E-Feuerlöschlanze

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die E-Feuerlöschlanze kommt zur Löschung von Bränden in (Kraftfahrzeug-)Batterien zum Einsatz. Derzeit sind über 1 Mio. Elektro-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Batteriebrände bei E-Autos durch Unfall oder Kurzschluss sind für Feuerwehren immer eine Herausforderung. Bislang wurden im Einsatzfall Löschcontainer zur Brandstelle transportiert und nach Befüllung mit Löschwasser brennende E-Autos dort längere Zeit eingetaucht. Durch die immer größer werdende Anzahl von E-Autos steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Unfälle, in die Elektrofahrzeuge involviert sind. Anders als bei Autos mit Verbrennungsmotor kommt beim E-Auto im Falle eines Unfalls mit dem Batteriebrand eine neue herausfordernde Einsatzbewältigung auf die Feuerwehren zu.

Warum brennt ein Lithium-Ionen-Akku?

Die spezifische Energie von Lithium-Ionen-Akkumulatoren liegt in der Größenordnung von 150 Wh/kg und die Energiedichte in der Größenordnung von 400 Wh/l, womit Lithium-Ionen-Akkumulatoren vor allem im Bereich mobiler Anwendungen als elektrischer Energiespeicher interessant sind und den Aufbau kleiner und leichter Akkumulatoren erlauben. Die Selbstentladungsrate liegt im Bereich von 2 % bis 8 % pro Monat, der Temperaturbereich für den Einsatz liegt bei −20 °C bis +60 °C. Allen Lithium-Ionen-Akkumulatoren gemeinsam ist, dass die Zellen hermetisch versiegelt sind und lageunabhängig betrieben werden können. Werden Lithium-Ionen-Zellen nun überladen oder hohen Temperaturen ausgesetzt (>180 °C), wie sie bei einem Unfall entstehen können, dann bricht die Schichtstruktur der eingesetzten Metalloxide zusammen - es kommt zu einem sogenannten „thermischen Durchgehen". Bei diesem Vorgang werden hohe Energiemengen freigesetzt, die elementaren Sauerstoff bilden. Die hohe Wärme führt zu einer Verdampfung der Elektrolytflüssigkeit, welches leichtbrennbare Gase entstehen lässt. Entzündet sich dieses Gas, brennt die Lithium-Ionen-Zelle. Dieser Vorgang ist ein sich selbst verstärkender Prozess. Brennt also solch ein Akkumulator, ist er nur sehr schwer zu löschen, da die Lithium-Ionen-Zellen den zum Brand benötigten Sauerstoff selbst erzeugen. Bisher werden diese Brände mit sehr viel Wasser gelöscht, da auch die umliegenden Zellen gekühlt werden müssen. Die benötigte Wassermenge kann dabei schnell mehrere Tausend Liter Wasser erreichen.

Aufbau der E-Löschlanze

Mit einer E-Löschlanze können Brände von Lithium-Ionen-Akkus bei Kraftfahrzeugen schnell und effizient und mit einer überschaubaren Wassermenge, im Durchschnitt 2500 Liter, gelöscht werden. Die E-Löschlanze wird an einer passenden Stelle in die Batterie eingebracht, in der Regel in das Gehäuse eingeschlagen, und der Brand in den Zellen direkt durch das eintretende Wasser aus der Lanzenspitze bekämpft. Dabei ist nur eine geringe Eindringtiefe erforderlich. Die Löschlanze ist aus Edelstahl, speziell verstärkt und isoliert bis 1.000 V und in zwei Längen erhältlich, mit Verlängerungsrohr in den Längen 500 mm oder 1.000 mm.

Funktionsweise die E-Löschlanze

Das in Vollbrand stehende Fahrzeug wird mit Wasser, Schaum oder Netzmittel (Aditive) gelöscht (unter Beachtung der regionalen Bestimmungen). Gute Löschergebnisse wurden hier mit dem Aditiv F 500 erzielt. Gibt es Hinweise auf einen Batteriebrand, kommt die E-Löschlanze zum Einsatz. Durch das direkte Einbringen der Lanzenspitze in die Batterie kann ein Brand schnell und effizient gelöscht werden. Das passende Verlängerungsrohr wird, je nach Einsatzlage, an die E-Löschlanze montiert und ein D-Schlauch an die Kupplung angeschlossen. Die Lanzenspitze wird in den Batteriekasten eingebracht, indem eine zweite Einsatzkraft mittels Schlagwerkzeug (Vorschlaghammer) auf die Schlagfläche der E-Löschlanze schlägt. Die Lanzenspitze mit den Düsenöffnungen muss sicher in den Batteriekasten eingedrungen sein. Bei Abrutschen oder zu tiefer Positionierung der E-Löschlanze muss diese ggf. neu positioniert werden. Nach wenigen Augenblicken ist die Löschwirkung erkennbar. Das Löschmittel muss so lange ununterbrochen laufen, bis eine ausreichende Abkühlung der Batteriekomponenten nach dem Löschen des Batteriebrandes sichergestellt ist. Die Kontrolle der Batterie-Temperatur erfolgt mithilfe einer Wärmebildkamera.

Eine aktuelle Versuchsreihe bei der DEKRA verlief erfolgreich. Die Leistungsfähigkeit wurde nachgewiesen.

Quelle: Murer-Feuerschutz GmbH (Freigabe erteilt).



Diese Seite wurde zuletzt am 21. Dezember 2021 um 16:04 Uhr von Klaus Kapinos geändert.