Rheinland-Pfalz: Sicherheitskonzept für Fastnacht setzt auch auf Datenauswertung

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Quelle: IM RLP
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 14. Februar 2020.

Mainz, 13.02.2020 - Gemeinsam mit Kommunen und Veranstaltern will die Polizei in Rheinland-Pfalz mit umfassenden Sicherheitskonzepten für ein höchstmögliches Maß an Sicherheit bei den Veranstaltungen rund um die närrischen Tage sorgen, bei denen in dem Bundesland Angaben zufolge rund 1000 größere Fastnachtsveranstaltungen und Umzüge anstehen.

„Neben einer starken Präsenz der Polizei und Sicherungsmaßnahmen haben wir in diesem Jahr in Mainz erstmals auch eine Datenauswertung eingesetzt, um potentielle Störer zu identifizieren und mit Betretungsverboten beim Rosenmontagszug zu belegen“, erläuterte Innenminister Roger Lewentz bei der Vorstellung des Sicherheitskonzepts für Fastnachtstage.

„Wir werden mögliche Störer des Mainzer Umzuges mit Hilfe einer automatisierten Datenauswertung frühzeitig identifizieren. Konkret bedeutet dies: Die Software bündelt Daten zu relevanten Straftatbeständen, wie etwa Rohheits- und Widerstandsdelikten sowie einem konkreten Veranstaltungsbezug. Treffen die zuvor festgelegten Suchparameter zusammen, kann im Vorfeld der Veranstaltung ein Aufenthalts- und Betretungsverbot ausgesprochen werden“, verdeutlichte Minister Lewentz das präventive Vorgehen. Für den diesjährigen Rosenmontagsumzug in Mainz wurden insgesamt 68 Betretungsverbote ausgesprochen.

Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei seien von Altweiberdonnerstag bis Fastnachtsdienstag rund 3700 Polizistinnen und Polizisten während der närrischen Tage im ganzen Land im Einsatz, davon allein insgesamt mehr als 2000 am Sonntag und Rosenmontag. „Die Einsatzkräfte werden dabei je nach Charakter und Umfang der Veranstaltungen eingesetzt. Dabei haben sich die individuell für jede Veranstaltung abgestimmten Sicherheitskonzepte von Veranstaltern, Kommunen und der Polizei in den vergangenen Jahren bewährt“, erläuterte der Inspekteur der rheinland-pfälzischen Polizei, Jürgen Schmitt.

Zwar würden weder dem Landeskriminalamt noch den Bundesbehörden konkrete Erkenntnisse über eine mögliche Gefährdung von Veranstaltungen vorliegen, dennoch gebe es Sicherheitsvorkehrungen durch Sperren an den Hauptzufahrtsrouten unter anderem in Wittlich, Trier, Neuwied, Mülheim-Kärlich, Ludwigshafen, Mainz, Bad Kreuznach oder Ramstein. „Die im Landeskriminalamt angesiedelte Informationssammelstelle bündelt und bewertet Meldungen der Präsidien und leitet zielgerichtet mögliche Maßnahmen ein“, so in einer Mitteilung des Innenministeriums Rheinland-Pfalz. Ein ständiger Austausch mit der Bundespolizei und den benachbarten Ländern sei ebenfalls fester Bestandteil des Informationsflusses und soll frühzeitige Erkenntnisse beispielsweise zum Anreiseverhalten von Besuchern im Vorfeld der Veranstaltungen ermöglichen.

„In der Kommunikation nach außen ist die Polizei ebenfalls klar organisiert. Die Beamtinnen und Beamten sind eindeutig als Ansprechpartner zu erkennen. Hinweisfahnen wie am Mainzer Rosenmontagsumzug oder gekennzeichnete Anlaufstellen wie in Koblenz oder Trier haben sich bewährt und gewährleisten eine unmittelbare Kontaktaufnahme. Im Fall der Fälle unterstützen Kriminalbeamtinnen und -beamte dabei, konkreten Hinweisen nachzugehen, Anzeigen aufzunehmen und Opfer von Straftaten zu betreuen“, sagte Lewentz. Die einsatzbegleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erfolge unter anderem über die etablierten Social-Media-Kanäle der Polizei Twitter, Facebook und Instagram.

Insbesondere bei großen Veranstaltungen unter anderem in Koblenz, Ludwigshafen oder Mainz werde von der Polizei Videotechnik offen eingesetzt, wurde angekündigt. Während des Umzuges in Ludwigshafen am 23. Februar werde die Videoüberwachung zusätzlich durch Drohnenaufnahmen unterstützt. Auch der Rosenmontagsumzug in Mainz werde mit Hilfe von Drohnen aus der Luft überwacht. Der Einsatz der Bodycams sei flächendeckend geplant.

Der Rosenmontagsumzug in Mainz wird, so heißt es, wissenschaftlich mit einer Feldstudie zu einem Forschungsprojekt zu öffentlichen Großveranstaltungen („Organized Pedestrian Movement In Public Spaces“) der TU Kaiserslautern und der Hochschule der Polizei begleitet. Mit dem Forschungsprojekt soll Gruppenverhalten analysiert werden, um daraus Situationsprognosen abzuleiten sowie Handlungsempfehlungen auszusprechen. (Quelle: PM von Innenministerium Rheinland-Pfalz vom 13.02.2020)

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