Transparency Deutschland fordert nach IW-Studie mehr Engagement im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche
Quelle: Transparency Deutschland
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 13. August 2019.

Berlin, 13.08.2019 - Transparency Deutschland fordert mit Blick auf eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von der Bundesregierung mehr Engagement im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität. Dazu gehörten die Einführung eines Unternehmensstrafrechts und eines gesetzlichen Hinweisgeberschutzes sowie Mindeststandards in der Compliance und Nachbesserungen beim Wettbewerbsregister. „Die Bundesregierung muss noch in dieser Legislaturperiode die Rahmenbedingungen für integres Wirtschaften setzen“, fordert Elmar Schwager, Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft von Transparency Deutschland.

Um Korruption wirksam zu verfolgen, brauche Deutschland endlich ein Unternehmensstrafrecht. Die beabsichtigte Neuregelung des Sanktionsrechts für Unternehmen und die Erhöhung des Bußgeldrahmens reichten nicht aus. Die Erkenntnisse des IW und die großen Korruptionsfälle der vergangenen Jahre würden zeigen, dass eine Verurteilung nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) nicht abschreckend genug sei. Oft würden Korruptionsfälle nicht verfolgt, weil sich die Angestellten aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung nicht trauen würden, diese zu melden. Transparency Deutschland fordere daher ein umfassendes Hinweisgeberschutzgesetz, das Personen, die Missstände aufdecken, vor arbeits- und strafrechtlichen Konsequenzen bewahre.

Die Befragung des IW zeige, dass große Unternehmen deutlich häufiger von Korruption betroffen seien. Die Implementierung von nachweislich wirksamen Compliance-Management-Systemen (CMS) solle daher für Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden verpflichtend sein, fordert die Nichtregierungsorganisation. Unternehmen sollten ihr CMS veröffentlichen und es zum Bestandteil aller relevanten Geschäftsprozesse machen. Gleichzeitig kritisiert Transparency, dass die Eintragungsvoraussetzungen des Wettbewerbsregisters für straffällige Unternehmen zu hoch seien, da sich wirtschaftsstrafrechtliche Verfahren meist über Jahre hinziehen würden.

 

Die betreffende aktuelle Unternehmensbefragung des IW hatte ergeben, dass Korruption, Kartelle und Schwarzarbeit zu Umsatzeinbußen von rund 18 Prozent führen. Dabei wird den Angaben zufolge der Umsatzverlust durch Korruption über alle Branchen hinweg auf rund 412 Milliarden Euro geschätzt, der Umsatzverlust durch Schwarzarbeit auf schätzungsweise 313 Mrd. Euro. Bezüglich Schäden durch Kartellbildung werden laut Angaben des IW Umsatzeinbußen in Höhe von durchschnittlich 7,1 Prozent befürchtet - damit 472 Mrd. Euro jährlich für alle Branchen.


 

Kategorien E-Mail Service konfigurieren

  • Wirtschaftskriminalität, Betrug, Diebstahl, Raub, Unterschlagung, Fälschungen
  • Compliance-Verstöße (Korruption, Bestechung)

Benutzergruppe

  • Alle Benutzer