it-sa Nürnberg: Der erste Tag

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche
Quelle: Eigenbericht
Veröffentlicht von SecuMedia am 19. Oktober 2016; zuletzt aktualisiert am 26. Oktober 2016.

Nürnberg, 18.10.2016. Die Messe it-sa gehört zu den bedeutendsten Ereignissen der IT-Sicherheitsbranche. Jeden Herbst treffen sich in Nürnberg Anbieter und Anwender von IT-Sicherheitstechnik und IT-Sicherheitsdienstleistungen. SecuPedia Redakteur Peter Hohl berichtet täglich, was er Interessantes auf der Messe entdeckt hat.

Dienstag, 18. Oktober
Sie finden mich alle Tage in Halle 12 am Stand 624 der <kes>. Wenn ich nicht da bin, hinterlassen Sie bitte Ihre Visitenkarte mit Standnummer. Dann versuche ich Sie noch in den Besuchsplan einzufügen.
Die Messe ist täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr, am Donnerstag bis 17 Uhr

Hier nun also die Erkenntnisse und Entdeckungen des ersten Messetages:

Am Vorabend: Staatsempfang in der Kaiserburg

In stilvoller Atmosphäre: Messechef Peter Ottmann (links) und Finanzstaatssekretär Alber FürackerTraditionsgemäß lädt die Bayerische Staatsregierung am Vorabend der it-sa ausgewählte Messeakteure zu einem Staatsempfang in den Rittersaal der Nürnberger Kaiserburg ein. "Nicht dass Sie denken, hier kommt jede Woche zu Beginn einer Messe ein Minister oder Staatssekretär her", hob Messechef Peter Ottmann die Sonderstellung der it-sa im Nürnberger Veranstaltungskalender hervor: "Es ist schon bemerkenswert, welche Bedeutung der Freistaat Bayern dem Messethema IT-Sicherheit beimisst". Finanzstaatssekretär Albert Füracker lieferte die Fakten dazu. Sehr früh habe Bayern Sicherheit für die staatliche und behördliche IT realisiert. Dass der Freistaat auch Standort vieler wichtiger Anbieter ist, mag zum Aufstieg der it-sa zur mittlerweile weltweiten Nummer 2 der IT-Sicherheitsevents (Ottmann: "Nach San Francisco, aber inzwischen deutlich vor London"). Die Halle 12 ist mit 490 Ausstellern bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht.


2017 wird die Messe also zwangsläufig in andere Hallen (Hallen 9 und 10) umziehen müssen, wenn sie nicht aus den Nähten platzen will (Tipp für Aussteller: Dann gibt es nicht mehr die alten Stammplätze. Frühzeitig buchen könnte eine gute Idee sein.)

Eröffnung

Eine gute und eine schlechte Nachricht hatte Peter Ottmann am ersten Morgen auch für ein außergewöhnlich zahlreiches Eröffnungspublikum. Beide lauteten: Die it-sa ist ausgebucht! Die Bedeutung des Themas und der Messe zeigen auch zwei interessante neue Länderbeteiligungen: Frankreich und Israel.

Weitere hochrangige Redner: EU-Kommissar Günther H. Oettinger (mit einer Videobotschaft), Winfried Holz, Präsidiumsmitglied des Bitkom ("Sicherheit ist die Mutter aller IT-Systeme"). BSI-Präsident Arne Schönbohm ("Die it-sa ist der Enabler der Digitalisierung") und Peter Batt, Leiter der IT-Abteilung im BMI ("Der Wohlstand unseres Landes hängt davon ab, wie wir den Weg in die digitalisierte Welt bewältigen") betonten die existenzielle Bedeutung der IT-Sicherheit angesichts der tagtäglichen Angriffe und der Lebenswichtigkeit der Daten im Zeitalter der Digitalisierung.

