Ultraschall-Firewall fürs Handy

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Quelle: FH St. Pölten
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 7. Mai 2018.

St. Pölten (Österreich), 04.05.2018 - Mobiltelefone und Tablets können durch sogenanntes Audiotracking mittels Ultraschall unbemerkt das Verhalten ihrer Benutzer/innen verfolgen – etwa das Betrachten bestimmter Videos oder den Aufenthalt an bestimmten Räumen und Plätzen. Darauf machte jetzt die Fachhochschule St. Pölten aufmerksam. Im Projekt SoniControl entwickelte sie eine Methode, wie dieses unbemerkte (und meist ungewollte) Ausspionieren enttarnt und blockiert werden kann. Daraus entstanden ist die nach Angaben der FH weltweit erste Ultraschall-Firewall, die nun im App Store gratis verfügbar ist. „Es gibt derzeit keine Technologie am Markt, die akustische Cookies erkennen und blockieren kann. Die in diesem Projekt entwickelte Applikation repräsentiert den ersten Ansatz, Menschen die Kontrolle über diese Art des Trackings zu geben“, so Matthias Zeppelzauer, Leiter des Projekts und Senior Researcher in der Forschungsgruppe Media Computing am Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

„Das herausforderndste an der Entwicklung der App war es, eine Methode zu entwickeln, die unterschiedliche existierende Ultraschallübertragungstechniken zuverlässig und in Echtzeit erkennen kann“, so Matthias Zeppelzauer, Leiter des Projekts und Senior Researcher in der Forschungsgruppe Media Computing am Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

Zum Hintergrund erklärte Zeppelzauer: „Das Handymikrofon ist oft permanent aktiv, um Sprachbefehle entgegen zu nehmen. Jede mobile Anwendung, die Zugriff auf das Mikrofon hat, sowie das Betriebssystem selbst können jederzeit das Mikrofon eines mobilen Endgerätes ohne Benachrichtigung aktivieren, abhören, akustische Cookies erkennen und über das Internet abgleichen.“ Die Nutzer würden über diese Informationsübermittlung im laufenden Betrieb oft nicht informiert werden. Nur eine permanente Deaktivierung des Mikros hätte bisher Abhilfe geschafft, wodurch jedoch das Gerät als Telefon unbrauchbar werde.
 

Maskieren von Ultraschall-Coockies

Im Projekt SoniControl entwickelte Zeppelzauer mit seinen Kollegen Peter Kopciak, Kevin Pirner, Alexis Ringot und Florian Taurer nun ein Verfahren, um akustische Datenübertragung zu erkennen und Gerätebenutzer zu informieren: Basis seien Signalverarbeitungsmethoden, die kontinuierlich auf das Ultraschallfrequenzband angewendet werden.

„Zur Maskierung und Blockierung des Ultraschalldatenaustauschs werden Störsignale über den Lautsprecher des eigenen Mobilgeräts gesendet. So können akustische Cookies neutralisiert werden, bevor Betriebssystem oder mobile Applikationen darauf zugreifen können. BenutzerInnen können Cookies selektiv blockieren, ohne die Funktionsweise des Smartphones zu beeinträchtigen“, berichtet die FH.

Sämtliche Projektergebnisse wurden unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Die Technik soll nun in einem Folgeprojekt weiterentwickelt werden und es sollen auf dieser Basis sichere und transparente Lösungen für Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 entwickelt werden. (Quelle / Text: Pressemitteilung FH St. Pölten)

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