Kriminalstatistik: Bayern

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche
Quelle: StMI Bayern
Veröffentlicht von SecuMedia am 23. März 2016; zuletzt aktualisiert am 24. März 2016.

München, 23.03.2016. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat am Mittwoch die  Kriminalstatistik des Freistaats für 2015 vorgestellt. Mehr als ein Viertel aller in Bayern registrierten Straftaten, nämlich rund 211.000, waren im letzten Jahr ausländerrechtlichen Verstöße. Rechnet man sie heraus, ergibt sich eine gegenüber dem Vorjahr geringere Kriminalitätsbelastung und eine höhere Aufklärungsquote. Herrmann: „Bereinigt um die ausländerrechtlichen Verstöße haben wir 2015 einen Rückgang um 12.698 Straftaten auf 594.899 Delikte zu verzeichnen. Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt in Folge der gestiegenen Fallzahlen durch illegale Grenzübertritte bei 6.350, bereinigt um die ausländerrechtlichen Verstöße aber bei 4.687 und damit 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die so bereinigte Aufklärungsquote hat sich leicht um ein knappes Prozent verbessert". Herrmann hob hervor, dass die bayerische Polizei diese Ergebnissen trotz erhöhter Zusatzbelastungen (Großeinsätze rund um den G7 Gipfel, Flüchtlingsströme und die anhaltenden Terrorgefahren) erzielt habe.

Besorgt zeigte sich der Minister über die Entwicklung der Kriminalität von nichtdeutschen Tatverdächtigen. Auch ohne Berücksichtigung der Zuwanderer, wie zum Beispiel der Asylbewerber, setze sich der Langzeittrend, den man auch auf Bundesebene seit geraumer Zeit beobachten könne, weiter fort: „Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen steigt, der Anteil der Deutschen sinkt. Der Trend ist im Fünfjahresvergleich eindeutig.“ So lag - weiterhin ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße - der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger im Jahr 2011 bei 24,2 Prozent und 2015 bei 31,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer von 1,7 Prozent im Jahr 2011 auf 6,4 Prozent im Jahr 2015 zu.

Im Bereich der Gewaltkriminalität haben sich die Fallzahlen nach dem erfreulichen Rückgang um vier Prozent im Jahr 2014 bei 19.220 Straftaten eingependelt. Herrmann: „Vor zehn Jahren hatten wir noch 3.000 Delikte mehr in diesem Bereich zu verzeichnen. Seither setzt sich der stete Rückgang an Straftaten fort.“ Unter den Delikten im Bereich der Gewaltkriminalität waren auch insgesamt 1.811 Fälle, die durch Zuwanderer begangen wurden, davon 898 innerhalb und 913 außerhalb von Asylbewerberunterkünften. Herrmann: „Diese Entwicklung werden wir genau im Auge behalten.“

Deutliche Rückgänge gibt es in bestimmten Bereichen der Gewaltkriminalität: So etwa ein Minus von 4,2 Prozent bei der gefährlichen Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen. Oder um 15,4 Prozent beim Totschlag sowie um 7,2 Prozent bei der räuberischen Erpressung. Allerdings hatte Bayern im Jahr 2015 auch einen Anstieg um insgesamt 18 auf 133 Mordfälle zu verzeichnen. Die Anzahl der vollendeten Delikte ist im Vergleich zu den Vorjahren jedoch nahezu konstant geblieben. Die Aufklärungsquote von 95,5 Prozent war gewohnt hoch.

Nach einem Rückgang im Vorjahr um 12,5 Prozent stiegen die Fälle mit Tatmittel Internet nun wieder um 12,7 Prozent auf nahezu 24.000 Straftaten. Herrmann: „Dabei müssen wir gerade bei der Internetkriminalität im Allgemeinen von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen, da viele Straftaten nie zur Anzeige gebracht werden. Der Gesamtschaden lag bei sage und schreibe 16 Millionen Euro.“ Die Bandbreite erstrecke sich dabei von der Beleidigung bis hin zum Sexualdelikt. Besondere Sorge bereitet Herrmann in diesem Kontext auch der starke Anstieg an Erpressungsdelikten mit einem Plus von 61 Prozent. Zunehmend betroffen von Schadprogrammen auf den Computern sind öffentliche Einrichtungen und Behörden. „Cyberangriffe etwa auf  Krankenhäuser und Gemeinden und auf ihre Vielzahl von sensiblen und vertraulichen Daten sind besonders problematisch, da hier die gesamte Administration lahmgelegt werden kann.“

Bei den Diebstahlsdelikten ist ein Gesamtrückgang der Fallzahlen um 4,6 Prozent auf 185.250 Delikte zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt bei 35,8 Prozent und hat sich im Vergleich zu 2014 leicht verbessert. Besonders zuversichtlich stimmt Herrmann, dass im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls das ganzheitliche Maßnahmenkonzept Bayerns erste Erfolge zeige. So zeichne sich nach jahrelangem Anstieg der Fallzahlen für 2015 eine moderate Entspannung durch rückläufige Fallzahlen ab. Insgesamt wurden 7.480 Delikte registriert, 8,9 Prozent weniger als 2014. Zuwanderer waren in 2,9 Prozent tatverdächtigt. Die Aufklärungsquote liegt nun bei 15,9 Prozent.

Herrmann sagte abschließend, dass Bayern erneut eine hervorragende Kriminalitätsbilanz dank einer hoch engagierten und professionellen Polizeiarbeit aufweise. Trotz der hohen Arbeitsbelastung beispielsweise durch die Flüchtlingskrise sei es der im letzten Jahr erneut gelungen, das deutschlandweit einmalige Niveau an innerer Sicherheit in Bayern zu gewährleisten und gleichzeitig andere Aufgaben nicht zu vernachlässigen. Das gelte im Übrigen auch für den Bereich der Verkehrssicherheit. Um die Spitzenposition der Bayerischen Polizei noch weiter ausbauen zu können, habe die Bayerische Staatsregierung massiv in Personal und Technik investiert. Herrmann: „Mit mehr als 41.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir den höchsten Personalstand aller Zeiten bei der Bayerischen Polizei. Und wir legen kräftig nach mit dem Ziel, bis 2025 mindestens 10.000 Polizeibeamte einzustellen.“




 

Kategorien E-Mail Service konfigurieren

  • Sicherheitspolitik, Polizei, Geheimdienste, Recht und Justiz

Benutzergruppe

  • Alle Benutzer