Einbruchschutzanforderungen für Tore liegen nun vor

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Quelle: ttz
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 8. Juni 2020.

Hagen, 08.06.2020 - Um den „Produktbesonderheiten“ von Toren für den Bereich des Einbruchschutzes Rechnung zu tragen, gibt es auf europäischer Ebene bereits seit Langem Aktivitäten, torspezifische Anforderungen für den Einbruchschutz zu definieren. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Nun ist mit der DIN/TS 18194:2020-07 ein Regelwerk verfügbar, "das im Konsens zwischen der bayerischen Polizei, Prüfstellen, Torherstellern, dem BVT-Verband Tore und dem Industrieverband Tore Türen Zargen entwickelt wurde". Darauf macht der Industrieverband Tore Türen Zargen e. V. (ttz) aufmerksam: "Die DIN/TS 18194 ist aktuell die einzige Prüfgrundlage zur Klassifizierung des Einbruchschutzes von Toren, da DIN EN 1627-1630 (aktuell veröffentlichte Fassung) Tore nicht erfassen bzw. in den Anwendungsbereichen explizit ausschließen."  Zu der neuen Prüfgrundlage für Tore informiert der Verband unter anderem:


DIN/TS 18194 speziell für Tore entwickelt

  • Dieses Dokument legt die Anforderungen, Prüfverfahren und Klassifizierungssysteme der einbruchhemmenden Eigenschaften von Toren nach DIN EN 13241 fest, die für den Einbau in Bereichen für den Zugang von Personen dienen und die hauptsächlich für einen sicheren Zugang für Güter und von personengeführten Fahrzeugen im industriellen, gewerblichen und Wohnbereich gedacht sind. Es gilt nicht für Türen und Fenster, die durch die EN 14351-1, DIN EN 14351-2 und DIN EN 16361 abgedeckt sind.

 

  • In dem Dokument werden torspezifische Anforderungen in Bezug auf den Probekörper und den Prüfrahmen, aber auch in Bezug auf die Prüfverfahren (hier für die statischen, dynamischen und manuellen Einbruchversuche) definiert.

 

  • Zwar orientiert sich die DIN/TS 18194 in großen Teilen an den Normen DIN EN 1627-1630, greift aber die produktspezifischen Besonderheiten von Toren auf, insbesondere in den Anforderungen der Prüfung, aber besonders auch in der Bewertung der Ergebnisse.

 

  • Besonders herauszuheben ist das Versagenskriterium für die statischen, dynamischen und manuellen Prüfungen. Hier wurde das Erreichen einer durchgangsfähigen Öffnung in den Vordergrund gestellt. Diese durchgangsfähige Öffnung wird in der Norm mit verschiedenen Querschnitten definiert, durch die ein entsprechender Prüfkörper hindurchgeschoben werden kann.

 

  • Des Weiteren wird der Angriff auf das Torblatt gesondert definiert; analog zum Angriff auf Fenster in Türen oder Fenster der DIN EN 1627-1630. Für die Widerstandsklassen RC1N und RC2N erfolgt kein Angriff auf das Torblatt (sogenannter Flächenangriff). Für die Widerstandsklassen RC2 bis RC6 gelten die Vorgaben nach DIN EN 1630. 

 

  • Ein normativer Anhang A stellt unterschiedliche Tortypen und Kraftangriffspunkte dar, die sich auf Kräfte auf das Torblatt (Fläche, Spalten) und Kräfte in Öffnungsrichtung (Auf-/Hochschubsicherung) beziehen. Damit sind alle gängigen Tortypen in der DIN/TS 18194 erfasst.

    (Quelle: PM von ttz vom 08.06.2020 - weitere Informationen hier)

 

Hinweis: Normenreihe DIN EN 1627-1630 gilt nicht für Tore
Zum Hintergrund informiert der Industrieverband Tore Türen Zargen e. V. (ttz): Der Bereich Einbruchschutz für Tore wurde bisher nicht mit einer Regel bzw. Norm erfasst. Europäische Normen zur Definition des Einbruchschutzes wurden nur für Türen und Fenster entwickelt. Mit der Normenreihe DIN EN 1627-1630 finden sich Prüfanforderungen für statische, dynamische und manuelle Einbruchversuche sowie deren Klassifizierung wieder, die aber originär aus dem Tür- und Fensterbereich stammen.

Ungenaue Anwendungsbereiche in den Normen DIN EN 1627-1630 hatten zur Folge, dass Prüfungen auch für Tore auf Basis der DIN EN 1627-1630 durchgeführt wurden, obwohl der Anwendungsbereich der Normen Tore explizit ausschließt: „(…) Dieses Dokument gilt nicht für Türen, Tore und Schranken, die für den Einbau im Bereich für den Zugang von Personen dienen und die hauptsächlich für einen sicheren Zugang für Güter und von personen-geführten Fahrzeugen im industriellen, gewerblichen und Wohnbereich gedacht sind, welche in den Anwendungsbereich der EN 13241 fallen.(…)“.

Somit fehlt am Markt eine Einbruchschutznorm für Tore. Ein Zustand, der zusammen mit der falschen Anwendung der EN 1627-1630 für Tore den Betreiber stets weiter verunsichert. (Quelle: ttz)
 



Bezug der vorab bereitgestellten Vornorm mit Ausgabedatum Juli 2020 "DIN/TS 18194:2020-07 Tore - Einbruchhemmung - Anforderungen, Prüfung und Klassifizierung" über Beuth Verlag hier

 

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