Einbruchmeldeanlage mit Funkübertragung (Funk-Alarmanlage)

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Bei einer Funk-Einbruchmeldeanlage erfolgt die Kommunikation zwischen Alarmzentrale und weiteren Systemkomponenten nicht verdrahtet, sondern mittels Funkübertragung. Grundsätzlich erfüllen Funk-EMA die gleichen Aufgaben wie verdrahtete und bieten eine breite Palette an System-Komponenten: Bedienteilen, unterschiedlichen Meldertypen, Signalgebern und Wählgeräten – alle auf Funkbasis und batterieversorgt.

Funktionen

Eine Funk-EMA erfüllt also folgende übliche Funktionen:

  • Potentielle Einbrecher abschrecken
  • Einbrüche, Diebstähle und Überfälle verhindern
  • Bei Alarm oder Störung eine hilfeleistende Stellen informieren
  • Durch Signalgeber die Umgebung alarmieren


Einsatzmöglichkeiten

Die Besonderheit ist, dass die Geräte mit Batterien energieversorgt werden und die Steuerung und Meldungsübertragung per Funk erfolgt. Dadurch entfällt, im Vergleich zu verdrahteten Systemen, der komplette Verkabelungsaufwand und die Geräte lassen sich innerhalb weniger Stunden und weitgehend lärm- und schmutzfrei installieren. Somit eignen sich Funk-EMA besonders zur Nachrüstung in bereits bewohnten Räumen, aber auch für zeitlich begrenzte Einsätze oder Räume, in denen eine Verdrahtung vom Nutzer nicht gewünscht ist (beispielsweise Mietobjekte). Auch dort, wo schwierige bauliche Bedingungen die Verdrahtung aufwändig und damit unverhältnismäßig teuer machen würden, haben sich Funk-Systeme wegen ihrer Flexibilität bewährt – und natürlich überall dort, wo die Sicherheitstechnik sich auch noch nach Jahren den Bedürfnissen der Anwender anpassen können soll und das Funk-System beispielsweise um zusätzliche Melder erweitert, beim Umbau verändert oder bei einem Umzug mitgenommen wird .


Energieversorgung

Die Batterien haben je nach System eine Lebensdauer von bis zu fünf Jahren. Um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, werden die Batterien überwacht. Bei kritischem Ladenzustand einer Batterie wird eine Störungsmeldung angezeigt und per Funk übertragen. Grundsätzlich haben Funk-EMA auch den Vorteil, dass sie aufgrund der Batterieversorgung auch im Falle eines Stromausfalles weiterhin funktionsfähig bleiben. Viele Funk-Zentralen, Signalgeber und Wählgeräte arbeiten teils netzunabhängig, teils 230 V versorgt und lassen sich auch mit Drahtmeldern kombinieren. Diese teilverdrahteten Anlagen werden auch als Hybrid-Alarmanlagen bezeichnet.


Komponenten einer Funk-Alarmanlage (Grafik: Daitem)

Komponenten

Funk-EMA bieten unterschiedlichstes Systemkomponenten, um dem Anwender die passende Lösung zusammenstellen zu können:


Frequenzen und Übertragungssicherheit

Da eine Funkverbindung einen so genannten nicht exklusiven Übertragungsweg nutzt, der von anderen Teilnehmern mitgenutzt wird, treffen die Hersteller zuverlässiger Sicherheitssysteme besondere Vorsorge, was die Sicherheit der Funkübertragung angeht. Dazu werden verschiedene Techniken und Frequenzen genutzt. Die Frequenzen 434 MHz und 868 MHz wurden vom ETSI (European Telecommunications Standards Institute) für Funk-Geräte mit geringer Leistung (Low power devices) reserviert und werden auch von Funk- EMA genutzt.

