Löschgerät

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Löschgeräte, häufig auch als Degausser bezeichnet, sind Geräte, bei denen magnetische Datenträger einem starken Magnetfeld (Gleichfeld, Wechselfeld oder gepulstes Feld) ausgesetzt werden. Bei einem ausreichend starken Magnetfeld werden alle magnetischen Aufzeichnungen auf dem Datenträger durch Entmagnetisierung zerstört, so dass eine Rekonstruktion der gespeicherten Daten mit keinen derzeit bekannten Mitteln mehr möglich ist. Um ein vollständiges Löschen der Datenträger sicherzustellen muss das Magnetfeld des Löschgerätes deutlich größer (etwa doppelt so groß) sein als die Koerzitivfeldstärke des zu löschenden Datenträgers. In der Tabelle sind die Koerzitivfeldstärken verschiedener Magnetbänder angegeben. Die Koerzitivfeldstärke von Festplattenlaufwerken ist in der Regel nicht bekannt. Das Diagramm gibt auf der Basis des Herstellungsjahrs einen Hinweis auf die Koerzitivfeldstärke von Festplatten (Anmerkung: Der Wert der Koerzitivfeldstärke für das Jahr 2008 gilt für ein Labormuster mit Senkrechtaufzeichnung und soll die Entwicklungstendenz zeigen).

Loeschgeraet.jpg
Magnetband Koerzitivfeldstärke
IBM 3480 515 Oe
IBM 3590 1650 Oe
Hi 8 1700 Oe
DLT IV 1850 Oe
LTO Ultrium 1 1900 Oe
LTO Ultrium 2 2400 Oe
LTO Ultrium 3 2700 Oe
IBM 3592 2500 Oe

Der Grad des Löschens wurde bisher durch die erzielte Löschdämpfung ausgedrückt, wobei die Löschdämpfung das Verhältnis der Wiedergabespannung der ungelöschten Aufzeichnung zur Wiedergabespannung des gelöschten Datenträgers ist. Die in der Norm DIN 33858 (Löschen von magnetischen Datenträgern) geforderte Löschdämpfung von 90 dB, die praktisch bedeutete, dass nach dem Löschen nur noch das Grundrauschen des Datenträgers gemessen werden konnte, ist aber technisch überholt, da bei modernen Datenträgern der Signal-Rausch-Abstand kleiner als 90 dB ist. Bei Prüfungen von Löschgeräten wird deshalb jetzt als Bewertungskriterium für ein vollständiges Löschen gefordert, dass nach dem Löschen auf dem Datenträger kein Signal mehr über dem Grundrauschen nachweisbar ist, ein Wert für die Löschdämpfung wird nicht mehr angegeben. Die Klassifizierung der DIN 33858 ist deshalb wegen der technischen Entwicklung bei den magnetischen Datenträgern als Maß für das Löschen nicht mehr geeignet. Für die Prüfung von Löschgeräten - insbesondere wenn mit den Löschgeräten Festplatten gelöscht werden sollen - ist auch das in der DIN 33858 beschriebene Messverfahren nicht mehr anwendbar. Für die Prüfung von Löschgeräten muss zukünftig Rastersondenmikroskopie (z.B. Magnetkraftmikroskopie) als Messverfahren eingesetzt werden. Beim Löschen von magnetischen Datenträgern mit einem Löschgerät ist zu beachten, dass Datenträger, die Servoinformationen für die Führung des Schreib-/Lesekopfes enthalten, nach dem Löschen in der Regel nicht mehr verwendet werden können, weil die Servospur ebenfalls gelöscht wird. Das gilt generell für Festplatten und für eine Reihe von Magnetbandkassetten. Magneto-optische Datenträger können wegen ihrer hohen Koerzitivfeldstärke mit den derzeit bekannten Löschgeräten nicht gelöscht werden.


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 5. Juni 2011 um 19:27 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Willi Schneider.