Stalking

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Stalking bezeichnet nach einer Definition des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz[1] das wiederholte, bedrohliche Belästigen oder Verfolgen einer anderen Person. Dabei stehen oder standen Täter und Opfer häufig in einer persönlichen Beziehung: Mit Anrufen, Briefen, E-Mails, SMS, Nachrichten in sozialen Netzwerken, permanenter Anwesenheit oder Kontaktaufnahmen über Dritte werden die Opfer beeinträchtigt. Der in den meisten Fällen männliche Stalker versucht über alle Mittel und Wege, Kontakt zu seinem Opfer aufzunehmen. Der Täter fühlt sich zur Kontaktaufnahme berechtigt und möchte nicht selten eine beendete Beziehung wieder aufleben lassen. Die Realität nimmt der Täter nur noch eingeschränkt wahr, das "Nein" des Opfers wird überhört.


Auswirkungen

Das subjektive Sicherheitsgefühl der Betroffenen ist stark beeinträchtigt, die Opfer fühlen sich häufig in die Enge gedrängt und hilflos. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hat sich gezeigt, dass vor allem schnelles und konsequentes Einschreiten der Polizei gegen die Stalker Wirkung zeigt und die Belästigungen nach einer Anzeige häufig aufhören. Der Kontakt mit der Polizei dient in erster Linie dem unmittelbaren Schutz des Opfers und zeigt dem Täter Grenzen auf.


Rechtliche Konsequenzen

Stalking ist ein Straftatbestand. Gemäß § 238 StGB Nachstellung wird die Tat mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Sofern mit der Tat keine Todes- oder schwere Gesundheitsgefahr verbunden ist, wird sie im Normalfall nur auf Antrag verfolgt.


Schutzmaßnahmen

Das Landeskriminalamt rät Betroffenen:

  • Einmalige, deutliche Ansprache: Es ist kein Kontakt erwünscht!
  • Auf weitere Kontaktversuche nicht eingehen - selbst ein negativer Austausch lässt den Stalker hoffen!
  • Dokumentation der gesamten Kommunikation wird empfohlen.
  • Bei nicht bestellten Warenlieferungen oder Paketen die Annahme verweigern. Darüber auch die Nachbarn informieren.
  • Ort, Datum und Zeitpunkt sowie die Namen und Erreichbarkeiten von Zeugen notieren, die die Vorfälle beobachtet haben.
  • Bei Telefonterror und speziellen Stalking-Handlungen, z.B. via PC (so genanntes Cyber-Stalking) die technischen Schutzmöglichkeiten ausschöpfen (z.B. geheime Rufnummern, Fangschaltung, Anrufbeantworter, Handy, Zweitanschlüsse, E-Mail-Adresse etc.).
  • Informieren Sie Ihr Umfeld - im Alltag und in einer Bedrohungslage: Öffentlichkeit kann schützen.


Einzelnachweis

  1. Pressemeldung LKA RPL: LKA-RP: Wenn Grenzen nicht akzeptiert werden - Wie Sie sich vor Stalking schützen können!


Weblinks


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 1. Juni 2016 um 14:10 Uhr von Peter Hohl geändert.

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