Nationaler Pakt Cybersicherheit gestartet

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Quelle: BMI
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 28. Oktober 2019; zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2019.

Berlin / Dortmund, 28.10.2019 - Der Nationale Pakt Cybersicherheit wurde heute (28.10.2019) offiziell beim Digitalgipfel in Dortmund gestartet. Dieses in Deutschland bislang einzigartige Vorhaben soll den Rahmen bilden für eine bessere Vernetzung der relevanten Akteure im Bereich der Cybersicherheit in Deutschland. Damit wird die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der Sensibilisierung vor Gefahren des Cyberraums unterstützt und weiter vorangetrieben werden. Ferner sollen die vielen guten Lösungen und Angebote für mehr Cybersicherheit in Deutschland im Sinne von „Best Practice“ einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und genutzt werden.

In der ersten Projektphase des Nationalen Paktes werden möglichst alle Beteiligten und ihre Beiträge im Bereich der Cybersicherheit auf der Basis einer systematischen Erhebung erfasst. Hierbei lautet die Kernfrage: Wer engagiert sich in Deutschland mit welchem Ziel und Beitrag für die Cybersicherheit? Die Ergebnisse münden in einem Gesamtbild der Cybersicherheitsaktivitäten in Deutschland („Online Kompendium Cybersicherheit“). Um ein möglichst breites Spektrum abzudecken, wurde heute (28.10.2019) auf der Webseite www.nationaler-pakt-cybersicherheit.de ein Aufruf veröffentlicht, über den jeder und jede seinen relevanten Beitrag für mehr Cybersicherheit in Deutschland melden kann, um Eingang in das "Online Kompendium Cybersicherheit" zu finden.

Darüber hinaus wurden auf der Website des Paktes eine Übersicht der bestehenden staatlichen Angebote und Strukturen auf Bundesebene für mehr Cybersicherheit bereitgestellt. Diese Übersicht wird fortgeschrieben und auch für die anderen Gesellschaftsbereiche im Laufe der weiteren Erhebungen ausgebaut.

Für die Begleitung und öffentlichkeitswirksame Unterstützung des Nationalen Paktes wurde eine paritätisch mit Männern und Frauen besetzte „Quadriga“ aus bekannten und hochrangigen Persönlichkeiten der jeweiligen Gesellschaftsgruppen gebildet. Die Quadriga wird der Initiative ein Gesicht nach außen geben und soll für Identifikation sorgen. Sie besteht aus folgenden Persönlichkeiten:  

  • Gesellschaftsgruppe Wirtschaft: Claudia Nemat (DTAG)
  • Gesellschaftsgruppe Wissenschaft: Prof. Dr. Mira Mezini (TU Darmstadt/CRISP)
  • Gesellschaftsgruppe Zivilgesellschaft: Klaus Müller (vzbv)
  • Gesellschaftsgruppe Staat: Prof. Dr. Günter Krings (BMI)

 

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern für Bau und Heimat, Professor Dr. Günter Krings, betonte hierzu: Der Nationale Pakt Cybersicherheit schafft die Voraussetzungen für einen Schulterschluss zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Er sorgt somit für eine ganzheitliche Betrachtung aller in der Gesellschaft vorangetriebenen Maßnahmen zur Cybersicherheit. Es handelt sich um ein bislang einzigartiges Vorhaben in Deutschland, mit dem wir eine bessere Vernetzung erreichen und zum Ausbau der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der Sensibilisierung vor Gefahren des Cyberraums beitragen wollen.

Zum heutigen Startschuss des Nationalen Paktes Cybersicherheit erklären die weiteren Quadrigamitglieder:

Claudia Nemat hob hervor, dass der Nationale Pakt Cybersicherheit den gesamtgesellschaftlichen Ansatz unterstreicht und der Wirtschaft die Chance bietet, durch Vernetzung und das Teilen von Best Practices im Bereich der Cybersicherheit, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.

Professor Mira Mezini: Angesichts der zunehmenden Verbreitung und des komplexen Zusammenspiels digitaler Angebote und Plattformen ist Cybersicherheit und die Gewährleistung der digitalen Souveränität der Bürger eine herausfordernde Aufgabe, die durch einen Nationalen Pakt für Cybersicherheit angegangen werden sollte. Für die Wissenschaft ist neben der Gewinnung neuer Erkenntnisse in den Bereichen Cybersicherheit und Datenprivatheit essenziell, Forschungsergebnisse in die Praxis zu transferieren und den wissenschaftlichen Nachwuchs für diese Themen zu begeistern.

Klaus Müller: Verbraucherinnen und Verbraucher sind angesichts der nahezu täglichen Meldungen zu gestohlenen Identitäten, gehackten Passwörter und Phishingattacken massiv verunsichert. Sie benötigen dringend Unterstützung durch Staat, Wissenschaft und Wirtschaft. In diesem Sinne bildet der Nationale Pakt Cybersicherheit eine bedeutende Plattform, um Best Practices zur Verbesserung des Schutzes personenbezogener Daten, des allgemeinen IT-Sicherheitsniveaus und der Durchsetzung der bestehenden Rechte auszutauschen und umzusetzen.

 

Hintergrundinformationen:
Der Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode sieht vor, dass alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, Hersteller, Anbieter und Anwender sowie die öffentliche Verwaltung in gemeinsamer Verantwortung für digitale Sicherheit in einem Nationalen Pakt Cybersicherheit einzubinden sind.

Im ersten Schritt werden alle wesentlichen Akteure und ihre Beiträge im Bereich der Cybersicherheit auf der Basis einer systematischen Erhebung erfasst.

Der Nationale Pakt Cybersicherheit sieht zudem verschiedene Kommunikationsmaßnahmen vor, z.B. Veranstaltungen, Pressemitteilungen, Internet und soziale Medien, um die vier Gesellschaftsgruppen Staat, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft möglichst eng einzubinden.

Im zweiten Schritt wird die Quadriga mit den identifizierten herausragenden Akteuren der Cybersicherheitslandschaft Deutschlands eine gesamtgesellschaftliche Erklärung zur Cybersicherheit erarbeiten und vorstellen (Zeitfenster Mitte 2020).

In einem dritten Schritt soll das Ergebnis der Erhebung einer wissenschaftlichen Wirkungsmessung unterzogen werden, um weiterführende Handlungsempfehlungen, insbesondere für die nächste Legislaturperiode, zu generieren.

 


Weitere Informationen finden Sie unter: Nationaler Pakt Cybersicherheit (www.nationaler-pakt-cybersicherheit.de; www.cyberpakt.de).
 


(Quelle/Original-Content: Pressemitteilung von Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vom 28.10.2019, veröffentlicht auf SecuPedia)

 

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