Brandschutzbekleidung

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Zur Verbesserung der Feuerwiderstandsdauer von Bauteillen (wie z. B. Stützen, Träger, Wände, Decken, Lüftungsleitungen) können diese vollständig mit mineralischen oder sonstigen Baustoffen bekleidet werden. Solche "Brandschutzbekleidungen" können bei geeigneter Ausführung bewirken, dass die Temperaturerhöhung des zu schützenden Bauteils im Brandfalle eine gewisse Zeit lang vermindert wird.

Gesamtsicht

Da die Wirkung dieser Schutzmaßnahmen nicht allein von der Art der Bekleidung abhängt, sondern durch das Zusammenwirken von Bauteil, (Werkstoff, Abmessungen, Formgebung, Rohdichte) und Bekleidung (Werkstoff, Brandverhalten, Abmessungen, Rohdichte, Befestigung) sowie Art und Größe der Bauteilbelastung während der Brandbeanspruchung bestimmt wird, kann eine Bekleidung allein nicht unabhängig von dem zu schützenden Bauteil brandschutztechnisch klassifiziert werden.

Aus diesem Grunde sind Brandschutzbekleidungen stets in ihrer vorgesehenen Ausführung zusammen mit dem jeweils zu schützenden Bauteil und bei dem während der Verwendung erwarteten Belastungszustand nach der jeweils zutreffenden Prüfnorm der Reihe DIN 4102 zu prüfen.

Konstruktive Beispiele für solche Bekleidungen sind nach Erfahrungen bei Brandprüfungen an zahlreichen Bauteilen aus Stahlbeton, Spannbeton, Stahl und Holz in der Norm DIN 4102 Teil 4 zusammengestellt worden. Aus den zeichnerischen Darstellungen und den in Tabellen angeführten technischen Daten (Werkstoff, Mindestdicke, Befestigung) geht hervor, dass die notwendigen Ausführungen solcher brandschutztechnisch wirksamen Bekleidungen von der Art und besonders der Form (Schlankheit, U/A-Wert) des zu schützenden Bauteils und der geforderten Feuerwiderstandsdauer abhängen.

Handbücher

Die in dieser Norm angeführten Ausführungen von Bekleidungen für Bauteile aus den genannten Baustoffen sind in den nachfolgend aufgezählten "Brandschutz-Handbüchern" ausführlich erläutert und es werden dabei die Gesetzmäßigkeiten der Wirkung der konstruktiven Parameter der Bekleidungen aufgezeigt:

  1. Kordina, Meyer-Ottens: Beton-Brandschutz-Handbuch
    Beton-Verlag, Düsseldorf, 1. Aufl. 1981
  2. Haas, Meyer-Ottens, Richter: Stahlbau-Brandschutz-Handbuch
    Verlag Ernst &Sohn, Berlin, 1. Aufl. 1993
  3. Kordina, Meyer-Ottens: Holz-Brandschutz-Handbuch
    verlegt von Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e. V., 2. Aufl. 1994

Geregelte Bauteile

Bauteile, die einschließlich ihrer Brandschutzbekleidungen in der Norm DIN 4102 Teil 4 angeführt und dort klassifiziert sind, gelten als geregelte Bauteile (im Sinne der Bauregellisten), für die der Nachweis des Brandverhaltens erbracht ist. Andere Ausführungen bedürfen eines Nachweises ihrer Verwendbarkeit durch ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder eine allgemeine bauaufsichtliche -->Zulassung.

Definition

Das der Vereinheitlichung der Anforderungen an Bauprodukte innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten zu Grunde liegende Grundlagendokument Brandschutz enthält z.B. in Abschnitt 4.3.1.3.4 b) "Brandschutzbeschichtungen, Bekleidungen und Schutzteile" die Definition "Diese Produkte und Systeme werden zum Brandschutz für tragende Bauteile und Konstruktionen verwendet, um die Tragfähigkeit dieser Bauteile im Brandfall zu erhöhen". Der Abschnitt enthält ferner Angaben zu Beanspruchung/ Einwirkung, Leistungskriterien und Klassifizierungen, die Bauteile mit Bekleidungen betreffen.

Normen

Die europäische Normenreihe EN 1991 bis EN 1996 sowie EN 1999 (Eurocodes) enthält jeweils in deren Teilen 2 Regelungen über Tragwerksbemessungen für den Brandfall, in denen auch brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen für Bauprodukte aufgeführt sind.

Holzbauweise

Neben diesen in der Baupraxis seit langem verwendeten "Brandschutzbekleidungen" werden neuerdings - im Sinne der Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise - HFHHolzR Fassung Juli 2004 (DIBt Mitteilungen, Heft 5/2004) - zur Verbesserung der Feuerwiderstandsfähigkeit von Bauteilen, bei denen die tragenden Teile aus brennbaren Baustoffen bestehen, "brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen" aus nichtbrennbaren Baustoffen verwendet, an deren Anwendung besondere Anforderungen gestellt werden.

Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 15. Februar 2011 um 12:19 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Jürgen Pennings.