Schließsystem

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Ein Schließsystem verriegelt den zu öffnenden Teil eines Fassadenelementes, z.B. eine Tür, im geschlossenen Zustand und lässt eine Entriegelung nur unter Verwendung eines zugehörigen Schlüssels oder Codes zu. Ein Schließsystem besteht im Wesentlichen aus den Komponenten:

  • Berechtigungskontrolleinrichtung mit Eingabeeinrichtung
  • Verriegelungseinrichtung
  • Schutzmaßnahmen

Die wesentlichen Komponenten eines Schließsystems können, wie z.B. beim Kastenschloss, in einem Produkt kombiniert werden. Sie können auch unter Verwendung von Standard-Bauteilen zusammengestellt werden, z.B. kann eine elektronische Eingabe- und Berechtigungskontrolleinrichtung ("elektronisches Schloss") in ein einbruchhemmendes Türschild integriert und mit einem Einsteckschloss zum Schließsystem kombiniert werden. In den VdS Richtlinien 2215 (Mechanische Sicherungseinrichtungen, Schließsysteme, Anforderungen und Prüfmethoden) werden die im Zusammenhang mit der Prüfung von Schließsystemen wesentlichen Begriffe wie folgt definiert:

Angriff, intelligenter: Angriff mit dem Ziel, ein Schließsystem mit Hilfe technischen Know-hows - ggf. auch technischer Informationen zum konkreten System - möglichst ohne Werkzeuge zu überwinden.

Bauteil, integriertes: Bauteile oder Komponenten eines Schließsystems ohne eigene Produktanerkennung, deren Eignung für den jeweiligen Einsatz nachzuweisen ist.

Bauteil, standardisiertes (Standard-Bauteil): Einzelkomponente eines Schließsystems, das einem geforderten Standard (Richtlinien, Norm) entspricht und auf Grund seiner Konstruktion und Abmessungen gegen andere Produkte nach dem gleichen Standard austauschbar ist (z.B. Profilzylinder, Zylindereinsteckschloss, einbruchhemmendes Türschild).

Berechtigungskontrolleinrichtung (BK): Bauteil, das die Zutrittsberechtigung prüft und bei positivem Ergebnis die Sperrfunktion ansteuert und deaktiviert. Berechtigungskontrolleinrichtungen können als Standard-Bauteil oder als im Schließsystem integriertes, vom Anwender nicht austauschbares Bauteil zum Einsatz kommen.

Hinweis: Die BK kann, nachdem sich eine Person als berechtigt ausgewiesen hat, neben der Sperrfunktion zusätzlich auch die Verriegelung deaktivieren.

Code: Eine Information (z.B. Zahlen- und/oder Buchstabenkombination), die mittels einer geeigneten Schnittstelle (z.B. Tastenfeld) in eine Eingabeeinrichtung eingegeben wird.

Es wird unterschieden zwischen dem Öffnungscode und dem Autorisierungscode.

  • Ein Öffnungscode ist einzugeben, um das Schließsystem zu entriegeln.
  • Ein Autorisierungscode ist einzugeben, um Umstellungen am Öffnungscode oder Änderungen an der Programmierung vorzunehmen.

Hinweis: Ein Öffnungscode kann gleichzeitig ein Autorisierungscode sein.

Code, biometrischer: Information, die sich aus charakteristischen physischen Merkmalen eines Menschen (des Codeträgers) ergibt.

Code, materieller: Information, die durch physikalische Merkmale (auf einem Datenträger, z.B. Schlüssel, Magnetkarte) gespeichert wird.

Code, mnemonischer: Information (numerisch oder alphabetisch), die im Gedächtnis eines Anwenders gespeichert wird.

Codeträger: Gegenstand (oder Person), der durch seine physische Form oder physikalischen Eigenschaften als Speicher für einen Code dient.

Eingabeeinrichtung (EE): Einrichtung, die einen eingegebenen Code ausliest und ggf. umwandelt (z.B. in elektrische Signale).

Hinweis: Die Eingabeeinrichtung wird bei Schließsystemen nach diesen Richtlinien als Bestandteil der Berechtigungskontrolleinrichtung betrachtet.

Parallelcode: Können zur Bedienung eines Schließsystems verschiedene Öffnungscodes eingesetzt werden, so werden diese als Parallelcodes bezeichnet.

Schutzmaßnahme gegen Überwindungsversuche: Maßnahme an oder in Schließsystemen, die das Überwinden eines Systems erschwert. Der Schutz kann durch integrierte Maßnahmen (z.B. mit Anbohrschutz ausgeführte Berechtigungskontrolleinrichtung) realisiert oder durch Verwendung entsprechender Standardbauteile (z.B. einbruchhemmendes Türschild) erreicht werden.

Sperrfunktion (SF): Maßnahme, die im aktiven Zustand mechanisch oder elektromechanisch einen Zugriff auf die Verriegelungseinrichtung verhindert.

Sperrzeit: Zeitliche Dauer, während der die Eingabeeinheit entweder blockiert oder die Weiterverarbeitung der eingegebenen Informationen unterbunden ist.

Verriegelt: Zustand, z.B. einer Tür, bei dem der bewegliche Flügel in geschlossener Position durch eine Verriegelungseinrichtung blockiert ist.

Verriegelungseinrichtung (VE): Komponente eines Schließsystems, das den zu öffnenden Teil eines Fassadenelements (z.B. Tür) im geschlossenen Zustand verriegelt (z.B. mit einem Schubriegel).

(Definitionen: VdS)



Diese Seite wurde zuletzt am 16. August 2011 um 13:01 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Astrid Jung und Redaktion.

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