Cybergrooming

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Wenn Täter oder Täterinnen im Internet nach ihren Opfern suchen, nennt man das „Cybergrooming“: Sie nutzen verschiedene soziale Netzwerke wie beispielsweise Instagram oder Snapchat, aber auch Facebook oder die Chatfunktion von Online-Spielen, um den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen herzustellen. Der Begriff „Cybergrooming“ kommt aus dem englischen „to groom“: jemanden auf etwas vorbereiten, sich das Vertrauen eines jungen Menschen zu erschleichen, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen.

Diese Handlungen sind als Vorbereitung zu sexuellem Kindesmissbrauch strafbar, auch wenn sie in einem Chatroom erfolgen. Im deutschen Strafrecht ist das Cybergrooming nur gegen Kinder und Jugendliche strafbar, auch der Versuch soll aktuell strafbar werden (§ 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB). Im anderen europäischen Staaten ist das kriminelle Cybergrooming auch gegen Erwachsene strafbar.

Das gezielte Ansprechen Minderjähriger im Internet mit dem Ziel sexueller Kontakte nutzen Täter*innen ausschließlich in den gängigen sozialen Netzwerken. Dabei werden Minderjährige oft anonym oder unter falschen Angaben angesprochen und beispielsweise zu Nacktaufnahmen oder sexuellen Handlungen aufgefordert. Die Motive der Täter*innen sind sehr unterschiedlich: sie reichen von sexueller Erregung, Schockierung mit Nacktbildern, Erpressung, Voyeurismus, Verkauf von Kinderpornografie oder persönlichen Treffen mit sexuellen Handlungen.

Die Täter geben sich häufig als Gleichaltrige aus und versuchen über Komplimente, als mitfühlender Zuhörer oder als Anlaufstelle bei persönlichen Problemen das Vertrauen des Kindes zu gewinnen. Ziel ist es, neben der Erlangung von Nacktfotos ein persönliches Treffen anzubahnen, um die Minderjährigen dann missbrauchen zu können.

Die Aufklärung von Cybergrooming ist bei der Polizei sehr personalintensiv. Fachleute schätzen, dass derzeit bei Kinderpornografie nur im einstelligen Prozentbereich Straftaten entdeckt und ermittelt werden können. Demnächst sollen Polizeibeamte verdeckt oder anonym, als sogen. NOEP („Nicht offen ermittelnde Polizeibeamte“), mit fingiertem Material in Chatrooms bzw. dem Darknet Kontakte zu Tätern aufnehmen dürfen.

Konkrete Tipps zur Bekämpfung von Cybergrooming sind auf der Webseite https://weisser-ring.de/praevention/tipps/cybergrooming veröffentlicht.



Diese Seite wurde zuletzt am 14. Juni 2020 um 15:38 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.