Verhaltenserkennung

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Durch Einsatz von Überwachungstechnik sowie offene und verdeckte Ermittlungen versuchen Sicherheitskräfte terroristische oder kriminelle Aktionen möglichst schon in der Planungs- und Vorbereitungsphase zu entdecken und deren Ausführung zu verhindern.

Doch auch wenn Planung und Vorbereitung terroristischer oder krimineller Aktionen nicht entdeckt wurden, besteht bis kurz vor der Tatbegehung, also in der Vortat-Phase, eine Chance, das Vorhaben zu erkennen und zu verhindern. Diese Chance lässt sich erhöhen, wenn Sicherheitspersonal systematisch dafür sensibilisiert wird. Notwendig ist eine Awareness an den Gefahrenorten.

Zu den vorkommenden, als auffällig einzustufenden Verhaltensmustern zählten unter anderem Bewegungsabläufe, die wie fremdgesteuert wirkten. Auch die „unauffällige“ Übergabe von Gepäckstücken kann z. B. entdeckt werden. Hier spielten Gesten eine besondere Rolle. Insgesamt wurde festgestellt, dass bei den Gesten der späteren Täter sowohl die „Illustratoren“, die eine verbale Äußerung begleiten, die „Regulatoren“, die die Interaktion zwischen den Gesprächspartnern verdeutlichen, und die „Adaptoren“, die meist unbewusste emotionale Zustände widerspiegeln, Auffälligkeiten zeigten. Insbesondere die Adaptoren können Hinweise auf den Grad der Erregung geben. So deuten zum Beispiel Händekneten, „Nesteln“ oder Hand-Hals-Gesten auf den Versuch der Erregungsabfuhr hin. Auch wenn die Täter aus anderen Kulturkreisen stammen, sind die Adaptoren vergleichbar und kaum trainierbar.

Dabei steht die menschliche Wahrnehmung im Mittelpunkt. Einen Menschen, eine Sache, ein Geschehen wahrzunehmen, das bedeutet noch nicht zwingend auch „das Erkennen von besonderen Verhaltensweisen“, die als mögliche Vorbereitungshandlung terroristischer oder krimineller Aktionen dienen. Erkennung ist als kognitiver Prozess der Abstraktion zu verstehen, bei dem eine Wahrnehmung einem Begriff oder Konzept zugeordnet wird. Das setzt bei dem betreffenden Menschen Wissen und Motivation voraus.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 15. Mai 2017 um 10:15 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.

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