Rip-Dealer

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Rip-Dealer sind Kriminelle, die ihren Opfern ein lukratives Geschäft vorgaukeln, für das diese nach einer langen, geschickten Anbahnung Bargeld, Gold oder Edelsteine zu einem Treffen im Ausland mitbringen sollen. Dort wird den Opfern das Geld zum Teil mit Gewalt weggenommen. Daher der Name: vom englischen "to rip" - entreißen. Allein in Deutschland sollen organisierte Täter bis Ende 2013 mehr als 100 Mio. Euro erbeutet haben

Erscheinungsformen

In einem konkreten Fall gab sich einer der Täter als Sohn des vermögenden russischen Oligarchen Viktor Vekselberg und Mitarbeiter von dessen Firmengruppe Renova aus. Zur Täuschung der Opfer wurde eine Website dieser Firma imitiert, die der echten zum Verwechseln ähnlich ist und deren Internet-Adresse sich nur geringfügig von der echten unterscheidet. Lediglich im Bereich "Management" taucht zusätzlich ein angeblicher Leonhard Vekselberg auf, der sich als Sohn des Oligarchen ausgibt. Die angegebene Kontaktadresse in London ist fiktiv. Auch weitere gefälschte Firmen-Websites lassen sich direkt zu den Betrügern zurückverfolgen.


Schaden

Die Polizei spricht laut einem Bericht in dem Wirtschaftsmagazin "Capital"[1] von organisierter Kriminalität, von gewerbsmäßigem Bandenbetrug, von Familienclans aus Ex-Jugoslawien mit europaweiten Netzwerken. Die Schadenssumme liege meist zwischen 100.000 und 300.000 Euro pro Fall, es wurden aber auch schon 10,5 Millionen Euro geraubt. Von über 100 Millionen Euro Schaden pro Jahr geht die Polizei allein bei deutschen Opfern aus. Die Täter sollen jedoch international arbeiten.


Anbahnung

Zum Teil schlagen die Täter Devisen-Tauschgeschäfte vor und lassen erkennen, dass es sich um Schwarzgeld handele. Oder sie gaukeln ein großes Investment vor, verlangen aber das Eigenkapital des vermeintlichen Partners in bar oder eine Gebühr für einen Vermittler. Dieses Geld wird dann gestohlen bzw. geraubt.

Die Täter nutzen sehr geschickt die unterschiedlichen Rechtsräume, indem sie dort agieren, wo sie mit der geringsten Strafe bei Betrug zu rechnen haben wie beispielsweise in Italien. Eine Strafverfolgung ist äußerst schwierig, da die Opfer aus Deutschland stammen, die Täter aus Serbien und der Tatort in Italien liegt. Den Tätern attestiert die Polizei ein "geschicktes und sprachgewandtes Auftreten", um sich das Vertrauen der Opfer zu erschleichen.

Geprellte Opfer haben insgesamt 1,3 Millionen Euro Belohnung ausgesetzt, um den Tätern das Handwerk zu legen. Auf der Website http//:www.wifka.de hat ein Privatermittler von den Tätern benutzte Pseudonyme aufgelistet.


Einzelnachweis

  1. "Capital" 12/2013 v. 21.11.2013



Diese Seite wurde zuletzt am 21. November 2013 um 04:46 Uhr von Peter Hohl geändert.

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