Wassernebel-Systeme

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nach bestimmten Regeln und Grundsätzen projektierte und errichtete stationäre Feuerlöschanlage. Spezielle Form einer Wasserlöschanlage, die dadurch gekennzeichnet ist, dass feinzerstäubtes Wasser (Durchmesser der überwiegenden Tropfenmenge deutlich unter 0,1 mm) aus offenen Düsen gleichzeitig über einen vorzugsweise dreidimensionalen Bereich so versprüht wird, dass der Brandherd vom Wassernebel eingeschlossen ist. Diese Anlagen können manuell oder automatisch ausgelöst werden.

Wirkungsprinzip

In einem 1:1-Brandversuch wird ein Wassernebel-System vor der VdS-Anerkennung getestet (Foto: VdS)
Aufgrund dieser Tatsache und spezieller Düsengestaltung (vorzugsweise Dralldüsen) und Düsenanordnung (vorzugsweise horizontale Sprührichtung) wird eine relativ lange Schwebedauer des Wassernebels erreicht. Durch die große Zahl kleinster Tropfen entsteht bei Auslösung eine sehr große Gesamtoberfläche, deren enorme Kühlwirkung und weitere physikalische Effekte sich positiv auf den Löscherfolg auswirken.


Einsatzbereiche

Daher lassen sich sogar Bereiche sichern, die üblicherweise nicht mit Wasserlöschanlagen geschützt werden. Wassernebel-Systeme werden heute z.B. in historischen Gebäuden, Kliniken, in Maschinenräumen oder Lackiereinrichtungen eingesetzt, und zwar (vorzugsweise stationär) zur Brandbekämpfung, Brandlöschung, Verhinderung bzw. Begrenzung der Brandausbreitung, Rauchgasauswaschung und / oder Kompensation von bauordnungsrechtlichen Defiziten eingesetzt. Man unterscheidet zwischen Niederdruckanlagen (bis ca. 12 ... 15 bar) und Hochdruckanlagen (bis 200 bar).


Normen und Richtlinien

Schwierig war bei der Nutzung dieser Technologie die unbefriedigende Vorgabensituation in Europa: Die CEN TS 14972 ist seit Jahren in der Überarbeitungsphase, die Anwendung der amerikanischen NFPA 750 ist gerade in Europa nicht immer einfach. Auch die systemspezifischen VdS-Handbücher für Planung und Einbau dieser Anlagen verweisen bisher auf die „Sprinklerbibel“ VdS CEA 4001 oder die VdS 2109 für Wassernebel-Löschanlagen.

Seit 2015 gibt es jedoch mit der neuen VdS 3188 eigene Richtlinien für die Planung und den Einbau von Wassernebel-Sprinkleranlagen und -löschanlagen. Sie gelten für Techniken, die in ihren Auslegungsparametern nicht der VdS CEA 4001 oder der VdS 2109 entsprechen, Tropfen mit einem Durchmesser von weniger als 1 mm und einen Systemdruck von über 16 bar verwenden.

Nach VdS-Angaben[1] haben anerkannte Wassernebel-Systeme für viele Schutzbereiche ihre Gleichwertigkeit zu Sprinkler-, Sprühwasser- oder Gaslöschanlagen in 1:1-Brandversuchen bewiesen.

Eine tagesaktuelle Übersicht der VdS-anerkannten Systeme wird es künftig auf http://www.vds.de geben, die neuen Richtlinien VdS 3188 sind auf Deutsch und Englisch im VdS-Webshop (www.vds-shop.de) verfügbar.


Synonyme

  • Wasservernebelungsanlage
  • Feinsprüh-Technik


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: VdS schließt Lücke bei Wassernebel-Systemen


Siehe übergeordnetes Stichwort


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 2. September 2015 um 18:54 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Gert Beilicke.

Anzeigen