Protest Policing

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

„Protest Policing“ bezeichnet die polizeiliche „Behandlung“ und Kontrolle von Protestierenden und Demonstranten.

Die Bezeichnung des fachlichen Ausdrucks wurde von der Sozialwissenschaftlerin Donatella della Porta in die sozialwissenschaftliche Diskussion eingeführt. Sie definiert Protest Policing als “the police handling of protest events – a more neutral description for what protestors usually refer to as ‘repression’ and the state as ‘law and order’” (Porta/Reiter 1998, S. 1).

Anwendungsziele

Protest Policing umfasst verschiedene Arten des polizeilichen „Managements“ von Protestaktionen; dazu zählen auch die Terrorismusbekämpfung, die Verfolgung politischer Straftaten und die Aufklärung „politischer Milieus“, wie sie der polizeiliche Staatsschutz und die Ämter für Verfassungsschutz betreiben. Den Kernbereich des Protest Policings machen indes die Polizeieinsätze anlässlich von Demonstrationen und anderen Protestaktionen aus. Vorrangig sind solche Einsätze das Arbeitsgebiet geschlossen operierender Polizeieinheiten, insbesondere aus Bereitschaftspolizei der Bundesländer und der Bundespolizei.

Umgang mit Protest Policing

Die Art und Weise, wie die Polizei mit Demonstranten umgeht, kann als ein sichtbarer Indikator der politischen Gelegenheitsstrukturen gewertet werden, denn die Praxis von Protest Policing hat großen Einfluss auf die Chancen von politischen Gruppierungen, sich jenseits der parlamentarischen Bühne zu artikulieren, Sympathisanten zu mobilisieren und politischen Druck auszuüben. Die Frage, ob sich die Polizei als grundrechts- und damit versammlungsfreundliche „Bürgerpolizei“ oder als ethnisch autoritäre Gesinnung und ordnungsfixierte „Staatspolizei“ versteht, hat große Auswirkungen auf die Qualität des demokratischen Willensbildungsprozesses.

Auszug aus "Wörterbuch zur inneren Sicherheit" von Springer.com



Diese Seite wurde zuletzt am 15. September 2021 um 09:03 Uhr von Sebastian Frank geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.