Einfachste Funk-EMA nutzen zur Kommunikation nur eine Frequenz. Dies birgt das Risiko, dass bei einer Störung dieser Frequenz die Kommunikation zwischen Zentrale und Komponenten unterbrochen werden und somit die Alarmfunktion beeinträchtigt werden kann. Höherwertige Funk-EMA arbeiten daher mit zwei Frequenzen, um bei Störung einer Frequenz weiterhin einen Ersatzkommunikationsweg nutzen zu können. Hierdurch wird die Übertragungssicherheit von Alarmmeldungen wesentlich erhöht; potentielle Täter, die in diesem Bereich Angriffe planen, können eine solche Funktechnologie nicht überlisten. Die höchste Übertragungssicherheit bieten Mehrfrequenzverfahren mit Kanalhopping. Die intelligente Alarmzentrale überprüft in regelmäßigen Abständen die Qualität der zur Verfügung stehenden Kanäle und wählt jeweils den Kanal mit dem besten Empfang. Dieses Funkverfahren erfüllt auch die Anforderungen der VdS Klassen A und B und eignet sich auch zum Einsatz in Objekten mit hohem Risikopotenzial: Hochwertige Privathäuser oder Gewerbebetriebe, Ladengeschäfte, Hotels, Museen, Schulen etc.

Funk-Einbruchmeldeanlagen stehen also mit umfangreichen Produktpaletten und verschiedenste Einsatzzwecke zur Verfügung: Von „nicht VdS zugelassen“ über VdS Home über VdS A bis hin zu VdS B für Objekte mit hohem Risiko.


Normen und Richtlinien

Die aktuell gültige Norm für Funkeinbruchmeldeanlagen in Europa ist die EN 50131-5-3 Stand 2009-06. Diese Norm befindet sich gerade in Überarbeitung und wird voraussichtlich Anfang 2015 neu erscheinen. Die Überarbeitung erfolgt im Wesentlichen im Hinblick auf die Integration von neuen Technologien.

Zusätzlich gelten nachfolgende VdS-Richtlinien:

  • VdS 2252 Einbruchmelderzentralen Klasse B und C, Anforderungen
  • VdS 2194 Einbruchmelderzentralen Klasse A, Anforderungen

Für die Funkkomponenten des Funkeinbruchmeldesystems ist die EN 300220 in der jeweils gültigen Fassung zu beachten.


Normen und Richtlinien für drahtlose Alarmanlagen in der Schweiz

In der Schweiz haben alle Alarmanlagen, ungeachtet ihrer Technologie (drahtgebunden, drahtlos etc.), in einer identischen Anforderungsklasse die gleichen, auf ein bestimmtes Gefahrenbild (z.B. Einbruch, Überfall) ausgerichteten Sicherheitsziele zu erfüllen. Diese Ziele beziehen sich auf die Basisfunktionen Detektion, Anzeige, Bedienung, Verarbeitung sowie die Schutzfunktionen Umweltverträglichkeit, Sabotagesicherheit, Funktionssicherheit, Nutzungssicherheit. In einem Teil der Schweizer Richtlinien können diese Ziele direkt entnommen werden. Mit adäquaten Lösungen der zum Einsatz gelangenden Technologie ist das vorgegebene Funktionsziel zu erfüllen. Fehlen derartige Zielvorgaben, so sind diese aus den Richtlinien-Anforderungen von konventionellen Anlagen abzuleiten und mit der neuen Technologie entsprechend zu erfüllen.

Hinsichtlich der Zulassungen und Kennzeichnung sind die für die EG-Mitgliedsstaaten genannten Regularien ebenfalls gültig, jedoch ist dem CE-Zeichen der Text "Dieses Gerät kann in der Schweiz benutzt werden" hinzuzufügen.


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch





Diese Seite wurde zuletzt am 17. Januar 2014 um 08:33 Uhr von Alexandra Paatsch geändert. Basierend auf der Arbeit von Norbert Schaaf, Stefan Flauder, Admin, Michael Hess, Edgar Schreiber und Volker Cestaro.