Brandschutz braucht mehr Digitalisierung

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Quelle: VOMATEC
Veröffentlicht von Datakontext am 19. Mai 2022.

Die Digitalisierung, Standardisierung und Vernetzung liegen sowohl in der IT als auch in der Telekommunikation im Trend. Diese Entwicklungen werden auch die Sicherheitstechnik zunehmend betreffen, so auch den Brandschutz. VOMATEC nennt vier konkrete Vorteile der Digitalisierung für den vorbeugenden Brandschutz.

1. BIM und digitale Zwillinge

Das Building Information Modeling (BIM) ist in vielen Ländern bereits ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudeplanung. Auch in Deutschland wird BIM aufgrund der vielfältigen Vorteile künftig eine wichtige Rolle spielen. Mit BIM können sogenannte digitale Zwillinge von Gebäuden erstellt werden, also virtuelle 3D-Modelle, die alle Räumlichkeiten und vorhandenen Gegenstände exakt abbilden. Beim vorbeugenden Brandschutz können Sicherheitsexperten anhand dieser digitalen Zwillinge detaillierte Simulationen erstellen, etwa im Hinblick auf mögliche Personenströme im Brandfall bei der Gebäuderäumung. Auf dieser Informationsbasis können die Taktik von Löschtrupps oder die Fluchtwegeplanung verbessert und so insgesamt Evakuierungsmaßnahmen optimiert werden.

2. Dynamische Feuerwehrlaufkarten

Status quo in Deutschland sind statische Feuerwehrlaufkarten in Papierform, die Informationen wie Gebäudeübersicht, Meldergruppen, Sprinklerzentralen oder Zugangs- und Fluchtwege enthalten. Ein wichtiger Entwicklungsschritt wären hier dynamische Feuerwehrlaufkarten, die Echtzeitinformationen bieten, zum Beispiel aktuelle Daten von Brandmeldern, Videosystemen oder IoT-Geräten. Basierend hierauf können Einsatzkräfte dann bessere Angriffspunkte und Fluchtwege ermitteln. Nicht immer ist schließlich der kürzeste Fluchtweg auch der beste. Die momentan statischen Prozesse können so abgelöst werden. Sie führen vielfach dazu, dass zum Beispiel die Laufwege von Rettungskräften und Flüchtenden kollidieren. Dadurch werden Löscharbeiten und Evakuierungen behindert. Idealerweise sind die Feuerwehreinsatzkräfte zur Unterstützung sogar mit Tablets ausgestattet, auch wenn das eine eher mittel- oder langfristige Vision ist.

3. Videoüberwachung

Der Nutzen von Videosystemen im Brandfall steht außer Frage. Durch die Videoüberwachung erhalten Einsatzkräfte zielgenaue Informationen für Rettungsaktivitäten in Echtzeit. Videosysteme sind auch ein Beispiel für die zunehmende Standardisierung in der Sicherheitstechnik. ONVIF (Open Network Video Interface Forum) hat sich hier als der De-facto-Standard herauskristallisiert, der von fast allen Herstellern von Videokameras inzwischen unterstützt wird. Damit ist zum einen eine Kompatibilität unterschiedlicher Systeme gewährleistet und zum anderen eine problemlose Anbindung an Gefahrenmanagementsysteme.

4. Personenerfassung durch Zutrittskontrolle und Melder 

Entscheidend für schnelle Evakuierungsmaßnahmen im Falle eines Brandes ist die genaue Kenntnis über Anzahl und Ort von Personen in einem Gebäude. Zutrittskontrollsysteme, Präsenzmelder und Bewegungssensoren sind dabei wichtige Hilfsmittel. Auch die Zutrittskontrolle liefert dabei ein Beispiel für die Standardisierung und Vernetzung. Wie bei der Videotechnik der ONVIF-Standard gewinnt hier der OSDP (Open Supervised Device Protocol)-Standard verstärkt an Bedeutung. 

„Noch dominieren in der Sicherheitstechnik proprietäre Lösungen. Aber auch in der klassischen Einbruch- oder Brandmeldetechnik ist der allgemeine Digitalisierungs- und Standardisierungstrend nicht mehr aufzuhalten“, betont Udo Ziemer, Technical Consultant bei VOMATEC. „An einer Digitalisierung in diesen Bereichen führt allein schon deshalb kein Weg vorbei, weil sie Vernetzung von Daten und Einsatzkräften sowie vor allem Geschwindigkeit bietet. Schließlich darf man eines nicht vergessen: Letztlich geht es fast immer um Menschenleben.“ 
 

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