WikiLeaks

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo WikiLeaks

WikiLeaks ist eine der ersten erfolgreichen "Enthüllungsplattform" im Internet, auf der aus unterschiedlichen Gründen geheimgehaltene Dokumente veröffentlicht werden.

Für weltweite Bekanntheit sorgte die Veröffentlichung einer Vielzahl von diplomatischen US-Berichten über zahlreiche Regierungen ab November 2010 (Operation Cablegate). Als Whistleblowing-Quelle soll der amerikanische Soldat Bradley Manning gedient haben.

Daraus entwickelte sich (neben dem Stuxnet-Wurm) ein erster globaler Cyberwar. Zunächst wurde per Denial-of-Service (DoS) Attacke vermutlich versucht, die Veröffentlichung zu verhindern. WikiLeaks wich daraufhin zunächst auf Miet-Internet-Server des Unternehmens Amazon aus. Als Antwort auf die bald folgende Sperrung dieser Server durch Amazon und die andauernden DDos-Angriffe begannen Internetaktivisten (Operation Payback der Gruppe Anonymous) ihrerseits mit DDoS-Attacken auf Unternehmen, die sich vermeitlich gegen WikiLeaks stellten. Neben Amazon betraf das auch Unternehmen, die ihre geschäftlichen Aktivitäten bei der Finanzierung von WikiLeaks einstellten (u.a. PayPal, MasterCard, Bank of America).

Als nächste Eskalationsstufe wurde die technische Erreichbarkeit von WikiLeaks (Internet-Domäne) gesperrt. Es gelang jedoch, über eine Verlinkung in der Schweiz den Weiterbetrieb kurzfristig abzusichern. Durch weltweite Unterstützung wurden zudem binnen weniger Tage mehr als 2000 Mirrorseiten (Spiegelseiten) im Internet bereitgestellt, so dass der Weiterbetrieb von WikiLeaks nicht mehr in Frage stand.

Allerdings wurde der WikiLeaks-Gründer später angeklagt für Vorfälle, die außerhalb der Enthüllungsplattform stehen. Auch haben sich die Mitstreiter untereinander so zerstritten, dass WikiLeaks zeitweise abgeschaltet wurde. Dazu trug der ungenügende Informantenschutz bei.

Zwischenzeitlich wurden aber eine Vielzahl von weiteren Informationsplattformen (z.B. OpenLeaks durch einen ehemaligen WikiLeaks-Mitstreiter, Indymedia) für geheimgehaltene Dokumente aufgebaut. Zudem existieren im Internet mehrere Websites für anonyme Veröffentlichungen der sogenannten Whistleblower. Selbst große Zeitungen und Zeitschriften, wie die WAZ oder der Stern, stellen mittlerweile anonyme Upload-Portale im Internet bereit. Das Wort "geleakt" hat dazu entsprechenden Eingang im deutschen Sprachraum gefunden.

Bezüglich der IT-Sicherheit ist hierbei zu verzeichnen, dass dem Schutz von Daten, die einer Geheimhaltung unterliegen, auf technische Weise zukünftig wohl mehr Gewicht als organisatorische Maßnahmen zukommen wird (z.B. DLP-Systeme). Finden geheimzuhaltende Daten erstmal einen Weg in das Internet, ist deren öffentliche Zugänglichkeit auch nicht mehr zu stoppen.


Weblinks


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 28. Juni 2013 um 18:24 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl und Admin.

Anzeigen