Sicherheitsfolie

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Sicherheitsfolien dienen der Nachrüstung von Glasflächen gegen Blitzeinbruch und Vandalismus (z.B. gegen Molotow-Cocktails, Schlageinwirkung, Glasschneider, Explosion).

Material

Beschichtung eines Fensters mit Sicherheitsfolie.

Sie haben in der Regel eine Dicke von 300 bis 400 µ (0,3 bis 0,4 mm), sind selbstklebend und werden nachträglich mit spezieller Montageflüssigkeit auf vorhandene Glasflächen aufgetragen.


Eigenschaften

Durch die Montage von Sicherheitsfolien wird vorhandenes Glas in die Widerstandsklasse P2A nach EN356 (durchwurfhemmend - entspricht A1 nach DIN 52290) nachgerüstet. Je nach Produkt wird diese Widerstandklasse bereits in Verbindung mit Einfachglas ab 3 mm Dicke erreicht. Daneben haben einige Produkte noch eine sprengwirkungshemmende Eigenschaft (Druckstoßbelastung von 0,25 bar bei einem Impuls von 2,9 bar ms).

Sicherheitsfolien sind nicht zu verwechseln mit sog. "Splitterschutzfolien". Letzere entsprechen lediglich den Anforderung an einen Verletzungsschutz gemäß den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften).

Zusatzfunktionen

Foliengesicherte Glasfläche nach einem Angriff (Foto: Prosafe-Folientechnik, Münster)

Durch den mehrlagigen Aufbau (Sandwich-System, Sandwichfolie) kann eine Sicherheitsfolie auftragsbezogen und individuell mit Zusatzeigenschaften wie Sonnen-, Sicht-, Hitze-, und Blend- und Abhörschutz (kompromittierende Abstrahlung) ausgestattet werden. Ein deutsches Produkt besitzt durch eingelegte Alarmfäden (Alarm-Sicherheitsfolie) zusätzlich die Funktion eines vollflächigen Glasdurchbruchmelders nach VdS-Klasse C.


Montage

Bei jeder Folienverarbeitung ist zwingend eine mechanische Verbindung der foliengesicherten Glasflächen mit den Fensterrahmen herzustellen. Zu diesem Zweck wird die Sicherheitsfolie unter de- und wiedermontierbare Glashalteleisten verlegt. Sollte dies nicht möglich sein (z. B. bei älteren Fensterkonstruktionen oder einigen Holzfenstern), wird alternativ eine umlaufende Silikonnaht vorgenommen oder es werden zusätzlich Spezialprofile aufgesetzt.

Die Montage darf ausschließlich geschulte Fachmonteure durchgeführt werden und ähnelt grob der Tätigkeit eines Fensterputzers. Die Arbeiten erfolgen schnell, sauber und ohne dabei den Betriebsablauf in Unternehmen zu stören.

Durch permanente Entwicklung und Forschung sind die "Kinderkrankheiten" (Vergilbung, Versprödung, Verkratzung) beseitigt, so dass bei guten Folien von der gleichen Lebensdauer wie bei Isolierglas auszugehen ist.


Fahrzeugscheiben

Fahrzeugscheibe nach einer Versuchssprengung (Foto: Haverkamp GmbH, Münster)

Auch für Fahrzeugscheiben gibt es zugelassene Folien, die die Scheiben widerstandsfähig gegen Durchwurf, Vandalismus und Splitterflug bei Explosionen machen. Nach einem Sprengversuch einer Herstellerfirma war die Scheibe zwar gebrochen, aber vollständig im Rahmen der Autotür geblieben. Die Glassplitter, die bei einer Detonation zu gefährlichen Geschossen werden können, wurden gebunden. Ein Ausstieg war durch Herausdrücken der Scheibe weiterhin möglich.

Wichtig ist, dass die jeweilige Sicherheitsfolie eine ABG[1] besitzt und somit für den Straßenverkehr zugelassen ist.

Einzelnachweis

  1. Allgemeine Bauartgenehmigung: Erklärung z.B. unter http://www.ebay.de/gds/Warum-ist-eine-ABG-Zulassung-fuer-Fahrzeugfolien-wichtig-/10000000001016681/g.html


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 24. Mai 2017 um 06:13 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Tacettin Kilincli und Admin.

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