KÜS fordert Zugang zu Daten für die Fahrzeugüberwachung

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Quelle: KÜS-Bundesgeschäftsstelle
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 10. September 2019.

Losheim am See, 10.09.2019 - Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V., kurz KÜS, fordert "einen freien, uneingeschränkten Zugang zu allen Daten, die für die gesetzlich geregelten Fahrzeugprüfungen und deren Weiterentwicklung unabdingbar sind“. Dies betreffe im Sinne der Verkehrssicherheit die Überwachungsinstitutionen, das Kfz-Gewerbe und nicht zuletzt die Verkehrsteilnehmer. "Wir sehen bei den sehr schnell voranschreitenden Technologien im Bereich des automatisierten Fahrens Handlungsbedarf. Die Überprüfung der Fahrzeuge durch die Prüforganisationen muss möglich sein", so KÜS-Bundesgeschäftsführer Peter Schuler.

Die übermittelten Daten müssen dann laut KÜS-Forderung auch „zwingend unverfälscht“ sein. Hierbei gehe es auch um Unfalldaten. Diese würden den Sachverständigen etwa auf eventuelle Vorschäden hinweisen und einen konkreteren Blick auf die technische Beschaffenheit des Fahrzeuges über das gesamte Autoleben vermitteln. „Die Datenhoheit muss beim Fahrzeughalter liegen. Daher ist ein Datenmonopol der Hersteller kontraproduktiv, es enthält allen mit dem Fahrzeug Befassten wichtige Daten vor“, kritisiert KÜS.

Nach Auffassung der Organisation müssen die Systeme über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges geprüft werden können. Inzwischen sei eine Anpassung der Daten durch die Hersteller auch ohne Werkstattaufenthalt möglich. Mit dem sogenannten Over-the-Air-Verfahren können Funktionen und Daten geändert werden, ohne dass der Halter oder andere davon etwas erfahren würden. Daher sei auch eine unabhängige Dokumentation und Überprüfung der aktuellen Softwareversionen und von Updatevorgängen unbedingt notwendig.

„Es sollte die Möglichkeit einer zusätzlichen anlassbedingten Untersuchung geben. So können egal zu welchem Zeitpunkt auftretende Fehler in den Fahrassistenzsystemen und denen für Umwelt und Sicherheit entdeckt werden. Daraus resultiert ein Gewinn an Sicherheit. Mit Over-the-Air ist das kein Problem“, erklärt KÜS. „Ein Lösungsansatz für den Zugang zu Fahrzeugdaten ist aus unserer Sicht ein sogenanntes Trust-Center. So kann die Speicherung und Verwaltung über eine neutrale, von den Herstellern unabhängige Fahrzeugdatenplattform erfolgen. Diese soll von einer beliehenen, also hoheitlichen Stelle betrieben werden.“

Gefordert wird eine Zertifizierung des gesamten Weitergabeprozesses von Fahrzeugdaten. Nur Befugte bekämen so Zugang zu den Daten der herstellerunabhängigen Fahrzeugdatenplattform. Eine Standardisierung werde mittelfristig angestrebt, ebenso die Verankerung in den internationalen Typgenehmigungsvorschriften von Fahrzeugen.

Zum Hintergrund erklärt KÜS: „In den 1980er und 1990er Jahren wurden die ersten elektronischen Systeme in neuen Fahrzeugen verbaut. Nur der Hersteller konnte Daten dieser Systeme pflegen und auslesen, und nur die seiner Modelle. Durch die verschärften Abgasgrenzwerte wurden die Schnittstelle und die Datenformate normiert, sodass in der Folge über die gesetzlich vorgeschriebene OBD-Buchse (On Board Diagnostic) relevante Werte auch bei der Abgasuntersuchung zur Hauptuntersuchung ausgelesen werden konnten. Allerdings sind meistens nur diese Daten in der für die Überwacher "lesbaren" Klarsprache vorhanden, andere Informationen sind häufig herstellerspezifisch formatiert. Für sie ist dann eine spezielle Übersetzung notwendig, an der unter anderem auch die KÜS arbeitet. Aus Gründen der Cyber-Security beginnen einige Hersteller, die nicht gesetzlich geregelten Informationen zu verschlüsseln, um den Zugriff auf die Schnittstelle und die Daten gegen den Zugriff Unberechtigter zu unterbinden. Als Argument für diese Verschlüsselung dienen Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, bei denen es unter anderem über einen Fehler im Infotainmentsystem möglich war, den Motor während der Fahrt zu stoppen. Es ist davon auszugehen, dass alle Fahrzeughersteller ihre Daten verschlüsseln werden. Für die KÜS und alle Fahrzeug-Überwachungsinstitutionen muss der Zugang zu den prüfungsrelevanten Daten jedoch ermöglicht werden.“

Auch im Bereich der Prüfung von Nutzfahrzeugen (Lkw) und Zweirädern sei der Zugang und die Nutzung der Fahrzeugdaten erforderlich. Hier sei die KÜS ebenfalls bereits tätig.



 

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