Sparkassen: Neue elektronische Identifizierung mit dem Personalausweis möglich

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Quelle: Governikus
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 21. Dezember 2017.

Bremen/Köln, 21.12.2017 – Das Bundesverwaltungsamt (BVA) hat das erste Berechtigungszertifikat für Sparkassen für die Vor-Ort-Identifizierung vergeben, eine neue Art des Auslesens und der Nutzung der auf dem Personalausweis-Chip gespeicherten Daten. Das vom Gesetzgeber seit Juli 2017 ermöglichte Verfahren biete sich überall dort an, wo Personaldaten in ein Formular übernommen werden sollen. Darauf machte IT-Lösungsanbieter Governikus aufmerksam.

Governikus: „Bei dieser Vor-Ort-Identifizierung benötigen Ausweisinhaber weder Technik noch eine aktivierte Online-Ausweisfunktion oder eine PIN. Sämtliche seit November 2010 ausgestellten Personalausweise (aktuell über 56 Millionen Stück) können für das Vor-Ort-Auslesen genutzt werden. Somit sind Unternehmen und Behörden in der Lage, benötigte persönliche Daten schnell, einfach und fehlerfrei direkt in ihre Systeme zu übernehmen.“

Das Vor-Ort-Auslesen bedarf einer Berechtigung durch das Bundesverwaltungsamt. Governikus: „Das erste Berechtigungszertifikat hat die S-Direkt Marketing GmbH erhalten, um künftig allen 396 deutschen Sparkassen die Vorteile dieser neuen Möglichkeit vor allem für Kontoeröffnungen in ihren Filialen zu ermöglichen.“

Klaus Wolter, Leiter der Vergabestelle für Berechtigungszertifikate beim BVA: "Wir sind sicher, dass mit dieser neuen Möglichkeit zur Verwendung der Chipdaten die Vorteile der gesamten Personalausweisinfrastruktur deutlich zutage treten. Die seit 2010 bereits mögliche Online-Verwendung wird dadurch gestützt werden." Wolter weiter: "Die Übernahme der auf dem Personalausweischip enthaltenen Daten dürfen natürlich nicht ohne eine vorherige Prüfung stattfinden. Die Freigabe zum Auslesen erfolgt erst nach Zustimmung durch den Ausweisinhaber und einem erfolgreichem Lichtbildabgleich mit der auf dem Personalausweis aufgedruckten Zugangsnummer bzw. CAN, im Falle der Sparkassen, durch den Sachbearbeiter in der Filiale."

Matthias Drefs, Bereichsleiter Zentrale Dienste und Projektierung bei der S Direkt-Marketing GmbH zur erteilten Berechtigung für das Vor-Ort-Auslesen: "Wir können unseren Sparkassen eine Dienstleistung anbieten, die einerseits zu 100%igen Kundendaten in ihren Systemen führt und andererseits durch die schnelle Abwicklung der Datenübernahme mehr Zeit für die individuelle Kundenberatung am Schalter gewährt."

Noch Vorarbeiten erforderlich

Für das Auslesen vor Ort wird die bisher für die Online-Nutzung ausgelegte Software des Bundes, die AusweisApp2, noch modifiziert werden müssen, berichtete Governikus. Sobald dies umgesetzt sei, werden in einer oder mehreren Sparkassen sowohl die AusweisApp2 als auch benötigte Kartenlesegeräte ausgerollt, um in sogenannte Pilotprojekten den reibungslosen Ablauf zu testen. Gespräche mit mehreren Sparkassen für eine solche Pilotierung finden den Angaben zufolge bereits statt.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass wir im Laufe des ersten Quartals 2018 die AusweisApp2 für das Vor-Ort-Auslesen mit der CAN ausliefern können", so Dr. Stephan Klein, Geschäftsführer der Governikus GmbH & Co. KG, die im Auftrag des Bundes die AusweisApp2 entwickelt. Das für das Auslesen von Personalausweisdaten benötigte serverbasierte Gegenstück, ein sogenannter eID-Server, wird künftig für die S-Direkt im zertifizierten Rechenzentrum der Governikus betrieben.

 

 

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