Sicherheitsmarkt

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Grafik:Sicherheitsmarkt in Deutschland 2015. Quelle: BDSW
Grafik: Elektronische Sicherheitstechnik 2015. Quelle: BHE
Grafik:Sicherheitsmarkt in Deutschland 2011 bis 2015. Quelle: ZVEI

Sicherheit im Sinne der Security ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, in Deutschland mit einem Volumen von rund 14,5 Milliarden Euro (Stand 2015)[1]. Aufwendungen für Arbeitsschutz, Umweltschutz, Verkehrssicherheit und Verteidigung sind darin nicht enthalten. Nach ersten, vom BDSW veröffentlichten Zahlen hat das Jahr 2016 noch einmal ein deutliches Wachstum gebracht[2]

Etwa 47% (6,90 Mrd. Euro) des Umsatzes entfielen 2015 auf Dienstleistungen, 25% (3,71 Mrd. Euro)auf elektronische Sicherheitstechnik. Allein im Dienstleistungsbereich stieg der Umsatz 2016 auf 8,62 Mrd Euro[2].

Als Kosten für den Brandschutz sind in der Gesamtzahl nur Brandmeldeanlagen und stationäre Löschanlagen enthalten, nicht hingegen der Aufwand für Feuerwehren und für den organisatorischen Brandschutz.

Im Jahr 2015 erzielte die Sparte Sicherheitsdienstleistung ein starkes Wachstum: Beschäftigung: +8,8%, Umsatz: +14,8%. Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), schrieb die Zuwächse schon Mitte des Jahres, als erste Zahlen bekannt wurden, vor allem dem hohen Bedarf an Sicherheitskräften an den deutschen Flughäfen und der Nachfrage nach Personal in Flüchtlingsunterkünften zu.[3]

Den Umsatzanteil mit Privatkunden schätzt bbw Marketing[4] auf 3 bis 3,5 Mrd Euro.


2017

Bereits im Lauf des Jahres 2017 wurden Hochrechnungen und Schätzungen veröffentlicht, die auf ein kräftiges weiteres Wachstum der Sicherheitstechnik schließen lassen. Nach einer Schätzung des BHE, die auch durch Meldungen einzelner Unternehmen untermauert wurde, ist 2017 für die Sicherheitsbranche erneut wirtschaftlich ein gutes Jahr: Demnach wird der Markt für elektronische Sicherungstechnik seinen Umsatz in Deutschland 2017 um 5,1 % auf ein Gesamtvolumen von 4.145 Mio. Euro steigern. Eine besonders hohe Zunahme – rund 7 Prozent – wird für die Video-Überwachungstechnik prognostiziert. Ebenfalls überdurchschnittliche Ergebnisse werden in der Brandmeldetechnik erwartet. Hier wird mit einer Steigerung von 5,5 Prozentpunkten auf einen Gesamtumsatz von 1.904 Mio. Euro gerechnet. Andere sicherheitstechnische Gewerke: Zutrittssteuerung (+ 4,9 Prozent), Einbruchmeldetechnik (+ 4,8 Prozent), Sprachalarmsysteme (+ 2,0 Prozent) Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und sonstigen sicherheitstechnischen Gewerke (+2,9 Prozent). [5]

Dagegen rechnen die Sicherheitsdienstleister mit deutlich geringeren Wachstumsraten als in den beiden durch Sondereffekte geprägten Vorjahren[6].


2016

Schloss und Beschlag

Die Schloss- und Beschlagindustrie ist eine traditionell in Deutschland verankerte Branche mit einem Produktionsvolumen von 7 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 2,4 Prozent gegenüber 2015. Der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) e.V. führt dies wesentlich auf die starke Zunahme der Bautätigkeit (Zunahme der Baugenehmigungen im Wohnungsbau 2016 um 21,7 Prozent) zurück[7]. Im Bausektor stieg der Umsatz 2016 um 3,9% auf 2,8 Milliarden Euro[8]. Für 2017 rechnet der Verband mit einem weiteren Wachstum um 2%.

