Sicherheitstür

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Als Sicherheitstür wird eine Tür an oder in einem Gebäude für die Freigabe, bzw. Sperrung des Personen- und/oder Warenverkehrs zwischen zwei Zonen bezeichnet, wenn sie einen definierten Schutz gegen Angriffe mit mechanisch wirkenden Einbruchswerkzeugen und/oder Schutz bei Bränden bietet. Spezialausführungen gibt es auch in gas- und wasserdichter Version.

Konstruktionsmerkmale

|Sicherheitsbeschlägen]] als Schutz gegen gewaltsames Abwürgen des Schlosszylinders

  • Verschiedene Türkonstruktionen in gas- und rauchdichter, feuerbeständiger Ausführung (siehe entsprechende Vorschriften)


Ausstattung

Ebenfalls sind Panik-Funktion bzw. Rettungswegtechnik zu beachten, wie auch sabotagesicherte und überwachte Funktions- und Betriebssicherheit.

Bei Türen mit Zylinderschlössern sollte ein System mit Patentschutz eingesetzt werden, um unbefugtes Kopieren von Schlüsseln zu verhindern. Für erhöhte Sicherheitsanforderungen sind weitere Merkmale zu beachten: Riegel mit Motorantrieb, Schlossdemontage-Sicherung, sabotage- und manipulationssicher eingebaute Überwachungskontakte für alle Tür- und Schlossfunktionen.

Die Ausstattung von Feuerschutzabschlüssen genormter oder allgemein bauaufsichtlich zugelassener Bauarten (insbesondere die Nachrüstung) mit Maßnahmen zur Erhöhung der Einbruchsicherheit ist nur insoweit erlaubt, als dadurch das Brandverhalten der Tür nicht verändert und/oder die Benutzung der Tür im Panikfalle nicht behindert wird. Einzelheiten sind in der Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) "Änderungen bei Feuerschutzabschlüssen" [1]veröffentlicht. Dies gilt sinngemäß auch für Rauchschutztüren nach DIN 18095.

Bei erhöhtem Sicherheitsbedarf ist es in der Regel erforderlich, besondere Bauarten von Feuerschutztüren (Feuerschutzabschluss) mit den benötigten Aussteifungen und Sicherheitseinrichtungen zu entwickeln. Solche Türen dürfen nur verwendet werden, wenn ihre Eignung nachgewiesen ist, z.B. durch eine bauaufsichtliche Zulassung.


Prüfung

In der Arbeitsgruppe CEN/TC33 wurde eine Prüfnorm erarbeitet mit dem Titel "Prüfung einbruchhemmender Bauteile", Bereich "Türen, Fenster, zusätzliche Abschlüsse, Tore, leichte vorgehängte Fassaden" (Einbruchhemmende Fenster, Einbruchhemmende Tür). Es wurden 6 Widerstandsklassen festgelegt. Die Prüfung umfasst 3 Teile: Bei der statischen Prüfung wird mit definierten Belastungspunkten des Lastangriffes, vorgegebener Lastgrösse von 3-15 kN und die erreichte Auslenkung am Prüfkörpers festgestellt; bei der dynamischen Prüfung wird an bestimmten Belastungspunkten eine Fallmasse von 30 kg angesetzt und die maximal zulässige Auslenkung kontrolliert; bei der Einbruchwiderstandsprüfung wird die mutmaßliche Arbeitsweise eines Täters mittels definiertem Werkzeugset und vorgegebener Nettoarbeitszeit geprüft. In der Bundesrepublik Deutschland prüft unter anderem das VdS-Prüflabor in Köln nach obigem Prüfnormentwurf, in der Schweiz die EMPA (Eidgenössische Material-Prüf-Anstalt).


Einzelnachweis

  1. Fassung Juni 1995, Mitteilungen DIBt, Nr. 1/1996


Normen

  • DIN 6834: Strahlenschutztüren für medizinisch genutzte Räume
  • DIN 18082: Feuerhemmende einflüglige Stahltüren
  • DIN 18100: Türen; Wandöffnungen für Türen
  • prEN 1627:2006 bzw. DIN V ENV 1627 ff. Einbruchhemmende Bauprodukte - Anforderungen und Klassifizierung
  • DIN EN 356 (früher DIN 52290): Sicherheitssonderverglasung (Angriffhemmende Verglasungen).


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 23. Dezember 2011 um 01:27 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Kappeler.

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