HDcctv

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HDcctv (High Definition Closed Circuit Television) ist ein internationaler und Hersteller übergreifender Standard in der Videoüberwachungstechnik zur Erfassung und Übertragung von hoch aufgelöstem Bildmaterial. Die Spezifikationen leiten sich aus der "High-Definition Serial Digital Interface" Technik (HD-SDI) ab, die seit Ende der 90’er Jahre in Fernsehstudios international eingeführt wird. Als generelle Ziele der Technik sind definiert:

  • Bildübertragungen über mehr als 100m per RG59 Koaxialkabel
  • plug-and-play Kompatibilität der Produkte verschiedener Hersteller untereinander
  • Gewährleistung der Kompatibilität aller Produkte zu zukünftigen Weiterentwicklungen innerhalb des HDcctv Standards
das Logo der HDcctv Alliance, mit dem passende Komponenten gekennzeichet werden können

Geschichte

Die Initiative zur Entwicklung des HDcctv Standards geht namentlich von dem Australier Todd Rockoff, vormals Mitarbeiter bei EverFocus, und von dem taiwanesischen Hersteller für Videoüberwachungstechnik EverFocus selber aus. 2009 formte Rockoff die so genannte HDcctv Alliance (http://www.highdefcctv.org), der weitere international führende Hersteller von Videoüberwachungstechnik beitraten. 2011 zählt die Alliance 59 Mitglieder.


Hintergründe

Angestoßen von der Einführung digitaler Technik in der Videoüberwachung und deren Möglichkeiten versucht man mit HDcctv den Markt bestehender analoger Videoüberwachungstechnik neu zu erschließen. Nach Digital- und Hybrid-Technik will man digitale Signale über bestehende Netze mit ehemals analog verwendeten Koaxialkabeln leiten. Der dabei erzielbare Vorteil durch Wegfall der Verkabelungskosten liegt klar auf der Hand. Ebenso soll das zentrale Manko analoger Videonetzwerke, nämlich die im Vergleich zur digitalen Megapixeltechnik geringe Auflösung, behoben werden. An vorhandenen Koaxial-Verkabelungen sollen zukünftig HD-Megapixel-Kameras Bilder liefern, die alte PAL- oder NTSC-Kameras ersetzen. Die Intelligenz der Systeme bleibt nach dem Willen der HDcctv Alliance im DVR implementiert. Das entstandene Kunstwort für diese Technik Auslegung lautet demzufolge „trybrid“.

Der Einsatz analoger Videoüberwachungstechnik bleibt bei einem HDcctv Konzept weiter möglich. Dies ist interessant, da analoge Kamera-Komponenten nach wie vor noch eine Daseinsberechtigung haben. Gründe für ihren Einsatz können geringere Gerätepreise oder bessere Aufnahmequalität bei schlechten Lichtverhältnissen sein. Der Marktanteil der verkauften analogen Kameras weltweit liegt derzeit noch um 90%, was nach Expertenmeinung annähernd auch auf Deutschland zutrifft. Initiator Todd Rockoff schätzte das HDcctv Marktvolumen bei der Gründung auf weltweit etwa 14 Mio. verkaufte HD(TV)-Überwachungskameras bis 2013. Die von der HDcctv Alliance zunächst angepeilten Märkte liegen allerdings in Asien, insbesondere China, und in Großbritannien, dem Land mit der höchsten Videoüberwachungsdichte in Europa.


Technik

Die Version 1 der HDcctv Spezifikation führt die HD Formate 720p25/30, 720p50/60, ca. 1 Megapixel, und 1080p25/30, ca. 2,2 Megapixel ein, womit in Deutschland verfügbare Endgeräte zurecht kommen.

Aktuelle Entwicklungen und Ideen für Zukünftiges veröffentlicht die Alliance regelmäßig auf ihrer Webseite http://www.highdefcctv.org/hdcctv-specification.

Bildschirmauflösung

Die Bildschirmauflösungen von HD(TV)- und Computer-Monitoren sind nicht deckungsgleich, was bei der Endgeräte Hardware bedacht werden muss. HD(TV) besitzt ein Seitenverhältnis von 16:9, Standard-Computermonitore stellen Bilder im Verhältnis 4:3 oder als so genannter Widescreen Monitor mit 16:10 dar. Solange die Monitorauflösung größer als die HD-Auflösung (1280x720 oder 1920x1080 Pixel) ist, bereitet die HD-Vollbilddarstellung keine Probleme.

Kabel

Die Mindestqualität der genutzten Koaxialkabel muss der amerikanischen Qualitätsbeschreibung RG59 (deutsch: kabelfernsehtauglich) entsprechen. Nach den Vorstellungen der HDcctv Alliance sollen standardisierte Kameraprodukte über solche Leitungen mit bis zu 100 m Länge ein verwertbares Signal liefern. Größere Leitungslängen sollen mit dem Einsatz zwischengeschalteter Repeater realisiert werden.

In künftigen Versionen hält sich die Alliance zur Übertragung von Signalen auch die Verwendung von IP Verkabelungen und Glasfaser Netzen offen.

Rekorder

Alte PAL/NTSC-Rekorder können das digitale HD(TV)-Signal nicht verarbeiten, lediglich der Kabeltyp »Koaxial, 75 Ohm«, meist als RG59 vorhanden, ist den Techniken gemeinsam. DVR, die an einem Koaxial-Eingang die Anforderungen für HDready erfüllen, sollten für den HDcctv Alliance Ansatz geeignet sein. Wegen der größeren Datenmengen - je nach verwendeter Komprimierung um den Faktor 3 bis 12 gegenüber PAL/NTSC - werden bei Einsatz von HD(TV) Kameras in bestehenden Systemen größere Festplatten benötigt.


Praxistipp

Ob ein vorhandenes Koaxialnetz tatsächlich mit HD-Kameramodellen genutzt werden kann, sollte vor Entscheidungen unbedingt technisch geprüft werden, nicht überall, wo heute analoge CCTV-Technik funktioniert, ist auch eine HD-Übertragung möglich. Überwiegend sollte diese in Deutschland ausreichend sein, denn die nach den Vorstellungen der HDcctv Alliance notwendigen Mindestanforderungen (RG59, bzw. besser: RG11, RG6) werden seit der Errichtung von CCTV-Anlagen und Kabelfernseh-Installationen in Deutschland als gängiges Medium verwendet.

In der Praxis sollte man bei Erwägungen zur Einführung von HDcctv einen einfachen, aber notwendigen Test durchführen. Probeweise sollte am einen Ende eines vorhandenen Koaxial-Kabels eine HD-Kamera, am anderen Ende ein HD(TV) fähiger Monitor angeschlossen werden.


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Diese Seite wurde zuletzt am 17. Februar 2012 um 05:42 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Redaktion.