Kanzlerin zu den Morden von Hanau: "Rassismus ist ein Gift"

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Quelle: BPA / BMI / BMJV /Bundestag
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 20. Februar 2020.

Berlin, 20.02.2020 - Wie Medien berichteten, hatte ein Täter am Mittwochabend (19.02.2020) in Hanau (Hessen) zehn Menschen erschossen und mehrere Menschen verletzt. Bei dem Anschlag wird ein rechtsradikaler und rassistischer Hintergrund angenommen. Zu den Morden von Hanau äußerte heute die Kanzlerin: "Ich denke jetzt vor allem an die Familien und Freunde der Ermordeten. Niemand kann von uns ermessen, welches Leid der Täter über sie gebracht hat. Ich trauere mit Ihnen und spreche ihnen meine tiefe Anteilnahme aus", so Merkel.

"Es wird alles unternommen, um die Hintergründe dieser entsetzlichen Morde bis ins Letzte aufzuklären", erklärte die Bundeskanzlerin weiter. Sie werde auch während des Europäischen Rates in Brüssel "fortlaufend über den weiteren Gang der Ermittlungen und über den Zustand der Verletzten informiert werden." Derzeit weise vieles auf ein rechtsextremistisches Motiv hin. "Rassismus ist ein Gift. Der Hass ist ein Gift. Wir stellen uns denen, die versuchen, in Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen." (Quelle: Video der Bundesregierung vom 20.02.2020)

Das Bundesinnenministerium erklärte: "Die Gedanken sind bei den Opfern und den Hinterbliebenen in Hanau. Bundesinnenminister Horst Seehofer reist nach Hanau. Gemeinsam mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht wird er sich sich vor Ort über den aktuellen Stand der Erkenntnisse informieren."

„Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. Wir müssen die Hintergründe der Tat gründlich aufklären und alles tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern", erklärte Christine Lambrecht zur Tat in Hanau.

Zu der Gewalttat in Hanau erklärt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble:
"Ich trauere mit den Angehörigen der in Hanau Ermordeten, und ich wünsche den Verletzten möglichst schnelle körperliche Genesung. Die seelischen Verletzungen werden bleiben. Die offene Gesellschaft ist vor mörderischen Angriffen wie in Hanau nie hundertprozentig zu schützen. Aber solche Wahnsinnstaten geschehen nicht im luftleeren Raum, sie wachsen in einem vergifteten gesellschaftlichen Klima, in dem auf übelste Weise Fremdenfeindlichkeit und abwegigste Verschwörungstheorien geschürt werden, bis Minderheiten als Bedrohung empfunden werden und Diskriminierung in zügellosen Hass umkippt. Sich dem nicht zu beugen, dafür tragen wir alle Verantwortung, Politik und gewählte Repräsentanten in besonderem Maße. Herausforderungen und damit einhergehende Konflikte dürfen wir nicht beschweigen, aber wie wir darüber politisch diskutieren, um Wege für ein menschliches Miteinander zu finden, bestimmt mit darüber, solchen offensichtlich rassistischen Taten vorzubeugen. Gelingt und das nicht, machen wir uns mitschuldig."


 

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