Schutzkleidung

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Mit der Einführung von Kevlar, einem Material, das extrem dicht und reißfest ist, wurden kugelsichere Westen zum Standard bei Polizei- und Militäreinheiten rund um die Welt. Fortschritte bei der Stahlhärtung haben sich auch auf die Schutzqualität von moderner Körperpanzerung ausgewirkt, wodurch stich- und hiebfeste Westen mit noch höherem Schutz entwickelt werden konnten. Heutzutage bietet Sicherheitskleidung einen taktischen Mix aus Schutz und Mobilität, und ist gleichzeitig sehr viel erschwinglicher.

Funktionsweise

Aufrüstbare Schutzweste mit Taschen für Keramikplatten. (Foto: Safeguard Clothing)
Sicherheitswesten werden aus mehreren Schichten strapazierfähiger Kunstfasern hergestellt, welche verhindern, dass ein scharfer Gegenstand sie durchdringen kann. Bei normalem Stoff könnten scharfe Kanten problemlos durch die kleinen Zwischenräume der Fäden schneiden. Bei stichfesten Westen ist dies jedoch aufgrund der extrem widerstandsfähigen Kunstfaserschicht nicht möglich.


Einteilung und Schutzklassen

Heute gibt es ballistische Schutzkleidung in allen Größen und Variationen. Aber nicht alle Modelle schützen vor denselben Gefahren. Alle Arten von Körperpanzerung werden in eine von sechs Schutzklassen nach NIJ-Standards[1] eingeteilt.

Die Schutzklassen beginnen mit Stufe I, die den geringsten Schutz bietet. Stufe IV ist die höchste Stufe und bietet den größten Schutz. Das Stufensystem definiert, gegen welche Art von Munition die Weste schützt, wobei Stufe IV sogar panzerbrechende Munition abwehrt. Die niedrigeren Stufen werden typischerweise gegen Pistolen und halbautomatische Gewehre eingesetzt, die am häufigsten in städtischen Gebieten zu finden sind.

Je höher die Schutzklasse von ballistischen Westen ist, desto schwerer und wuchtiger sind die Schutzträger. Die niedrigeren Stufen, bis Stufe III, werden als Weichballistik bezeichnet und sind bequemer zu tragen. Weichballistik schützt nicht gegen scharfe und spitze Waffen, oder gegen panzerbrechende Munition. In Kombination mit Keramikplatten sind sie allerdings auch gegen solche Bedrohungen effektiv.


Instandhaltung

Als Faustregel kann man sagen, dass Schutzwesten eine Lebensdauer von fünf Jahren haben. Das bedeutet aber nicht, dass sie während der gesamten Zeit sicher nutzbar sind. Wenn Schutzausrüstung nicht ordnungsgemäß gelagert und gereinigt wird, können Schäden entstehen, die sie unbrauchbar machen. UV-Licht, Feuchtigkeit und Hitze sind Einwirkungen, die unreparierbare Schäden an der Weste verursachen können. Selbst der kleinste Schaden an der Weste, wie eine Schramme oder ein Riss, sind Anzeichen dafür, dass die Weste so schnell wie möglich durch eine neue ersetzt werden sollte.


Anwendung

Ballistische Schutzweste zum Über- bzw. Unterziehen. (Foto: Safeguard Clothing)
Weichballistik wiegt ungefähr 2 kg, wohingegen Schutzsysteme mit Platten um einiges schwerer sind. Obwohl neuere Materialien die Westen leichter und bequemer gemacht haben, können sie für Träger, die eine solche Ausrüstung nicht gewohnt sind, eine Herausforderung darstellen. Deswegen ist es sehr wichtig, mit der Weste einige Testläufe zu machen, bevor man sie in gefährlichen Situationen einsetzt. Mit einer ballistischen Weste ausgestattet zu rennen oder zu schießen ist anders, als wenn man sich ohne Schutzausrüstung bewegt.

Unterziehbare Weichballistik der Stufen II oder IIIA ist eine gute Wahl für Zivilisten, Polizeibeamte, Sicherheitskräfte und Survival-Fans, da sie Munition von fast allen Kurzwaffen und Schrotflinten abwehrt und trotzdem unauffällig unter einem lockeren T-Shirt getragen werden kann. Wenn nötig, können die Schutzträger durch zusätzliche Platten aufgerüstet werden.

Nach dem Kauf der Weste ist es wichtig, sie zu Übungszwecken eine Zeit lang zu tragen. Der Träger sollte sich bewusst machen, wie der Bewegungsablauf beeinflusst wird, bevor er das erste Mal damit im Einsatz ist. Nur so kann bestmöglicher Schutz gewährleistet und die Chancen auf Überleben vergrößert werden.


Einzelnachweis

  1. NIJ=National Institute of Justice, eine Forschungseinrichtung des amerikanischen Justizministeriums


Weblinks



Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2017 um 17:25 Uhr von Linda Baungartel geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Bowman.