Störfall

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Ein Störfall ist eine Lage, die aufgrund eines unerwünschten Ereignisses entsteht, dessen Auswirkungen sich auf den betroffenen Betrieb beschränken. Die Lage kann mit den vorhandenen Mitteln im Rahmen der bestehenden Normalorganisation bewältigt werden.

Im Gegensatz dazu sind die Auswirkungen einer Katastrophe grenzüberschreitend, die vorhandenen Mittel und die Normalorganisation reichen zur Bewältigung der Lage nicht aus.

Eine Lage zwischen Störfall und Katastrophe ist der Notfall: Seine Auswirkungen beschränken sich auf den betroffenen Betrieb; die Normalorganisation reicht zur Bewältigung der Lage dennoch nicht aus.

IT

In der IT bezeichnet ein Störfall den Ausfall eines oder mehrerer Rechner (technische Defekte) oder Anwendungen (Programm-/Datenbankfehler). Eine Beseitigung der Störung ist mit eigenen Mitteln (ohne Ausweich-RZ) möglich. Die Auswirkungen auf den Geschäftsablauf sind gering oder unbedeutend.

Ein Notfall in der IT ist ein Ausfall der gesamten IT. Der Wiederanlauf ist jedoch durch die getroffenen Vorsorgemaßnahmen und Dokumentation in der definierten Zeitspanne möglich. Die vertretbare Zeitspanne wurde durch eine BIA (Business Impact Analyse) ermittelt. Die Geschäftsabläufe sind während der Wiederanlaufphase behindert oder unterbrochen.

Unter einer Katastrophe wird in der IT der Ausfall der gesamten Informationstechnik verstanden, wobei ein Wiederanlauf in der erforderlichen Zeitspanne (z.B. wegen fehlender Vorsorgemaßnahmen) nicht möglich ist. Die Auswirkungen haben einen gravierenden Einfluss auf die Funktionsfähigkeit des Unternehmens und können zu einem Konkurs führen.

Eine Katastrophe entsteht aber auch durch den Ausfall von Teilen oder allen Geschäftsprozessen. Hierdurch wird die Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder kommt völlig zum Stillstand. Der Ausfall von Geschäftsprozessen kann sowohl durch den Ausfall der IT, als auch durch andere äußere und interne Ereignisse ausgelöst werden (z.B. Feuer, Unwetter, Unterbrechung der Logistik).


Umwelt

Von den im Sinne der Security gebräuchlichen Definitionen zu unterscheiden ist die Umweltgesetzgebung. Hier wird bereits beim "Störfall" von einer Außenwirkung ausgegangen. Steigerungen (Notfall, Katastrophe sind nicht definiert).

Nach der deutschen und österreichischen Störfallverordnung, die vor allem für die chemische Industrie wichtig ist, wird als Störfall eine Betriebsstörung bezeichnet, bei der Stoffe, z. B. durch Brände oder Explosionen, freigesetzt werden, die für den Menschen oder die Umwelt eine ernste Gefahr darstellen können.

Nach Art. 2 der eidgenössischen Störfallverordnung von 27.02.91 gilt in der Schweiz als Störfall "ein außerordentliches Ereignis in einem Betrieb oder auf einem Verkehrsweg, bei dem erhebliche Einwirkungen auftreten: a) außerhalb des Areals b) auf oder außerhalb des Verkehrswegs".


Kernenergie

In Zusammenhang mit Atomkraftwerken wird der Begriff "Störfall" als Sammelbegriff für alle Vorkommnisse verwendet, die den normalen Betrieb stören. Dabei handelt es sich um Ereignisse von kleinen technischen Pannen bis hin zum denkbar schwersten Unfall.

In einigen Unternehmen sind die Begriffe allerdings abweichend belegt. Hier ist die Wertigkeit dann entsprechend anzuwenden.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 5. September 2011 um 16:17 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Oliver Wege und Günter Glessmann.

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