällen) zu den polizeilichen Sanktionen wegen unfallträchtiger Verkehrsdelikte (hier: Fahren unter Alkoholeinfluss ohne einen Verkehrsunfall zu verursachen) zum Ausdruck bringen. Zugrunde liegt der Gedanke, dass Unfälle am besten durch die direkte Bekämpfung der unfallauslösenden Ursachen für die Zukunft vermieden werden können. Denn bekanntermaßen steigt die Akzeptanz von Normenwerten mit der Erhöhung des Entdeckungsrisikos.

Dabei gilt das Prinzip: „Je größer die antizipierte Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung und Bestrafung, je höher die zu erwartende Sanktionierung und je unmittelbarer die Sanktionierung erfolgt, desto größer ist der Abschreckungseffekt einer solchen Drohung (sogen. Abschreckungsprinzip). Die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit konzentriert sich auf die besonders unfallträchtigen Fehlverhaltensweisen wie Geschwindigkeit, Abstand, Überholen, Gurt sowie Fahren unter Alkohol-, Drogen- und Medikamenteneinfluss.

Die Bayerische Polizei handelt dabei ausschließlich auf der Basis spezifischer Lagebilder und daraus entwickelter sicherheitspolitischer Vorgaben, nicht nach Fallzahlen und Quoten. Es gilt der Grundsatz Qualität vor Quantität.

Vor dem Hintergrund des nach wie vor hohen Anteils von alkoholbedingten Verkehrsunfällen ist es unerlässlich, neben präventiven Aktionen auch über einen entsprechenden Verfolgungsdruck die Verkehrsteilnehmer stärker für die Risiken des Straßenverkehrs zu sensibilisieren, um die Unfallursache zu reduzieren.

Beispiel: Verfolgungsindex 1:5 bedeutet also, dass auf einen Unfall mit Ursache Alkohol fünf betrunkene Fahrer aus dem Verkehr gezogen werden müssen. "Der Verfolgungsindex ist eine geeignete Messzahl, um sachgerecht Schwerpunkte setzen zu können" sagt man bei der Polizei.



Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2018 um 11:02 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.