Sicherheitskonzept

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Ein Sicherheitskonzept besteht aus einer Reihe von aufeinander abgestimmten Sicherheitsmaßnahmen, die erst in ihrer Kombination die gewünschte Schutzwirkung ergeben. In Frage kommen je nach Schutzobjekt bauliche, technische, organisatorische und versicherungstechnische Maßnahmen. Die notwendige Schutzwirkung ist auf der Grundlage einer systematischen Risikoanalyse und anhand von Schutzzielen zu definieren (Risiko-Management).

Grundlagen eines Sicherheitskonzepts

Die Grundlagen für ein Sicherheitskonzept bilden

  • die drei Säulen der Sicherheit (mechanischer Grundschutz, elektronische Überwachungseinrichtung, Organisation der Alarmverfolgung mit Risikomanagement),
  • die Anforderungen des Auftragsgebers,
  • die örtlichen Gegebenheiten und
  • die von Auftraggeber zur Verfügung gestellten Mittel.

Im Sicherheitskonzept sollen diese Bedingungen mit einem optimalen Wirkungsgrad Berücksichtigung finden.

Wichtig ist es, dass das Sicherheitskonzept regelmäßig geprüft und an neue Gegebenheiten angepasst wird.


Vorgehensweise der Sicherheitskonzepterstellung

Dem Konzept muss eine Dokumentation des Istzustandes in den für den Auftraggeber relevanten Bereichen zugrunde liegen. Nachdem der Istzustand aufgenommen wurde, erfolgt eine Ermittlung der Grundlagen (Gesetze, Vorschriften oder ähnliches) für die einzelnen Bereiche. Als nächstes muss eine Auswertung der Grundlagen und des Ist-Zustandes erfolgen. Das Ergebnis muss zeigen, ob Handlungsbedarf vorhanden ist oder nicht. Nun können Vorschläge und deren Umsetzung mit dem Auftraggeber zusammen erarbeitet und besprochen werden.

Trotz vorhandenem Sicherheitskonzept ist ein Restrisiko nicht auszuschließen.


Anforderungen

Ein optimales Sicherheitskonzept soll folgenden Anforderungen genügen:

  • Homogenität der Maßnahmen (keine gefährlichen Lücken)
  • Vollständigkeit (z.B. einschließlich Notfall- und Katastrophenschutzplanung)
  • Wirksamkeit rund um die Uhr und bei allen Betriebszuständen
  • Verhältnismäßigkeit von Kosten und Nutzen (auf der Basis einer Risikoanalyse, Risiko-Analyse-System).


Ganzheitliches- und Teilkonzept

In der Anwendung sind ganzheitliche Sicherheitskonzepte von Teilkonzepten zu unterscheiden:

Ganzheitliche Sicherheitskonzepte sind für besonders schutzwürdige Objekte, Werte oder Prozesse angezeigt, wie beispielsweise für Industrieanlagen, Kraftwerke, Verwaltungs- und Rechenzentren, Lagerkomplexe, Produktionsprozesse usw.

Teilkonzepte beinhalten abgestimmte Maßnahmen für Teilbereiche, wie z.B. die Zutrittskontrolle, den Wertschutz, Personenschutz, Brandschutz, Informationsschutz, Datenschutz- und Datensicherheit, Katastrophenschutz (z.B. auch Maßnahmen zur raschen Bewältigung von Betriebsunterbrüchen) und den Versicherungsschutz, bzw. die finanzielle Absicherung.


Beratung

In der Schweiz haben sich produktneutrale Beratungsunternehmen auf die Planung und Realisierung von Sicherheitskonzepten spezialisiert und in der Schweizerischen Vereinigung unabhängiger Sicherheitsingenieure und -berater, (SSI) zusammengeschlossen. Auch in Deutschland (BdSI) und Österreich gibt es produktunabhängige Ingenieure und Sicherheitsberater, die Analysen und Konzepte erstellen. Teilweise bieten auch Versicherungsgesellschaften und Behörden entsprechende Dienstleistungen an.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 30. Dezember 2011 um 06:53 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Joëlle Pohlai, Thomas Lowien, Oliver Wege und HansPeter Preisig.

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