Verbundsicherheitsglas

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Verglasung in mehrschichtigem Aufbau aus Silikat- und/oder Kunststoffglas, deren Schichten mit Kunststofffolie oder Spezialharz fest verbunden werden und die für folgende Zwecke konzipiert sein kann:

  • Absturzhemmend (Pendelschlagversuch)
  • Durchwurfhemmend (Kugelfallversuch)
  • Durchbruchhemmend (Axtmaschinenversuch)
  • Durchschusshemmend (Beschussversuch)
  • Sprengwirkungshemmend (Explosionsversuch)

Funktionen

Gegen Absturz sichernde Verbund-Verglasungen dienen in erster Linie dem Unfallschutz. Sie bestehen in der Regel aus zwei Glasscheiben, die mit einer 0,38 mm bzw. mit einer 0,76 mm PVB-Folie verklebt sind. Verwendung in Schulhäusern, Turnhallen, Balkonbrüstungen, Fenstertüren, Treppenhäusern mit bodenebenen Fenstern usw.

Bei durchbruchhemmenden Verbundgläsern ist der Anteil an PVB-Folie für den Widerstand, d.h. die Durchbruchzeit maßgebend. Je dicker die PVB-Schicht zwischen den beiden Glasscheiben, um so mehr Zeit muss für einen Durchbruch aufgewendet werden.

Bei durchschusshemmenden Verbundgläsern ist der Glasanteil für den Widerstand maßgebend. Zum Beispiel dient die PVB-Folie nur zum Zusammenkleben der Glasscheiben. Für durchschusshemmende Verbundsicherheitsgläser wird insbesondere in der Schweiz auch der Begriff Panzerglas gebraucht.

Verbundsicherheitsgläser werden eingesetzt als Unfallschutz, als ein- und ausbruchhemmende Verglasungen in Schaufenstern, Banken, Versicherungen, Kernkraftwerken, Portierlogen, Privathäusern usw.


Durchwurfhemmung

Durchwurfhemmung gemäß der europäischen Norm DIN EN 356:

(Kennzeichnung mit P1A bis P5A): Um den Widerstand einer Verglasung gegen Steinwürfe zu prüfen, wird das Glas waagrecht eingespannt. Dann lässt man eine Stahlkugel von ca. 4 kg Gewicht aus unterschiedlichen Höhen auf die Verglasung fallen.

  • P1A: Fallhöhe 1,50 m
  • P2A: Fallhöhe 3,00 m
  • P3A: Fallhöhe 6,00 m
  • P4A: Fallhöhe 9,00 m
  • P5A: Fallhöhe 9,00 m (3x)

Die früheren Widerstandsklassen A1, A2 und A3 gemäß DIN 52290 (Teil 4) sind mit den neuen Widerstandsklassen P2A, P3A und P4A vergleichbar.


Durchbruchhemmung

(Kennzeichnung mit P6B bis P8B): Hier wird durch einen Automaten mit einer Axt so lange gegen eine Verglasung geschlagen, bis ein 400 x 400 mm großer Durchbruch erzielt ist. Die Energie beträgt bei jedem Schlag 300 bis 500 Joule.

  • P6B (früher B1): Durchbruch wird nach 30-50 Schlägen erzielt.
  • P7B (früher B2): Durchbruch wird nach 50-70 Schlägen erzielt.
  • P8B (früher B3): Für einen Durchbruch sind mehr als 70 Schläge nötig.


Durchschusshemmung

Klassifizierungen mit den Buchstaben "BR1 bis BR7" oder SG1/SG2 geben Auskunft über die Durchschusshemmung nach der Europäischen Norm DIN EN 1063 (Durchschusshemmende Verglasung, Panzerglas), wobei gegenüber der früheren DIN 52290 (Teil 2) C1 mit BR2, C2 mit BR3, C3 mit BR4, C4 mit BR6, C5 mit BR7 vergleichbar ist.


Sprengwirkungshemmung

"ER 1 bis ER 4" bezeichnet den Widerstand einer sprengwirkungshemmenden Verglasung gemäß der europäischen Norm DIN EN 13541, wobei gegenüber der Einstufung nach der deutschen Norm DIN 52290 (Teil 5) D 1 mit ER 1, D 2 mit ER 2, D 3 mit ER 4 vergleichbar ist


Kombinationen

Glas mit hervorragenden durchschusshemmenden Eigenschaften muss nicht gleichzeitig die höchste Einbruchshemmung bewirken - und umgekehrt.

Soll eine Verglasung gegen beide Angriffsarten schützen, muss sie auch nach beiden Klassifizierungen eingestuft sein.

Bei der Herstellung von Verbundsicherheitsglas mit PVB-Folien werden die PVB-Folien zwischen die Scheiben gelegt und in zwei Pressvorgängen verpresst. Die anschließende Bearbeitung des noch undurchsichtigen Elements erfolgt im Autoklaven (Druckbehälter) bei ca. 150°C und einem Überdruck von über 10hPa (bar).


Montage

Es ist darauf zu achten, dass der Fensterrahmen ebenfalls den gleichen Sicherheitsanforderungen entspricht wie das Glas. Die gesamte Rahmenkonstruktion und die Verankerungen im Mauerwerk müssen bei hohen Sicherheitsanforderungen den stärkstmöglichen Einbruchwerkzeugen standhalten.

Die "PVB-Folien verlieren unter starker Kälteeinwirkung einen Teil ihrer Elastizität und Festigkeit, wodurch auch die Widerstandszeit des Verbundsicherheitsglases herabgesetzt wird. Bei Isolierverglasungen soll das Verbundsicherheitsglas deshalb auf der wärmeren Innenseite angebracht werden.


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2014 um 07:32 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin, Dieter Balkow, Redaktion und Christoph Schmalt.

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