Unterschriftsprüfung (Zutrittskontrolle)

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Für eine automatische Überprüfung des Unterschriftsbildes existieren Systeme, die sich bei der Analyse auf ein oder zwei Merkmale, wie den Druck oder die Beschleunigung, beschränken. Andere Systeme erfassen eine weitaus größere Anzahl von Merkmalen.

Prüfung der Dynamik

Maßgebend hinsichtlich der Sicherheit ist, dass die Unterschrift während des Schreibvorganges überprüft wird. Die Untersuchung beschränkt sich also nicht auf das optische Schriftbild, da dieses nach entsprechender Übung nachgeahmt werden kann. Die Unterschriftsdynamik ist dagegen kaum nachzuahmen.

Sensoren oder Messfühler

Die Übernahme der Daten erfolgt beispielsweise durch einen Schreibstift, der mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet ist oder durch eine spezielle "elektronische" Schreibunterlage, in der Messfühler integriert sind. Die während des Schreibvorganges von den Messwertgebern ermittelten analogen Messwerte werden über Analog-/Digital-Wandler in Digitalwerte umgewandelt. Die so entstandenen Digitaldaten gelangen zu einem Mikroprozessor, in dem die Muster-Erkennung durchgeführt wird.

Merkmale

Dabei werden räumliche Merkmale erfasst, die die Form und die Geometrie der Unterschrift widerspiegeln, sowie zeitliche Vorgänge, die Auskunft über den Rhythmus und die Dynamik der Unterschrift geben. Die räumlichen Merkmale schließen beispielsweise die Grundfläche der Unterschrift, die Länge des nicht unterbrechbaren Schriftzuges etc. ein. Auch wechselnder Schreibdruck kann hierzu gezählt werden, vorausgesetzt, dass der Schreibstift oder die Schreibunterlage mit Drucksensoren ausgerüstet sind. Die zeitlichen Merkmale umfassen die Geschwindigkeit und die Beschleunigung der Feder während der gesamten Schreibdauer. Die Geschwindigkeit und die Beschleunigung werden vom Mikroprozessor aus den Messdaten errechnet, indem die erste und die zweite Ableitung der x- und y-Koordinaten nach der Zeit gebildet wird.

Unveränderliche Muster

Das Schriftbild unterliegt im Laufe der Zeit gewissen Veränderungen. Der Mikroprozessor wählt daher bei der Musterkennung diejenigen charakteristischen Merkmale aus, die annähernd konstant bleiben. Diese reduzierte Anzahl an Merkmalen wird dann für den Vergleich herangezogen. Die Speicherung der reduzierten Daten erfolgt in Abhängigkeit vom System - entweder in der Zentraleinheit oder auf einer mit einem Speicher versehenen Ausweiskarte. Ein positiver Vergleich der aktuellen Unterschriftsdaten mit den gespeicherten Daten führt schließlich zur Freigabe des entsprechenden Dienstes, z.B. einer Tür.

Verfahren

Das Verfahren für den Echtheitsnachweis lässt sich demnach in drei Schritte gliedern:

  • Der Erfassungsprozess für die dynamische Unterschrift mit Analog-/Digitalumsetzung (Enrolment)
  • Die Extraktion der charakteristischen Merkmale aus den digitalisierten Daten
  • Der Entscheidungsprozess.

Antwortzeit

Ein für die Praxis wesentlicher Gesichtspunkt ist die Verarbeitungs- bzw. Antwortzeit. Hierunter wird die Zeit verstanden, die das System benötigt, um den erkannten oder den gefälschten Schriftzug nach dem Schreiben zu erkennen. Die Antwortzeit liegt bei den verfügbaren Systemen bei vier Sekunden. Nach drei aufeinanderfolgenden ungültigen Vergleichen wird der betroffene Nutzer abgewiesen.


Siehe übergeordnetes Stichwort


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 6. April 2011 um 12:26 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Axel Munde.