Lebenderkennung

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Für die automatisierte biometrische Erkennung von Personen müssen die Erkennungssysteme in der Lage sein, mögliche Angriffe mit künstlichen oder gefälschten biometrischen Merkmalen weitgehend zu erkennen und abzuwehren. Die technischen Verfahren hierzu sind je nach Biometrie unterschiedlich, folgen jedoch stets dem Prinzip der "Lebenderkennung", d. h. durch geeignete Technologien wird überprüft, ob das angebotene biometrische Merkmal zu einem lebenden Menschen gehört.


Verfahren

  • 3D-Gesichtserkennung bietet aufgrund der dreidimensionalen Orientierung Möglichkeiten, Betrugsversuche mit einem Foto zu abzuwehren.
  • Bei der 2D-Gesichtserkennung ist Erkennung von Fälschungen durch ein System möglich, das auf individuellen Augenbewegungen beruht. Die zu erkennende Person wird aufgefordert, einen Punkt auf einem Bildschirm oder Display zu verfolgen. Mit einer Kamera und einer entsprechenden Auswertungssoftware wird die Augenbewegung verfolgt und analysiert.
  • Bei der Iriserkennung (Augensignatur) kann ein Betrugsversuch anhand eines Fotos bei der systemimmanenten Verwendung von infrarotem Licht erkannt werden, indem die im Foto sichtbaren Beleuchtungspunkte in ihrer Abgrenzung analysiert werden. Diese ist signifikant unterschiedlich auf einer feuchten, gebogenen Fläche eines lebenden Auges zu der Oberfläche eines 2-D Fotos.
  • Bei Fingerabdrucklesern (Fingerabdruckerfassung, berührungslos, Fingerabdruckvergleich) werden häufig zusätzliche Merkmale wie Hautwiderstand und Temperatur zur Lebenderkennung verwendet. Beides lässt sich jedoch mit relativ geringem Aufwand in künstlichen Fingern nachbilden. Pulsmessungen über Infrarotsensoren sind hier schwerer zu überlisten. Am zuverlässigsten erscheinen derzeit Kombinationen optischer Verfahren, die im Bereich sichtbaren oder infraroten Lichts in den Finger "hinein" schauen und aus der Analyse der so gewonnen Fingerdaten ableiten, ob ein Betrugsversuch vorliegt.


Weitere Kriterien

Für die Bewertung der Systemüberwindungssicherheit bei den unterschiedlichen Verfahren zur Fälschungsabwehr ist nicht allein die technische Möglichkeit zur Überwindung des jeweiligen biometrischen Verfahrens zu berücksichtigen, sondern auch der dafür technisch und zeitlich erforderliche Aufwand, der eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit einer Überwindung ermöglicht. Zudem ist immer eine Sicherheitsanalyse des jeweiligen Gesamtsystems erforderlich. Grundsätzlich wird durch Lebenderkennung die Überwindungssicherheit eines biometrischen Zugangssystems erhöht.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 29. Mai 2011 um 08:27 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Martin Ditscherlein.