Drahtglas

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Drahtglas ist ein Gussglas mit einer Drahtnetzeinlage. Es wird unterschieden zwischen Drahtgussglas, Drahtornamentglas und Drahtspiegelglas.

Drahtgussglas

Drahtgussglas (beidseitig keine polierten Oberflächen) wird sowohl als normales weisses Glas als auch farbig hergestellt. Die mittlere Lichtdurchlässigkeit zwischen 400 und 750 mm beträgt für senkrecht einfallendes Licht und für farbloses Drahtgussglas ca. 82%. Die Glasnenndicken liegen bei 6, 7, 8 und 9mm. Siehe hierzu auch DIN EN 572 Teil 5..

Drahtornamentglas

Drahtornamentglas (einseitig oder beidseitig vorgegebene Oberflächenstrukturen) ist je nach Oberflächen-Struktur (Ornament) nur bedingt durchsichtig, wohl aber lichtdurchlässig, d.h. transluzent. Von der Ornamentstruktur hängt es ab, ob Drahtornamentglas lichtstreuend oder lichtlenkend wirkt. Die mittlere Lichtdurchlässigkeit zwischen 400 und 750 mm beträgt 76 bis 88% für senkrecht einfallendes Licht. Die Glasnenndicken liegen bei 6, 7, 8 und 9 mm. Siehe hierzu auch DIN EN 572..

Drahtspiegelglas

Drahtspiegelglas ist ein transparentes, uneingefärbtes Spiegelglas mit polierten Oberflächen und einem quadratischen punktgeschweißten Drahtnetz. Die Maschenweite beträgt 12,5 mm, die Drahtdicke 0,46 mm. Die mittlere Lichtdurchlässigkeit zwischen 400 und 750 mm beträgt ca. 88% für senkrecht einfallendes Licht. Die Glasnenndicke ist sind 6 und 8 mm. Siehe auch DIN EN 572 Teil 3.

Sicherheitsaspekt

Das eingelegte Drahtnetz erschwert nicht das Brechen der Gläser, sondern es erleichtert es durch Einbringen von Inhomogenitäten und die damit bewirkte Verringerung der Grundfestigkeit. Das punktgeschweißte Drahtnetz bewirkt eine mehr oder weniger gute Bindung der Glasscherben.

Gläser mit Drahteinlage sollen nicht in Verglasungen eingesetzt werden, die im Laufbereich von Personen liegen.

Eine nachträgliche Splitter- und Durchwurfsicherung von Drahtgläsern mit Splitterschutz- oder Sicherheitsfolien ist nur dort möglich, wo die Scheiben glatte Oberflächen aufweisen.

Brandschutzaspekt

Drahtgläser in den Glasdicken von ca. 7 mm und festgelegten Abmessungen können, wenn sie bauaufsichtlich zugelassen sind, als sogenannte "Brandschutzgläser" in Bauteilen der Feuerwiderstandsklasse G nach DIN 4102 verwendet werden. Es ist darauf zu achten, dass nur Drahtnetze der Maschenweite 12,5 mm x 12,5 mm und in symmetrischer Anordnung zugelassen sind.

Drahtglas-Scheiben dürfen in Verglasungen in Rauchschutztüren nach DIN 18095 verwendet werden, wenn im Prüfungszeugnis diese Türenbauart angeführt ist.

Drahtguss-, Drehornament- und Drahtspiegel-Gläser können wie übliche Flachgläser, aber nicht zu Einscheiben-Sicherheitsgläsern (ESG), verarbeitet werden.

Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 10. Januar 2011 um 04:25 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Dieter Balkow und Christoph Schmalt.