Kriminalstatistik: Berlin

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Quelle: Senator für Inneres und Sport Berlin
Veröffentlicht von SecuMedia am 26. Februar 2016.

Berlin, 26.02.2016. Berlins Innensenator Henkel und Polizeipräsident Klaus Kandt haben am Freitag die Kurzfassungen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und der Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2015 vorgestellt.

Die 2014 aufgestellten Tiefstände bei der Gewaltkriminalität wurden im vergangenen Jahr noch einmal unterboten. Die Fallzahlen für Mord und Totschlag, Rohheits- und Sexualdelikte haben stark abgenommen. Sowohl auf Straßen und Plätzen als auch in Bussen und Bahnen ist die Gewalt deutlich zurückgegangen. Erhebliche Steigerungen gab es hingegen bei Taschen- und Ladendiebstählen sowie bei Kellereinbrüchen.

Die Zahl von Mord und Totschlag sank im vergangenen Jahr um 19 Fälle (-14,5 Prozent) auf 112 Fälle. Das ist nach 2013 der zweitniedrigste Wert im Zehnjahresvergleich. Die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte liegt mit 34 Fällen auf dem tiefsten Stand der letzten zehn Jahre.

Die Sexualdelikte haben um 199 Fälle (-6,7 Prozent) auf 2.792 Fälle abgenommen. Die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen reduzierte sich auf 623 Fälle (-8,9 Prozent).

Im Jahr 2015 wurden 60.287 Rohheitsdelikte erfasst. Das sind im Vergleich zum bisherigen Rekordtief 2014 noch einmal 783 Fälle weniger (-1,3 Prozent). Die Zahl der Raubtaten ist das dritte Jahr in Folge auf den niedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich gesunken ( 5,1 Prozent). Vor allem die Zahl der Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen ( 9,8 Prozent) hat sich positiv entwickelt.

Die Jugendgruppengewalt ist um 7,5 Prozent gesunken, die Gewalt in Bussen und Bahnen um 8,9 Prozent. Rückläufig war auch die Zahl der Opfer. Im Jahr 2015 wurden 76.054 Personen Opfer von Straftaten, die zu den PKS-Opferdelikten zählen. Das sind noch einmal ein Prozent weniger als im Vorjahr.

Insgesamt wurden für das Jahr 2015 in Berlin 569.549 Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Das sind 26.393 Fälle bzw. 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote betrug im Jahr 2015 43,9 Prozent und lag damit einen Prozentpunkt unter dem Wert des Vorjahres.

Innensenator Henkel: „Dort, wo wir Schwerpunkte setzen, verzeichnen wir weiter deutliche Erfolge. Vor allem die Gewalt ist in Berlin weiter auf dem Rückzug. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Gewalttat zu werden, hat sich gegenüber dem Jahr 2007 praktisch halbiert. Mit dieser positiven Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Auch bei Wohnungseinbrüchen stehen wir besser da als viele andere Gegenden in Deutschland. Der Druck bei anderen Diebstahlsdelikten bleibt jedoch hoch. Hier bleibt viel zu tun. Vor allem die Taschendiebstähle wachsen trotz zahlreicher Maßnahmen und mehr Festnahmen ungebremst weiter. Auch die steigende Zahl von Kellereinbrüchen und Ladendiebstählen drücken auf die Aufklärungsquote.“

Insgesamt stieg die Zahl der Diebstähle im Vergleich zu 2014 um 24.224 Fälle (+10 Prozent) auf 267.123. Damit machen diese Delikte mittlerweile knapp die Hälfte der Kriminalität im Land Berlin aus. Der Anstieg der Diebstähle entspricht in etwa auch dem Anstieg der Gesamtkriminalität im Jahr 2015.

Mit 8.278 Fällen hat vor allem die Zahl der Taschendiebstähle im Berichtsraum sehr deutlich auf einen neuen Höchststand von 40.399 zugenommen (+25,8 Prozent). Ladendiebstähle (+14 Prozent) und Kellereinbrüche (+34,6 Prozent) steigen ebenfalls stark an, die Zahl der Fahrraddiebstähle nimmt leicht zu (+4,8 Prozent).

Die Zahl der Wohnraumeinbrüche sinkt um 344 Fälle auf 11.815 Fälle (-2,8 Prozent). Die Versuchsquote steigt dabei auf 42 Prozent, was im jahrzehntelangen Vergleich ein Rekordhoch ist. Vier von zehn Taten bleiben demnach erfolglos.

Im Rahmen des „Kriminalpolizeilichen Meldedienstes in Fällen Politisch motivierter Kriminalität“ wurden im Jahr 2015 3.770 Fälle gemeldet. Damit sinkt das Fallaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 127 Fälle bzw. 3 Prozent. In 693 Fällen handelte es sich um Gewaltdelikte (-13 Prozent).

Im Phänomenbereich Politisch motivierte Kriminalität – rechts stieg das Fallaufkommen im Berichtsjahr von 1.560 auf 1.655. Das ist ein Anstieg um 95 Fälle (6 Prozent). Die Fallzahlen bei den Gewaltdelikten stiegen um 35 auf 143 Fälle (+32 Prozent).

Bei der Politisch motivierten Kriminalität – links wurden 314 Fälle weniger registriert ( 23 Prozent). Insgesamt wurden in diesem Bereich 1.059 Fälle aufgenommen. Die Gewaltdelikte sanken von 496 Fällen im Jahr 2014 auf 361 Fälle (-27 Prozent).

Die politisch motivierte Ausländerkriminalität sank um 54 Fälle (-16 Prozent) auf 282 Fälle.

Die Kurzberichte zur Polizeilichen Kriminalstatistik Berlin 2015 und der Lagebericht zur politisch motivierten Kriminalität 2015 sind als Download im Internet verfügbar unter:

http://www.berlin.de/sen/inneres/sicherheit/polizei/kriminalstatistiken-und-lagebilder/2015/artikel.449721.php

Die Langfassung der Polizeilichen Kriminalstatistik Berlin 2015, die Lagedarstellung der politisch motivierten Kriminalität und der Kriminalitätsatlas sind als Download im Internet verfügbar unter:
http://www.berlin.de/sen/inneres/sicherheit/polizei/kriminalstatistiken-und-lagebilder/2015/artikel.449721.php




 

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