Sicherheitsdienstleistung

Der Umsatz der Sicherheitsdienstleister stieg 2016 um 23,8 %, von 6,96 (2015) auf 8,62 Mrd. Euro. Die Zahl der Beschäftigten erreichte die Rekordmarke von 270.000 (+20.000). Am 1. Mai 2017 gab es außerdem 12.000 offene Stellen[2].

Elektronische Sicherheitstechnik

Auch der Markt der elektronischen Sicherheitstechnik hat sich nach Feststellungen des ZVEI 2016 besser entwickelt als erwartet. Der Umsatz der Unternehmen in Deutschland ist im Vergleich mit dem Vorjahr um 6,2 Prozent auf knapp 3,95 Milliarden Euro gestiegen, berichtet der ZVEI-Fachverband Sicherheit. Ein wichtiger Grund hierfür ist die anhaltend gute Baukonjunktur und das gestiegene Sicherheitsbedürfnis, auch in der Öffentlichkeit.

Der Umsatz mit Brandmeldetechnik ist 2016 um 6,8 Prozent auf knapp über 1,8 Milliarden Euro gewachsen. Hohes Wachstum verzeichnete erneut die Überfall- und Einbruchmeldetechnik mit plus acht Prozent auf 800 Millionen Euro. Videotechnik hat unter dem Eindruck der intensiven Sicherheitsdebatte mit einem Plus von acht Prozent auf 511 Millionen Euro am stärksten zugelegt. Zutrittskontrolle kam auf 307 Millionen Euro – plus 4,8 Prozent. Etwas abgeschwächt hat sich das Umsatzwachstum bei Sprachalarmierungstechnologie mit plus 5,3 Prozent auf 100 Millionen Euro. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und Rufanlagen nach DIN VDE 0834 verzeichneten eine stabile Entwicklung[9]

Zu übereinstimmenden Ergebnissen kommt die alljährliche Markterhebung des BHE: Einbruchmeldetechnik und Video-Sicherheitssysteme: jeweils +8 Prozent, Brandmeldetechnik: +6,8 Prozent, Sprachalarmsysteme +5,3 Prozent, Zutrittssteuerungssysteme: +4,8 Prozent. Insgesamt: +6,2 Prozent [10]


2015

BHE und ZVEI

Nach Angaben des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. und des ZVEI belief sich der Gesamtumsatz nach einer gemeinsamen Markterhebung der beiden Verbände[11] bei der elektronischen Sicherheitstechnik im Jahr 2015 auf rund 3,71 Mrd. Euro – das höchste Ergebnis seit Beginn der Messungen und ein bemerkenswertes Wachstum von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders hohe Zuwächse erzielte die Brandmeldetechnik. Dieser besonders starke Anstieg ist auf die beachtliche Nachfrage nach Rauchwarnmeldern zurückzuführen.

Auch der Zuwachs von 7,4 Prozent (741 Mio. Euro) in der Einbruchmeldetechnik ist bemerkenswert.

Eine deutliche Umsatzsteigerung erzielten außerdem die Sprachalarmanlagen (+ 5,6 Prozent auf 95 Mio. Euro) und Video-Überwachungstechniken (+ 5,1 Prozent, rund 473 Mio. Euro).

Die Bereiche Zutrittssteuerung (+ 2,8 Prozent auf 293 Mio. Euro), Rufanlagen (+ 3,3 Prozent auf 155 Mio. Euro) und sonstige Sicherungssysteme (+ 2,3 Prozent auf 266 Mio. Euro), zu denen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oder Flucht- und Rettungswege zählen, konnten das Vorjahresergebnis ebenfalls übertreffen.

BDSW

Private Sicherheitsdienstleister beschäftigten 2015 bundesweit rund 233.000 Sicherheitsmitarbeiter und konnten einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro erzielen. Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes BDSW bieten vor allem hochwertige Dienstleistungen an wie Flughafensicherheit, Schutz von Kernkraftwerken, militärischen Liegenschaften und Industrieanlagen sowie Geld- und Wertdienste.

