Smart Meter

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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"Smart Metering Systems" oder "Smart Meter" (intelligente Messsysteme) sind die Kernbausteine der künftigen "Smart Grids" (intelligente Energieversorgungsnetze).

Ausgangssituation

Erneuerbare Energien wie Sonne und Windkraft lassen sich nicht planen oder steuern wie Kohle- oder Kernkraftwerke. Darüber hinaus führt die zunehmende Zahl dezentraler Erzeuger, wie zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen, durch ihre wetterabhängige Einspeisung zu schwer vorhersehbaren Schwankungen und erheblichen Herausforderungen für die Stabilität im Stromnetz. Da elektrische Energie nur begrenzt gespeichert werden kann, steht die Energieversorgung vor einem Paradigmenwechsel: War es bisher üblich, genauso viel Strom zu erzeugen wie verbraucht wurde, so soll zukünftig möglichst dann Energie konsumiert werden, wenn diese zur Verfügung steht. Basis einer solchen Energieversorgung ist ein intelligentes Netz (Smart Grid), das Energieerzeugung und -verbrauch effizient verknüpft und ausbalanciert. [1].


Umsetzung

Zunächst sollen die intelligenten Stromverbrauchszähler bei Verbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden eingebaut werden. Dabei geht es um 1,3 Millionen Haushalte oder 3% der insgesamt in Frage kommenden Verbrauchsstellen. Auf welche Weise die Umsetzung insgeamt organisiert werden soll und was hinter der Grenze von 6.000 Kilowattstunden steckt, ergibt sich aus einer umfangreichen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen[2].


Sicherheitsaspekte

Intelligente Mess- und Steuerungsmodule mit Anbindung ans Internet, bedürfen in doppelter Weise der Sicherung. Zum einen erfassen und übermitteln sie schutzwürdige persönliche Daten der Stromkunden, zum anderen gehört die Energieversorgung zu den klassischen Kritischen Infrastrukturen, bei denen erfolgreiche Sabotage katastrophale Folgen hätte[3].


Standards und Zertifizierung

Im September 2010 wurde das BSI vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beauftragt, Schutzprofile (Protection Profile, PP) sowie daran anschließend Technische Richtlinien (TR) für die Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems (Smart-Meter-Gateway) zu erarbeiten, um einen einheitlichen technischen Sicherheitsstandard für alle Marktakteure zu gewährleisten. Die Einhaltung der Vorgaben wird im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens durch das BSI überprüft. Die technischen und organisatorischen Vorgaben des BSI zur Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit sind auch Gegenstand des neuen Stammgesetzes über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (Messstellenbetriebsgesetz – MsbG) (§§ 19 bis 28 in Artikel 1).

Im Jahr 2016 hat das BSI seinen Webauftritt zum Smart Metering inhaltlich neu strukturiert und eine neue Auflage der Broschüre "Das Smart Meter Gateway - Sicherheit für intelligente Netze" veröffentlicht.

Ende 2016 wurde dann die Root-Zertifizierungsstelle (Root-CA) beim BSI in Betrieb genommen. Das im Jahr 2016 verabschiedete Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sieht nämlich eine zentrale staatliche Wurzelzertifizierungsstelle (Root) als Vertrauensanker in der Infrastruktur der Smart Meter Gateways vor. Die Hauptaufgabe dieser Smart Metering PKI ist die Absicherung der Kommunikation der Smart Meter Gateways zu den Smart Metern bei den Stromkunden, um den Schutz der von den Haushalten übermittelten Messdaten zu gewährleisten. Zudem werden Messdaten vor der Übertragung zur Integritätssicherung signiert und zur Gewährleistung des Datenschutzes für den Endempfänger verschlüsselt.


Einzelnachweis

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Das Smart-Meter-Gateway. Informationsbroschüre Stand Oktober 2015. https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Broschueren/Smart-Meter-Gateway.pdf
  2. Bundestagsdrucksache 18/8218
  3. Roman von Marc Elsberg: Blackout


Weblinks


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 18. Januar 2017 um 15:28 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl.

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