BSI
Im Focus beim BSI: Die gemeinsame Präsenz mit der französichen Partnerbehörde ANSSi (Agence nationale de la sécurité des systémes d'information). Anne Abecassis und Jean Sauvegrain stehen am BSI-Stand für Gespräche über die deutsch-französische Zusammenarbeit in der Informationssicherheit. Sie soll einerseits Antwort auf die grenzüberschreitenden Angriffe sein, andereseits aber durch Austausch und gegenseitige Unterstützung auch die Sicherheitslage innerhalb der beteiligten Länder  erhöhen.

Eröffnungspressekonferenz
Zahl der Aussteller: +14%., Fläche +15%. Das sind die stolzen Wachstumszahlen, die Frank Venjakob bei der Pressekonferenz bekannt gab. BSI Präsident Arne Schönbohm kündigte für 9. November die Herausgabe eines Lageberichts zur Cyber-Sicherheit an. Er forderte die Geschäftsführer und Vorstände der Unternehmen auf, Digitalisierung und IT-Sicherheit als einheitliche Aufgabe zu betrachten. Fazit: "Die Situation ist ernst, die Angriffe nehmen zu, das BSI wird im nächsten Jahr ebenfalls wachsen, aber wir müssen zusätzlich gemeinsam das Thema IT-Sicherheit vorantreiben". Winfried Holz, Präsidiumsmitglied des Bitkom, erläuterte die jüngste vom Bitkom veranlasste Studie über die IT-Sicherheit bei Privatanwendern. Und schließlich: Ein Privatissimum in Prinzipien der IT Sicherheit von einem Vertreter der Aussteller. Torsten Valentin, Geschäftsführer der SecuLution GmbH zog Parallelen zwischen der Fliegerei, bei der Sicherheit aus vielen Komponenten besteht, und der IT-Sicherheit, die man auch nicht auf den Virenscanner reduzieren sollte.


HID Global

Bei HID Global, Spezialist für Identitätssicherheit, treffe ich Dirk Losse, der mir eine völle neue Möglichkeit zeigt, mit Hilfe des Smartphones Zugänge abzusichern. Beispiel: Online-Banking. Man meldet sich normal an und wird dann vom System durch das Smartphone aufgefordert, den Zugang und/oder die Finanztransaktion zu validieren - einfach durch einen Schieber "Bestätigen". Die Philosophie hinter dem System, das auch zur Absicherung von Cloud-Zugängen genutzt werden kann: "Sicherheit muss benutzerfreundlich sein, sonst wird sie abgelehnt oder umgangen". (Stand 403)

Balabit

Was stellen Sie sich unter "User Behavior Analytics" vor? Die Antwort gibt Martin Grauel bei Balabit am Stand 401: Mit einer Lösung namens "Blindspotter" werden typische Verhaltensweisen privilegierter IT-Benutzer (typische Login-Zeit, typische Zielsysteme und vieles mehr) erfasst und als Profil gespeichert. Hierfür werden unterschiedliche Maschinen-Learning-Algorithmen eingesetzt. Jede neue Tätigkeit des Anwenders wird dann mit seinem Profil und dem ähnlicher Benutzer abgeglichen. Fallen dem System Abweichungen auf, werden diese priorisiert und als Meldung bereitgestellt.


BfV
Das Bundesamt für Verfassungsschutz erstmals auf der it-sa! Ich treffe Bodo Becker, den Mann, der im BfV für Wirtschaftsschutz zuständig ist. Und mit der Personalie ist auch das Motiv für die Beteiligung an der Nürnberger Messe klar: „Es gibt im Bereich Cyberspionage, Cybersabotage und Cyberdjihad Felder, die wir als Nachrichtendienst bearbeiten. Wir wollen uns dazu gern mit den IT-Sicherheitsverantwortlichen in Wirtschaft und öffentlichen Stellen vernetzen.“

NTTSecurity

Bei NTTSecurity hat mich das Stichwort DDoS hellhörig gemacht. Patrick Schraut erklärt, dass sorgfältig zwischen drei verschiedenen Arten von DDoS unterschieden werden muss: Volumenangriffe (neuerdings über dem Terabit-Bereich), Angriffe gegen die Infrastruktur (z.B. die Firewall) und schließlich gegen die Applikationen (Webserver, Datenbanken). Die Leistung von NTT besteht im Wesentlichen aus einer Gesamtberatung (Prevent, Predict, Detect und Respond). Wie das genau geht? NTTSecurity ist Mitaussteller am SAP-Stand 322 und erklärt es gern (warum bei SAP? Doch, auch bei SAP macht Security Sinn und wird mittlerweile ernst genommen).


