KNX-Bus (frühere Bezeichnung: European Installations Bus / EIB)

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Der Installationsbus KNX/EIB ist ein offenes genormtes Bussystem für die flexible Elektroinstallation. Er beschreibt, wie bei einer Installation Sensoren und Aktoren in einem Haus miteinander verbunden werden müssen und wie sie miteinander kommunizieren.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit führender europäischer Hersteller der Installationstechnik, die unter dem Warenzeichen KNX/EIB die europaweite Verbreitung des offenen Installationsbus-Systems vorantreibt.


Beschreibung

Die Spezifikation des KNX/EIB basiert auf der Europäischen Norm pr EN 50090-1 und ist in Deutschland in der DIN V 0829 T 100 bis T 522 festgeschrieben.

Das KNX/EIB System ist ein zeit- und materialsparendes, flexibles Installationssystem für die Gebäudeautomation. Es benötigt neben der Energieversorgung nur eine einzige Schwachstromleitung, um alle gewünschten Funktionen zum Schalten, Dimmen, Steuern und Regeln zu übertragen.

Funktionsänderungen erfordern keine Umverdrahtung sondern nur eine Umprogrammierung. Durch den Einsatz dieses Steuerbus-Systems ergeben sich vielfältige neue Möglichkeiten sowohl im Bereich von Einfamilienhäusern als auch für Industrie- und Verwaltungsgebäude.

Mit KNX/EIB ist es erstmals möglich, ohne immensen Verdrahtungsaufwand die vielfältigen Aufgaben einer umfassenden Gebäudeautomation transparent zu machen. Dazu gehören auch die Steuerungen für die Fassade und die Tageslichttechnik. Mit einem Installationsbus-System wird ein Gebäude schon heute vorbereitet für ein feingegliedertes Lastmanagement, für die Abrechnung nach Energienutzung, für Umwidmungen der Nutzflächen ohne Uminstallation und für andere Aufgaben.

Technisch gesehen ist das KNX/EIB ein dezentrales, ereignisgesteuertes Bussystem mit serieller Datenübertragung. An eine Bus-Linie können bis zu 64 KNX/EIB-Geräte als Teilnehmer angeschlossen werden. In einem Bereich können bis zu 12 Bus-Linien zusammengefasst werden. 15 Funktionsbereiche wiederum lassen sich zu einer Funktionseinheit zusammenfassen, sodass über 12 000 busfähige Endgeräte ohne Einschaltung einer Zentrale miteinander kommunizieren können. Die Geräte (Teilnehmer) erhalten je zwei Arten Adressen:

  • Die physikalische Adresse definiert den Teilnehmer und ermöglicht es, ihn über den Bus zu identifizieren.
  • Die Gruppenadresse wird zur Festlegung einer bestimmten Funktion vergeben. Es erhalten somit die Sensoren und die Aktoren, die zusammenarbeiten müssen, die gleichen Gruppenadressen.


Einsatz in der Sicherheitstechnik

Um den Einsatz der KNX/EIB-Systemtechnik in der Sicherheitstechnik zu ermöglichen und die VdS-Anerkennung der Geräte für die Klassen A und B zu erhalten, wurden Funktionen zum Zugriffsschutz auf Programme und Daten in Busgeräten entwickelt und integriert. Angeboten wird zum Beispiel ein KNX/EIB-Brand-Kombimelder, der die Rauchgaskonzentration (Gasmelder (BMA)) und den Temperaturanstieg überwacht. Verfügbar sind ferner Sicherheitseinrichtungen und -produkte verschiedener Hersteller, wie z.B. Einbruchmelderzentralen der VdS Klasse A (teilweise aufrüstbar bis Klasse C) mit optionaler KNX/EIB-Schnittstelle, ein KNX/EIB-Sicherheitscontroller, der die meisten Funktionen einer Einbruchmelderzentrale beinhaltet, KNX/EIB-Meldergruppenterminals zum Anschluss von Meldern über überwachte Meldelinien etc.


Einbruchmelderzentrale mit KNX/EIB-Anbindung

Über ein integriertes Gateway wird eine klassische, VdS-anerkannte Einbruchmelderzentrale mit dem KNX/EIB verbunden. Dieses Gateway kann auf unterschiedliche Arten parametriert werden, so dass die an den KNX/EIB angeschlossenen Komponenten zur Einbruchmeldeanlage hin absolut rückwirkungsfrei sind, d.h. vom KNX/EIB kann nicht in die Einbruchmeldeanlage "hineingewirkt" werden, aber aus der Einbruchmeldeanlage heraus können Informationen in den KNX/EIB übertragen und damit Schalthandlungen ausgelöst werden. Es ist aber auch möglich, partielle Rückwirkungen zuzulassen, wie z.B. die Scharfschaltverhinderung der Einbruchmeldeanlage, wenn bestimmte Stromkreise auf der KNX/EIB-Seite noch eingeschaltet sind. Als dritte Alternative bietet sich auch die Möglichkeit, das Gateway voll bidirektional arbeiten zu lassen, d.h. selbst Meldergruppen über ein Meldergruppenterminal am KNX/EIB anzuschließen und die Statusinformation über den KNX/EIB zur Einbruchmelderzentrale weiterzuleiten.


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 23. Mai 2011 um 18:35 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Norman Ammon, Michael Hess und Eilert Siemens.