Studie: Ängste der Deutschen auf 25-Jahres-Tief

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Quelle: R+V Versicherung
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 10. September 2019.

Wiesbaden, 05.09.2019 - Die R+V-Versicherung hat Ergebnisse ihrer Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen 2019“ veröffentlicht. Demnach sind die Deutschen 2019 deutlich optimistischer als im vergangenen Jahr – so gelassen wie heute waren sie zuletzt vor 25 Jahren. Die insgesamt verbesserte Stimmung dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die aktuellen politischen Probleme mehr als jedem zweiten Bundesbürger erhebliche Sorgen bereiten, heißt es. Auf den Spitzenplätzen der repräsentativen R+V-Umfrage stehen Zuwanderungsthemen nahezu gleichauf mit den Folgen der Trump-Politik.
 

Die sieben größten Ängste der Deutschen sind laut der Studie

1. Überforderung des Staates durch Flüchtlinge (56%; Vorjahr: 63%)

2. Spannungen durch Zuzug von Ausländern (55%; Vorjahr: 63%)

3. Gefährlichere Welt durch Trump-Politik (55%; Vorjahr: 69%)

4. Überforderung der Politiker (47%; Vorjahr: 61%)

5. Politischer Extremismus (47%)

6. Wohnen in Deutschland unbezahlbar (45%)

7. Pflegefall im Alter (45%)


„Die Stimmungslage in Deutschland hat sich verbessert. Durch einen Rückgang bei fast allen Sorgen sinkt der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – von 47 auf 39 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit 1994“, so Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters. Stark gesunken sei die Furcht vor terroristischen Attentaten. Diese Angst, die nach den massiven Anschlägen in Europa in den Jahren 2016/2017 auf weit überdurchschnittliche Werte von mehr als 70 Prozent geschossen war, liegt jetzt laut Umfrage bei 44 Prozent (Vorjahr: 59 Prozent) und damit auf Platz neun im Ranking. Bei dieser Frage zeige sich deutlich, dass die Deutschen auf reale Ereignisse reagieren, sagt Römstedt: „Die Langzeitbeobachtung belegt, dass die Angst nach spektakulären Terroranschlägen steigt – insbesondere, wenn sie in Deutschland oder den Nachbarländern passieren. Bleibt es relativ friedlich, wie im vergangenen Jahr, wird auch die Angst geringer.“
 

Weitere Ergebnisse

Umweltthemen Dauerbrenner: 2019 haben 41 Prozent der Befragten Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. Ebenso viele Deutsche befürchten, dass Naturkatastrophen zunehmen und Deutschland immer häufiger von Wetterextremen wie Dürre, Hitzewellen oder Starkregen betroffen wird.

Schere zwischen Ost und West klafft wieder auseinander: In Ost und West sind die Ängste rückläufig. Da sie im Westen jedoch erheblich stärker gesunken sind, gibt es in diesem Jahr wieder deutliche Unterschiede zwischen den beiden Regionen. Im Osten sind alle Ängste größer – auch bei den Top-Themen: 64 Prozent der Bürger im Osten befürchten, dass der Staat und die Bürger durch die große Zahl der Flüchtlinge überfordert sind (im Westen: 54%); 64 Prozent der Ostdeutschen haben Angst davor, dass es durch den weiteren Zuzug von Ausländern zu Spannungen zwischen Deutschen und hier lebenden Ausländern kommt (im Westen: 53%); 60 Prozent der Ostdeutschen finden die Politik von Donald Trump bedrohlich (im Westen: 54%); 55 Prozent der Bürger im Osten haben Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten (im Westen: 41 Prozent).

Unterschiede bei Männern und Frauen: Frauen sind bundesweit traditionell etwas ängstlicher als Männer. Erheblich mehr Sorgen machen sich die Frauen um Krankheit (Frauen: 41 Prozent, Männer: 30 Prozent) und Pflege (Frauen: 49 Prozent, Männer: 40 Prozent), aber auch um Schadstoffe in Nahrungsmitteln (Frauen: 47 Prozent, Männer: 37 Prozent). Etwas gelassener als die Männer sind die Frauen bei der Angst vor der Überforderung des Staats durch die Flüchtlinge (Frauen: 54 Prozent, Männer: 58 Prozent). Während bei den Männern diese Angst auf Platz eins steht, ist es bei den Frauen die Furcht vor den Folgen der Trump-Politik.

Weitere Ergebnisse finden sich unter diesem Link.


 

Über die Studie
„Die Ängste der Deutschen“ ist eine bundesweite repräsentative Umfrage der R+V Versicherung, die sich über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren alljährlich mit den Sorgen der Bevölkerung befasst. Seit 1992 lässt das R+V-Infocenter jedes Jahr rund 2.400 Männer und Frauen im Alter ab 14 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und ökologischen Ängsten befragen. Die repräsentative Umfrage startet immer im Sommer – dieses Mal lief sie vom 13. Mai bis zum 23. Juli 2019 mit insgesamt 22 Fragen. Die wichtigsten Ergebnisse sind unter www.die-aengste-der-deutschen.de aufbereitet.


 

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