Rauchmelder

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

"Melder, die auf in der Luft enthaltene Verbrennungs- und / oder Pyrolyseprodukte (Schwebstoffe) ansprechen.

Ionisations-Rauchmelder sprechen auf diejenigen Verbrennungsprodukte an, welche den Ionisationskammerstrom im Melder beeinflussen können.

Optische Rauchmelder sprechen auf Verbrennungsprodukte an, welche die Dämpfung oder die Streuung von Licht im infraroten, sichtbaren und/oder ultravioletten Bereich des elektromagnetischen Spektrums beeinflussen können." (Definition nach DIN EN 54-1)


Prinzip

Rauchmelder sprechen also auf sichtbare oder unsichtbare aerosolartige Verbrennungsprodukte (Rauchpartikel) an; diese bewirken im Inneren des Melders eine Veränderung, die sich elektrisch bzw. elektronisch auswerten lässt.

Rauchmelder werden generell als die wesentliche Bestandteile einer Brandmeldeanlage eingesetzt. Sie weisen ausgesprochene Frühwarneigenschaften auf. Rauchmelder sind nicht für den Einsatz im Freien geeignet und nur mit Vorbehalt in Räumen einzusetzen, in denen bei normalen Arbeitsvorgängen Staub oder Aerosole anfallen (Gefahr von Falschalarmen). Hier sind zweckmäßigerweise Wärmemelder oder Flammenmelder vorzusehen oder zusätzlich zu den Rauchmeldern einzubauen.

Man unterscheidet optische Rauchmelder (Streulicht- und Durchlicht- oder Extinktions-Rauchmelder) und Ionisations-Rauchmelder (Rauchmelder nach dem Ionisationskammerprinzip) oder einfach "I-Melder".


Funktionsweisen

Funktionsprinzip des Streulicht-Rauchmelders
  • Der Streulichtrauchmelder misst das vom Rauch gestreute Licht. Dabei hat die Bauweise, insbesondere die Anordnung von Lichtquelle und Empfänger einen starken Einfluss auf das Detektionsverhalten des Melders.
  • Beim Streulichtrauchmelder ist die Fotozelle so angeordnet, dass sie kein direktes Licht von der Lichtquelle empfangen kann. Ohne Rauch trifft das Licht auf ein Labyrinth und wird so vollständig absorbiert. Befinden sich Rauchpartikel im Bereich der Lichtstrahlen, so wird das Licht gestreut. Einige dieser Strahlen treffen auf die Fotozelle, die somit ein Signal erzeugt. Ausschlaggebend für die Signalstärke sind die Rauchdichte und die optischen Eigenschaften der Rauchteilchen.
Funktionsprinzip des linearen Rauchmelders
  • Ein Extinktionsrauchmelder misst die von Rauchpartikeln aufgrund Absorption und Streuung hervorgerufene Abschwächung des Lichts. Eine Lichtquelle wird mit einer Fotozelle aus einer bestimmten Distanz beobachtet. Ohne Rauch wird mit der Fotozelle ein Signal gemessen. Dringt nun Rauch in den Raum zwischen Lichtquelle und Fotozelle, so sinkt das gemessene Signal um einen geringen Betrag. Diese Reduktion des Signals, die durch die Absorption und Streuung des Lichts verursacht wird, ist proportional zur Rauchdichte.
  • Auch Lineare Rauchmelder funktionieren nach dem Extinktionsprinzip, d.h. sie messen die Lichtabschwächung, die durch Rauch verursacht wird. Der Sender emittiert einen fokussierten Lichtstrahl. Ohne Rauch erreicht der Lichtstrahl den Empfänger in voller Stärke. Sammelt sich Rauch auf der Wegstrecke an, so wird das Licht beim Auftreffen auf die Rauchpartikel teilweise absorbiert und teilweise von den Rauchpartikeln gestreut, d.h. es ändert seine Richtung. So gelangt nur noch ein Teil der Strahlenmenge zum Empfänger. Die Reduktion des Signals ist das Maß der mittleren Rauchdichte auf der Messstrecke. Lineare Rauchmelder werden für Messstrecken zwischen 5 und 100m eingesetzt.
  • Bei Ionisations-Rauchmeldern wird die Luft zwischen zwei unter Gleichspannung liegenden Elektroden mit einer schwachen radioaktiven Strahlungsquelle ionisiert, d.h. leitend gemacht. Infolge dieser Ionisation fließt in der Messkammer ein geringer Strom. Beim Eintreten von Rauchpartikeln in die Messkammer lagern sich Ionen an die Rauchpartikel an, was den Stromfluss vermindert. Das Signal des Ionisationsrauchmelders ist proportional zur Anzahl der Rauchpartikel, die sich in der Messkammer befinden.


Brandfrüherkennung durch digitale Video-Bildanalyse (Grafik: Securiton)

Video-Systeme

Auch durch Videoüberwachung ist man heute in der Lage, gefährliche Situationen wie Feuer oder Rauch, als Ergänzung zu den konventionellen Brandmeldesystemen, schon im Entstehungsstadium zu erkennen. Ein solches Brandfrüherkennungssystem (Video-Brand-Früherkennung) kann im Brandfall automatisch Alarm auslösen und die richtige Kamera direkt auf eine Verkehrsleitzentrale, die Feuerwehr oder eine andere Leitstelle aufschalten (s. Grafik). Dank der Bildinformation kann augenblicklich und ohne Zeitverlust überprüft werden, ob es sich um ein echtes Ereignis oder um einen Täuschungsalarm handelt. Selbstverständlich lassen sich mit diesem System auch Videoaufzeichnungsgeräte starten, Löschanlagen auslösen oder Ampeln auf Rot stellen.


Maßgebliche Vorschriften und Richtlinien

Für die Bundesrepublik Deutschland sind die VdS-Richtlinien und die Europäischen Normen zu beachten. Für Ionisationsmelder zusätzlich die Strahlenschutzverordnung vom 13. 10. 1976. I-Melder benötigen eine Bauartzulassung. Für die Schweiz ist das BVD-Blatt AL 8 "Brandmeldeanlagen" zu beachten.

  • Im Speziellen die EN Normen Rauchmelder EN 54-7, Flammenmelder EN 54-10 , Punktförmige Melder mit Kohlenmonoxidsensoren EN 54-26, Rauchmelder für die Überwachung von Lüftungsleitungen EN 54-27, Mehrfachsensor-Brandmelder - Punktförmige Melder mit kombinierten Rauch- und Wärmesensoren EN 54-29.

Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 18. September 2017 um 14:39 Uhr von Thomas Lowien geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin, Helmut Köhler und Hansjörg Wigger.

Anzeigen