Verbindungsarten (Übertragungswege in Alarmübertragungsanlagen)

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Unter der Bezeichnung „Next-Generation-Network“ (NGN) werden bisher getrennte Dienste wie Telefonie, Datendienste und Standleitungen bis Ende 2018 nach und nach in das IP-gestützte Netz überführt. Die bisherigen Dienste werden in den nächsten Jahren „abgekündigt“ (d. h. das Angebot und der Service wird zurückgefahren) und nach einer Übergangszeit komplett eingestellt. Durch die Zusammenführung der bislang getrennten Infrastrukturen müssen die Netzbetreiber nur noch den Betrieb, die Ressourcenbereitstellung und den Support für ein gemeinsames IP-Netz sicherstellen.

Eines der wesentlichen Merkmale von NGN ist, dass unterschiedliche Netzfunktionen wie Transport, Dienst und die Kontrollfunktion (zum Beispiel Signalisierung) auf unterschiedlichen logischen Netzebenen und damit von unterschiedlichen Verantwortlichen realisiert werden.

Die Einführung des NGN hat dramatische Auswirkungen auf die etablierten Techniken der Übertragung von Gefahrenmeldungen. Denn die bestehenden Analog- und ISDN-Übertragungsgeräte können dann beispielsweise nicht mehr für Brandmeldungen an die Feuerwehr, Einbruchmeldungen an Polizei und/oder Wach- und Sicherheitsunternehmen, Aufzugnotrufe oder Störungsmeldungen an den Instandhalter genutzt werden. Errichter, Hersteller und Betreiber müssen sich daher umgehend auf diese Änderungen einstellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen: Passende Geräte entwickeln, Installationen umstellen, in die neue Technik investieren.

Bisherige Situation

Bis zu der gravierenden Umstellung konnten (und können für eine Übergangszeit) für die Übertragung von Gefahrenmeldungen unterschiedliche Übertragungswege genutzt werden. Diese Wege werden in drei Verbindungsarten unterteilt:

  • Stehende Verbindungen
  • Abfragende Verbindungen
  • Bedarfsgesteuerte Verbindungen.

Ein Übertragungsweg wird hierbei als logische Verbindung zwischen dem Ausgang des Übertragungsgerätes einer Gefahrenmeldeanlage und dem Eingang der Übertragungszentrale einer Alarmempfangseinrichtung definiert. Dies ist die Verbindung zwischen den Schnittstellen S2 und S3. Anhand der folgenden Beispiele kann eine Zuordnung erfolgen:

Stehende Verbindungen

  • analoge Festverbindung
  • digitale Festverbindung als Datendirektverbindung oder ISDN-Festverbindung im D-Kanal
  • Festverbindung im X.25-Netz als PVC-Verbindung oder als SVC-P-Verbindung
    • PVC bedeutet: Permanent Virtual Circuit
    • SVC bedeutet: Switched Virtual Call
    • SVC-P bedeutet: Switched Virtual Call-Permanent


Abfragende Verbindungen

  • Funknetze


Bedarfsgesteuerte Verbindungen

  • Telefonwählnetz mit analogem Teilnehmeranschluss
  • ISDN-Netz B-Kanal
  • Wählverbindung im X.25-Netz als SVC-Verbindung
  • Funknetze

Anforderungen für die einzelnen Verbindungsarten werden in den europäischen Normen (EN 50136-1-1) definiert. Hier sind auch weitere Details zu finden. Hierbei ist die stehende Verbindung die schnellste und mit einem Maximalintervall von 20 Sekunden am häufigsten überwachte Verbindung, die abfragende Verbindung ist die langsamste, wird aber mindestens alle 3 Minuten überwacht. Die bedarfsgesteuerte Verbindung ist zwar schneller in der Datenübertragung, wird aber nur mindestens alle 25 Stunden einmal überwacht und ist damit am wenigsten sicher. Einzelheiten zu Einsatz und Überwachung dieser Verbindungsarten sind in den VdS-Richtlinien 2471 zu finden.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 3. Juni 2016 um 16:30 Uhr von Dieter Schmitt geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl, Admin und Dieter Schmitt.

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