Feuerwiderstandsklasse

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Bauteile werden brandschutztechnisch entsprechend ihrer Feuerwiderstandsdauer in Feuerwiderstandsklassen eingestuft. Die Feuerwiderstandsklasse von Bauteilen muss auf der Grundlage von Prüfungen nach DIN 4102 ff. bzw. DIN EN 1363 ff. nachgewiesen werden. (Definition in Anlehnung an DIN 4102 Teil 2/09.77). Die Klassenbezeichnung enthält den Kennbuchstaben "F" (für Feuerwiderstandsklasse) und eine Zahl, die die bei den Prüfungen ermittelte Mindest-Feuerwiderstandsdauer in Minuten (abgerundet auf den nächsten durch 30 teilbaren Wert) angibt, - beispielsweise "F 30", "F 60", "F 90".

Kennbuchstaben

Um zum Ausdruck zu bringen, dass bei der Prüfung der Bauteile - ihrem Verwendungszweck entsprechende - unterschiedliche Randbedingungen und Beurteilungskriterien angewendet wurden, werden für bestimmte Bauteile spezielle Kennbuchstaben verwendet, wie z.B. I für Installationskanäle, K für Klappen als Absperrvorrichtung in Lüftungsleitungen, L für Lüftungsleitungen, T für Feuerschutzabschlüsse (Türen, Tore, Klappen), W für nichttragende Außenwände. Eine Feuerschutztür "T 90" ist also ein Feuerschutzabschluss mit einer Feuerwiderstandsdauer nach DIN 4102 von mindestens 90 Minuten.

Normen und Vorschriften

Bei der vorgesehenen Harmonisierung der Prüfvorschriften für brandschutztechnisch wirksame Bauteile in Europa wird das deutsche Normensystem DIN 4102 abgelöst durch Europäische Normen, die in Deutschland als "DIN EN"- Normen eingeführt werden. Diese Normen verwenden andere Ausdrücke für die durch Prüfungen nachgewiesene brandschutztechnische Leistungsfähigkeit der geprüften Bauteile.

Eigenschaften

Nach dem Grundlagendokument Nr. 2 Brandschutz sind die Kriterien für die Beschreibung des Feuerwiderstands eines Produkts, unabhängig von seiner speziellen Funktion im Bauwerk:

  • Tragfähigkeit (Symbol R)
  • Raumabschluss (Symbol E)
  • Wärmedämmung (Symbol I)
  • Mechanische Stabilität (Symbol M)

jeweils ausgedruckt durch die erfasste Leistungszeit in Minuten.

Die Leistungszeit wird für jedes Kriterium mit einer der folgenden Zahlen (= Zeit in Minuten) angegeben: 15, 20, 30, 45, 60, 90, 120, 180, 240, 360.

Einstufung

Danach wäre es möglich, tragende Bauteile einzustufen in die Klassen REI 15 bis REI 360, RE 15 bis RE 360 und R 15 bis R 360 und nichttragende Bauteile in die Klassen EI 15 bis EI 360 und E 15 bis E 360.

Beispiele:

  • Ein Bauteil mit einer Tragfähigkeit (unter Prüfbedingungen) von 155 Minuten, einer raumabschließenden Funktion von 80 Minuten und einer (bei Brandbeanspruchung ausreichenden) Wärmedämmung von 42 Minuten wird klassifiziert als R 120 / RE 60 / REI 30.
  • Ein Bauteil ohne Wärmedämmung mit einer Tragfähigkeit von 70 Minuten und einer raumabschließenden Funktion von 35 Minuten wird klassifiziert als R 60 / RE 30,

Diese Klassifizierung kann erforderlichenfalls wie folgt erweitert werden:

  • W wenn die Wärmedämmung auf der Grundlage der durchgehenden Strahlung geregelt wird
  • M wenn besondere mechanische Einwirkungen berücksichtigt werden
  • C für Türen, die selbstschließend ausgerüstet sind
  • S für Bauteile mit besonderer Begrenzung der Rauchdurchlässigkeit.

Zusätzliche Anforderungen

Die Mitgliedsstaaten können zusätzlich zur Feuerwiderstandsfähigkeit Anforderungen hinsichtlich des Brandverhaltens der Baustoffe (ausgedrückt in harmonisierten Spezifikationen) stellen.

(Sämtliche Angaben aus Grundlagendokument Brandschutz, Abschnitt 4.3.1.3.1). Eine "Klassifizierungsnorm" EN 13501-2 - Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten ; Teil 2: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Feuerwiderstandsprüfungen - wurde im Dezember 2002 veröffentlicht. Sie befasst sich nicht mit Lüftungsanlagen, für die die Klassifizierungsnorm DIN EN 13501-3: 2006-03 aufgestellt wurde.

Tabellen

In mehreren Tabellen der Anlage 0.1.2 zur Bauregelliste A Teil 1 sind die Klassenbezeichnungen der verschiedenen Bauteile nach der europäischen Klassifizierungsnorm DIN EN 13501-2 den Benennungen der brandschutztechnischen Forderungen an Bauteile und Baustoffe in deutschen bauaufsichtlichen Regelwerken gegenüber gestellt (Äquivalenztabellen). Die Symbole R, E, I und weitere sind in der Tabelle 4 der Anlage erläutert.

Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 10. April 2011 um 09:37 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Jürgen Pennings.