Organisierte Kriminalität (OK)

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Die bundesweite Gemeinsame Arbeitsgruppe Justiz/Polizei (GAG) hat im Mai 1990 die folgende Definition "Organisierte Kriminalität" entwickelt, welche aber nicht Straftaten des Terrorismus erfasst:

"Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte, planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,
b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder
c) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken."'

Die Definition OK umfasst

  • strafrechtliche,
  • soziologische,
  • psychologische und
  • ökonomische

Elemente. Sie stellt keinen materiell–strafrechtlichen Normenbegriff dar. Die OK ist in die generellen Merkmale und die speziellen Merkmale der Alternativen a) bis c) gegliedert.

Merkmale

Generelle Merkmale sind:

  • Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind
  • Gewinn – und Machtstreben
  • auf längere oder unbestimmte Dauer angelegt
  • Arbeitsteiligkeit
  • Zusammenwirken von mehr als zwei Beteiligten
  • Planmäßige Begehung.

Spezielle Merkmale sind: Erst die speziellen Merkmale der Alternativen a) bis c) qualifizieren organisiertes kriminelles Verhalten zu Organisierter Kriminalität. Im Verhältnis zueinander können diese Merkmale einzeln oder kumulativ gegeben sein.

Für die Bestimmung "OK" ist nicht erforderlich, dass beide Merkmalsgruppen sachlich und zeitlich in einem zur Bewertung anstehenden Sachverhalt zusammenfallen. Wesentlich ist, dass der im Einzelfall angestrebte Tatzweck erreicht und/oder der Fortbestand und die Wirksamkeit der Organisation gesichert werden sollen. Darin liegt die besondere Gefährlichkeit der OK. Bildlich gesprochen kann man sie mit einem "Krebsgeschwür" in einer Gesellschaft vergleichen.

Weitere Definitionen siehe www.bka.de/DE/unsereAufgaben/Deliktsbereiche Quelle: Kriminalistische Kompetenz, BdK, Band 2



Diese Seite wurde zuletzt am 21. August 2019 um 08:34 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.