Videoüberwachung

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Unter Videoüberwachung versteht man die Beobachtung von Objekten, Personen oder Geländestrecken mittels Videokamera und Monitor. Die Videoüberwachung wird in der Regel in einem geschlossenen System über festverlegte Kabel konzipiert (CCTV = Closed Circuit Television). Es kann auch ein offenes Fernsehsystem mit drahtloser Bildübertragung oder ein Mischsystem installiert werden.

Bei der Installation von Videoüberwachungsanlagen sind ab 18. Juni 2015 die Anwendungsregeln der Norm DIN EN 50132-7:2013-04 verbindlich[1]

In der einfachsten Form der Videoüberwachung werden lediglich Videokamera und Monitor verbunden. Je nach Aufgabenstellung wird es jedoch notwendig sein, weitere Komponenten in das Videoüberwachungssystem mit einzubeziehen. Nach Funktionsbereichen kann je nach Anwendungserfordernis die Videoüberwachung um folgende Systemkomponenten erweitert werden:

Übertragen

Bei CCTV-Systemen können zur Signalübertragung in Abhängigkeit von der Entfernung entweder Koaxialsysteme, 2-Draht-Systeme oder Glasfasersysteme eingesetzt werden. Eine Sonderform ist die sogenannte Slow-Scan-Übertragung, bei der über das öffentliche Telefonnetz in zeitlichen Abständen zwischen 1 bis 10 sec. Einzelbilder übertragen werden. Die Übertragungsgeschwindigkeit richtet sich hierbei in erster Linie nach der Übertragungskapazität des Telefonnetzes sowie der tatsächlichen Datenübertragung pro Videobild (es werden nur die Veränderungen einer Bildinformation übertragen).


Umschalten

Mit Kameraschaltern, Videoquadsystemen, Videomultiplexern oder Videokreuzschienen werden Videobilder auf verschiedene Beobachtungsmonitore oder Beobachtungsplätze verteilt und geschaltet.


Detektieren

Bei Videoüberwachungssystemen, bei denen nicht eine ständige Beobachtung durch das Sicherheitspersonal gegeben ist, können Video-Bewegungsmelder eingesetzt werden, die nicht vorgesehene Bildveränderungen erkennen und anzeigen. An den Videobewegungsmelder werden häufig Videorekorder oder Digitale Bildspeicher DBSP (Video-Bildspeicher) zur unmittelbaren Dokumentation des so ausgelösten Alarms angeschlossen.


Steuern

Mit Telemetrie-Systemen werden Funktionen zum Schwenken und Neigen von Kameras, Brennweitenveränderungen und Scharfstellen von Objektiven, Ein- und Ausschalten von Beleuchtungsquellen, Heizen oder Kühlen von Wetterschutzgehäusen und ähnliches gesteuert.


Aufzeichnen

Zur Dokumentation und eventuellen späteren Auswertungen von Videobildern werden Videorekorder, meist als Videolangzeitrekorder, eingesetzt. Da die Videorekorder meist eine geringere Auflösung als gute CCD-Kameras haben, kommen zunhmend digitale Bildspeichersysteme DBSP (Video-Bildspeicher) zum Einsatz. Zur unmittelbaren Dokumentation werden an das Videobeobachtungssystem auch Videoprinter angeschlossen, die einen Hardcopy-Bildnachweis liefern.


Beleuchten

Bei Tag- und Nacht-Videoüberwachung ist in den Fällen, bei denen die Lichtempfindlichkeit der Videokamera nicht ausreicht, eine Beleuchtungsquelle vorzusehen. In der Regel verwendet man hierbei Infrarot-Lichtquellen (Infrarotscheinwerfer). Sonderfall: Restlichtkameras.


Schützen

Zum Schutz gegen Umwelteinflüsse werden bei Außeninstallationen grundsätzlich Wetterschutzgehäuse eingesetzt. Sie schützen die Kamera gegen Regen, Kälte, Hitze und Staub.

Ab dem Ende der 90er Jahre wurde im deutschsprachigen Raum intensiv über die Videoüberwachung im öffentlichen Bereich diskutiert, die in anderen Ländern (Monaco, Großbritannien) bereits erfolgreich realsiert ist. Nachdem den (datenschutz-)rechtlichen Bedenken in der Konzeption Rechnung getragen wurde (Ausblenden privater Bereiche, besondere Kontrolle der Zoom-Funktion, geregelter und protokollierter Zugang zu den aufgezeichneten Bildern), wird ein zügiger Ausbau entsprechender Systeme erwartet.


Datenschutz

Videoüberwachung im öffentlichen Raum muss stets auch unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes geplant werden.


Videoüberwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die unabhängigen Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern haben auf eine Orientierungshilfe für die datenschutzkonforme Ausgestaltung von Vedeoüberwachungstechnik in Bussen und Bahnen erstellt. Sie steht unter http://www.lfd.niedersachsen.de/download/101172/Orientierungshilfe_Videoueberwachung_in_oeffentlichen_Verkehrsmitteln.pdf zum Download bereit.[2]

Ein Verbot der Videoüberwachung in den Bussen und Bahnen der Hannoverschen üstra AG durch die niedersächsische Datenschutzbeauftragte hat das Verwaltungsgericht Hannover am 10. Februar 2016 aufgehoben.[3] Begründung: Die üstra AG nehme mit dem Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs hoheitliche Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge wahr und sei insofern öffentliche Stelle im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes. Auf öffentliche Stellen in den Ländern sei das Bundesdatenschutzgesetz aber nur unter weiteren, hier nicht gegebenen Voraussetzungen anwendbar. Das einschlägige Landesdatenschutz erlaube aber kein Verbot, sondern nur eine Beanstandung der Aufzeichnung. Für die Verkehrsbetriebe greife nicht das Bundesdatenschutzgesetz mit der Möglichkeit von Verboten.


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Übergangsfrist für Video-Fachfirmen endet – Norm ab Juni 2015 verbindlich!
  2. SecuPedia Aktuell: Videoüberwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln
  3. Urteil VG Hannover 10 A 4379/15


Weblinks


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 12. Februar 2016 um 14:37 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Lowien, Katharina Geutebrück, Wolfgang Wüst, Redaktion, Admin und Hans Schilling.

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