Sprinkleranlage

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Sprinkleranlagen sind stationäre Feuerlöschanlagen mit dem Löschmedium Wasser. Das Löschwasser wird über ein im Deckenbereich fest verlegtes Rohrnetz geführt und über Sprinklerdüsen direkt auf den Brandherd in definierter Tröpfchengröße verteilt. Die Sprinklerdüsen sind im Normfall geschlossen und öffnen erst bei Übersteigen einer vorgegebenen Auslösetemperatur. Dadurch wird eine gezielte Brandbekämpfung bei geringem Löschwasserbedarf erreicht, da nur die unmittelbar von der Brandtemperatur beaufschlagten Sprinkler öffnen.

Aus der Schemazeichnung ist der prinzipielle Aufbau einer Sprinkleranlage ersichtlich mit einer erschöpflichen (Druckluftwasserkessel) und einer unerschöpflichen Wasserquelle (Stadtwasseranschluss, Zwischenbehälter, Pumpenanlage) ersichtlich.

Die Sprinkler werden über Alarmventilstationen versorgt.

Die Feuerwehreinspeisung ermöglicht der Feuerwehr die zusätzliche Einspeisung von Löschwasser.

Die Probierleitung ermöglicht einen Test der Sprinklerpumpe. Je nach Art der Sprinkleranlage unterscheidet man Nass- und Trockenanlagen.


Nassanlagen

Bei einer Nassanlage ist das Rohrnetz vor und nach der Ventilstation ständig mit Wasser gefüllt. Nassanlagen sind immer dann zu installieren, wenn während des ganzen Jahres keine Frostgefahr besteht.


Trockenanlagen

In einer Trockenanlage ist das Sprinklerrohrnetz nach der Ventilstation mit Druckluft gefüllt. Im Brandfalle öffnet der von der Brandtemperatur beaufschlagte Sprinkler, die Druckluft entweicht, und das Löschwasser strömt entsprechend nach.

Trockenanlagen werden in allen durch Frost gefährdeten Räumen oder in Räumen mit außergewöhnlich hohen Temperaturen, bei denen das Löschwasser verdampfen könnte, installiert.

Bei der Projektierung einer Sprinkleranlage sind unter anderem die Mindestbetriebszeit, die Brandgefahr und die Wirkfläche zu berücksichtigen. Die Mindestbetriebszeit ist abhängig von der Brandgefahr und liegt zwischen 30 und 90 Minuten.

Die Zuordnung nach der Brandgefahr, eingeteilt in BG 1 bis BG 4, erfolgt entsprechend den Betriebsarten oder bei Lagerrisiken in Abhängigkeit des Lagergutes und der Verpackung. In Abhängigkeit von der Brandgefahr wird die Wirkfläche ermittelt. Sie ist eine rechnerische Größe, die unabhängig von der Gesamtfläche des zu schützenden Objekts ist und zwischen 150 und 325 m2 liegt. Bei der Wasserversorgung wird berücksichtigt, dass alle in diesem Bereich liegenden Sprinkler öffnen und ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Generell wird die Wasserversorgung durch mehrere Komponenten sichergestellt:

Druckluftwasserbehälter (DLW): In Abhängigkeit von der Brandgefahr (BG) hat der DLW ein Wasservolumen von 7,5 bis 15 m3und mindestens 1/3 Luftvolumen bei einem vom höchstgelegenen Sprinkler abhängigen Druck, sodass dessen Wasserversorgung sichergestellt ist.


Stadtwasseranschluss

Der Stadtwasseranschluss dient dem Befüllen und Nachspeisen des Zwischenbehälters, der eine Wassermenge für die Mindestbetriebszeit bevorraten muss. Er kann um die aus der Stadtwasserleitung nachfließenden Menge kleiner gewählt werden.


Sprinklerpumpe, Pumpenanlage

Die Sprinklerpumpe drückt das Wasser aus dem Zwischen- und Vorratsbehälter in das Sprinklerrohrnetz. Der Antrieb erfolgt mit einem direkt gekoppelten Elektro- oder Dieselmotor. In Abhängigkeit der Brandgefahr (BG 1 bis BG 4) und der Anzahl der Sprinkler sind die Pumpenanlagen zu kombinieren, um eine ausreichend sichere Energieversorgung zu erhalten.


Effizienz

Nach einer Erhebung des bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. wurden 2016 95 Prozent der gemeldeten Löscherfolge durch Sprinkleranlagen von weniger als fünf Sprinklerköpfen erzielt, mehr als 80 Prozent sogar von nur ein bis zwei Sprinklern[1].


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Statistik zur Effizienz von Löschanlagen


Siehe übergeordnetes Stichwort


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 23. Mai 2017 um 14:42 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Redaktion.

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