Cybersicherheit: EU-Rat legt Standpunkt zu Cybersicherheitszentren fest

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Quelle: EU Rat
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 13. März 2019.

Brüssel, 13.03.2019 - Um Europa besser vor den stetig zunehmenden Cyberbedrohungen schützen zu können, baut die EU eine neue Struktur auf, mit der Kompetenzen für Cybersicherheit in den Bereichen Forschung, Technologie und industrielle Entwicklung gebündelt und vernetzt werden sollen.

Der Ausschuss der Ständigen Vertreter hat dem rumänischen Ratsvorsitz heute das Mandat erteilt, mit dem Europäischen Parlament Verhandlungen über die Einrichtung einer hochkarätigen Wissensbasis für Cybersicherheit, des sogenannten Europäischen Kompetenzzentrums für Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung, und eines Netzes nationaler Koordinierungszentren aufzunehmen. Beide Strukturen sollen die Sicherheit im digitalen Binnenmarkt erhöhen und die EU im Bereich Cybersicherheit eigenständiger machen.

Alexandru Petrescu, rumänischer Minister für Kommunikation und die Informationsgesellschaft, Präsident des Rates: „Es liegt im strategischen Interesse der EU, zu gewährleisten, dass wir über die nötigen Kapazitäten und Fähigkeiten verfügen, um unsere Netze und digitalen Dienste zu schützen. Die strukturierte Zusammenlegung und gemeinsame Nutzung von Forschungskapazitäten und die Einführung innovativer Cybersicherheitslösungen wird ein starker Impuls für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Cybersicherheitsindustrie gegenüber globalen Akteuren sein.“

Das Kompetenzzentrum für Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung wird für eine bessere Koordinierung der Forschung und Innovation im Bereich Cybersicherheit sorgen. Zudem soll es das Hauptinstrument der EU für die Bündelung von Investitionen in Forschung, Technologie und industrielle Entwicklung im Bereich Cybersicherheit sein.

Das Kompetenznetz für Cybersicherheit wird aus nationalen Koordinierungszentren bestehen, die von den Mitgliedstaaten benannt werden. Die nationalen Zentren verfügen entweder selbst über technisches Fachwissen auf dem Gebiet der Cybersicherheit, etwa in den Bereichen Kryptografie, Angriffserkennung oder menschliche Sicherheitsaspekte, oder haben Zugang dazu.

Zusammen mit dem Netz soll das Zentrum als Mechanismus für die Umsetzung der finanziellen Unterstützung aus den Programmen "Horizont Europa" und "Digitales Europa" für den Bereich Cybersicherheit dienen. Gemeinsam werden sie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Cybersicherheitsbranche steigern und Cybersicherheit zu einem Wettbewerbsvorteil für andere Wirtschaftszweige der EU machen.

Die Finanzmittel für die Zentren werden hauptsächlich aus den Programmen "Digitales Europa" und "Horizont Europa" bereitgestellt; darüber hinaus sollen freiwillige Beiträge der Mitgliedstaaten möglich sein.

Der betreffende Verordnungsvorschlag sieht noch eine dritte Struktur vor, nämlich eine "Kompetenzgemeinschaft für Cybersicherheit", die die wichtigsten Interessengruppen zusammenbringen soll, um das Fachwissen im Bereich Cybersicherheit EU-weit zu verbessern und zu verbreiten. Zu den Mitgliedern sollen unter anderem Vertreter der Industrie, der Hochschulen und gemeinnütziger Forschungsorganisationen sowie öffentlicher Einrichtungen, die sich mit operativen und technischen Fragen beschäftigen, und gegebenenfalls Akteure aus anderen Sektoren, die mit Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit zu tun haben, gehören.

Das Zentrum soll für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2029 eingerichtet werden. Anschließend soll es aufgelöst werden, sofern nicht – im Zuge einer Überprüfung der Verordnung – etwas anderes beschlossen wird.

Die EU besitzt bereits eine Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA), die zu einer ständigen EU-Agentur für Cybersicherheit aufgewertet werden soll, sobald der – derzeit noch als Entwurf vorliegende – Rechtsakt zur Cybersicherheit im Frühjahr förmlich angenommen worden ist. Die Tätigkeit des neuen Europäischen Kompetenzzentrums für Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung wird die Aufgaben der ENISA ergänzen, wobei Überschneidungen vermieden werden sollen.

Die Verhandlungen zwischen dem Rat und dem Europäischen Parlament beginnen heute Abend.

(Quelle/Original-Content: Pressemitteilung von Rat der EU vom 13.03.2019, veröffentlicht auf SecuPedia)

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