Kaspersky

Kaspersky Lab ist immer wieder Quelle vieler interessanter Meldungen auf SecuPedia. Darum zunächst einmal ein Dankeschön! Was das Unternehmen auf der it-sa als Neuheit zeigt, ist nicht minder bemerkenswert: Ein zentralisiertes cloudbasiertes IT Security Managementsystem mit der Bezeichnung "Kaspersky Endpoint Security Cloud". Mit der zentralen Web-Konsole lassen sich Workstations, Fileserver und mobile Geräte verwalten. Vorkonfigurierte IT-Security-Standardrichtlinien sind sofort wirksam, nachdem die Lösung installiert ist. Und: Das System schützt Benutzer anstelle von Geräten: Sicherheitsrichtlinien werden unabhängig von Gerätetyp oder Plattform automatisch auf alle Geräte des Benutzers angewendet. Fazit: Einfaches und flexibles Management. Stand 416.


Trend Micro

Bei Trend Micro treffe ich Richard Werner und das Gespräch kommt relativ schnell beim Thema Ransomware an. Kernaussage: „Die Zahl der Fälle ist in letzter Zeit zwar langsam zurückgegangen. Aber wir erwarten für Ende des Jahres einen erneuten Anstieg. Der Grund: Wir beobachten zur Zeit wie eine neue Kette (Exportkit, also ein Baukasten zum Ausnutzen von Schwachstellen, Ersteller der Malware und dann die Versender) aufgebaut wird“. Bei Trend Micro wird am Mittwoch eine neue Version von „OfficeScan XG“ vorgestellt, das bereits Schutzmechanismen gegen diese zu erwartende Gefahr enthält. Daneben stellt Trend Micro auf der it-sa einen neuen Ansatz zur Absicherung von Endpunkten vor, bei dem maschinelles Lernen eine zentrale Rolle spilet. Genaueres am Stand 310.


Bitkom Executive Dinner und ein erstes Résumé

Traditionell richtet der Bitkom einen Treffpunkt der "Executives" der Branche aus. Wie immer Plattform für interessante Gespräche und freundliche Kontakte, Wiedersehen mit alten Bekannten und Begegnungen mit bemerkenswerten neuen Branchenkollegen. Ich gestehe es: Auch das Essen war richtig gut :-)

Und das Urteil über diesen 18. Oktober? Der erste it-sa-Tag war eine Klasse für sich. Ich komme schon seit Jahrzehnten auf Messen; aber ich habe noch nie erlebt, dass eine Messehalle an einem ersten Messetag derart  brummt. Ich bin stolz darauf, diese Messe ins Leben gerufen und nach Nürnberg gebracht zu haben. Und ich gratuliere dem Team der NürnbergMesse schon nach diesem ersten Tag zu dem, was es mit Engagement, Kompetenz und Herzblut daraus gemacht hat.

Seien wir gespannt auf den zweiten Tag!

Und noch eine Vorwarnung: Für Donnerstag Abend ist in Nürnberg eine Kundgebung mit Demonstrationszug angemeldet. Ich verspreche Ihnen für morgen Informationen über den Zugweg und eventuell zu erwartende Verkehrsbehinderungen für Abbau und Abreise von der Messe.


Bis Morgen!
Ihr
Peter Hohl

Zum zweiten Tag
Zum dritten Tag


*
 

Kategorien E-Mail Service konfigurieren

  • Datenschutz / Datensicherheit
  • Sicherheitsmarkt
  • Veranstaltungen in Deutschland

Benutzergruppe

  • Alle Benutzer