Umfangreiche Statistiken (2015) über die Sicherheitswirtschaft und die Organisation der Sicherheitsdienstleister in Deutschland sind unter http://www.aviationverband.de/images/statistiksatz/Sicherheitswirtschaft_in_Deutschland.pdf verfügbar.

Umsatz- und Beschäftigtenzahlen der 25 größten Sicherheitsdienstleistungsunternehmen finden sich jährlich in der "Lünendonk-Liste"[12]

Schloss und Beschlag

Die Schloss- und Beschlagindustrie weist 2015 ein Produktionsvolumen von über 7 Milliarden Euro aus. Erwirtschaftet wurde dieses Ergebnis nach Angaben des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) e.V. von knapp 40.000 Beschäftigten in rund 57,8 Mio. Arbeitsstunden.

Nach Abgleichen mit der amtlichen Produktionsstatistik waren die Hersteller von Schlössern und Beschlägen für Gebäude mit einem Anteil von rund 38 Prozent daran beteiligt. Kfz-Zulieferer steuerten mit 33 Prozent in ähnlicher Größenordnung dazu bei, gefolgt von Zulieferern zur Möbelindustrie mit 18 Prozent. Weitere 11 Prozent wurde von den Herstellern mit Schlössern und Beschlägen für Fahrräder, Koffern und ähnlichen Produkten erwirtschaftet.

Im 1. Quartal 2016 liegt der Wert der in Deutschland produzierten Schlösser und Beschläge laut dem Statistischen Bundesamt mit insgesamt rund 1,84 Milliarden Euro 1,5 Prozent über dem Vorjahresquartal. Aufgrund der positiven Entwicklung in der Bauindustrie rechnet der Fachverband der Schloss- und Beschlagindustrie für das Jahr 2016 mit einem Zuwachs des Produktionsvolumens von über 2 Prozent für Schlösser und Beschläge in diesem Sektor[13].


Mehrjährige Trends

Eine mehrjährige Entwicklung lässt sich aus Tabellen entnehmen, die die Messe Essen im Vorfeld der Security 2016 veröffentlicht hat:


Entwicklung der Umsätze der auf der Security Essen vertretenen Bereiche in Deutschland. Quelle: Security Essen


Beschäftige in der Sparte Sicherheitsdienstleistung. Quelle: Security Essen


Teilbereiche der elektronischen Sicherheitstechnik. Quelle: Security Essen


Weltmarkt

Das Gesamtvolumen des Weltmarktes für zivile Sicherheit wird auf derzeit etwa 100 Mrd. Euro geschätzt. Das jährliche Wachstum soll rund fünf Prozent betragen.


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Messe Essen beziffert Sicherheitsmarkt auf 14,5 Milliarden Euro
  2. 2,0 2,1 2,2 SecuPedia Aktuell: Sicherheitswirtschaft wächst um über 20 %
  3. SecuPedia Aktuell: Fast 5 Prozent mehr Beschäftigte in der Sicherheitswirtschaft
  4. SecuPedia Aktuell: Der Sicherheitsmarkt für Privatanwender
  5. SecuPedia Aktuell: Steigende Umsätze im Sicherungsmarkt
  6. SecuPedia Aktuell: Aktuelle Lünendonk-Liste: Führende Sicherheitsdienstleister setzten 2016 Wachstum fort
  7. Secupedia Aktuell: Schloss- und Beschlagindustrie in Deutschland auf Wachstumskurs
  8. SecuPedia Aktuell: Umsatzzuwachs bei Schloss und Beschlag
  9. SecuPedia Aktuell: Elektronische Sicherheitstechnik nahe an der Vier-Milliarden-Marke
  10. Meldung bearbeiten: Umsätze im Sicherheitsmarkt – Branche übertrifft Erwartungen
  11. SecuPedia Aktuell: Sicherheitsmarkt mit deutlichem Wachstums-Plus
  12. SecuPedia Aktuell: Führende Sicherheitsdienstleister wachsen zweistellig
  13. Secupedia Aktuell: Schlösser und Beschläge: Zuwachs im ersten Quartal 2016


Weblinks



Diese Seite wurde zuletzt am 19. Oktober 2017 um 10:55 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Astrid Jung und Admin.

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