Röntgenverfahren

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Für Sicherheitsanwendungen kommen in der Praxis verschiedene Röntgenverfahren zur Durchleuchtung und zerstörungsfreien Kontrolle von Gegenständen unbekannten bzw. suspekten Inhalts zur Einsatz:

Erfassung

  1. Meist stationäre Durchlaufgeräte mit Förderband zur schnellen Überprüfung einer großen Anzahl von Prüflingen. Die typische Anwendung ist die Kontrolle eingehender Postsendungen sowie von Gepäckstücken an Flughäfen und bei kritischen Veranstaltungen hinsichtlich Explosivstoffen oder anderen gefährlichen Inhalten. Für die hohe Überprüfungsleistung muss als Nachteil eine geringe Auflösung in Kauf genommen werden.
  2. Bei portablen Scanner-Systemen wird im Gegensatz zum vorgenannten Verfahren nicht der Prüfling bewegt, sondern die Abtasteinrichtung. Bei einer prinzipiell vergleichbar geringen Auflösung (mehrere Hundert Mikrometer) ist der Durchsatz wesentlich geringer, die Anlage dafür aber meist preiswerter.
  3. Für Röntgenkontrollen, die eine hohe Auflösung erfordern, wie z.B. Aufgaben in der IED (Improvised Explosive Devices), EOD (Explosive Ordnance Disposal) oder NDT (Non-Destructive Testing) sind heute zumeist digitale Bildwandler auf der Basis amorpher Siliziumplatten üblich. Bei vergleichsweise hohen Anschaffungskosten bieten diese jedoch eine große Detailgenauigkeit von ca. 100 bis 200 µm.
  4. Die Simulation zeigt die 3D-Darstellung eines geröntgten Mobiltelefons. Die Visualisierung ähnelt entfernt einer Holografie (Quelle: Fink Secure Communication GmbH)
    Zur Durchführung von Kontrollen an komplexen elektronischen Geräten, z.B. in der technischen Spionageabwehr (Abhörsicherheit) bei Notebooks oder digitalen Telefonen, liefert nur die 3D-Röntgentechnik brauchbare Ergebnisse. Ähnlich wie bei der Computertomografie (CT) wird aus mehreren Aufnahmen ein räumliches Röntgenbild errechnet. Moderne 3D-Systeme sind transportabel und basieren auf digitalen Bildwandlern und so genannten autostereoskopischen Bildschirmen zur direkten Visualisierung ohne spezielle Brillen.
  5. Bei widrigen Platzverhältnissen oder gekrümmten Oberflächen eines Prüfkörpers eignen sich vor allem Speicherfolien. Das hauchdünne, flexible Material ist besonders bei IED-Anwendungen ideal, wenn ein suspekter Gegenstand z.B. direkt vor einer Wand abgestellt wurde. Die wieder verwendbaren Speicherfolien liefern eine extrem hohe Auflösung. Nachteilig sind die hohen Anschaffungskosten und die im Vergleich zu digitalen Bildwandlern erheblich längeren Auswertungszeiten.
  6. Konventionelle Röntgenfilme werden in absehbarer Zeit nicht mehr produziert und sind technologisch nicht mehr zeitgemäß. Wegen des hohen Aufwandes bei der Anwendung und zur Entwicklung, ist deren Nutzung für Sicherheitsaufgaben kaum praktikabel.


Auswertung

System ("G-Scope/1500-X") zur Aufzeichnung von RGB-Signalen eines Röntgenscanners und max. 10 IP Kameras (Bild: Geutebrueck GmbH)
Neben der singulären Betrachtung durch geschultes Personal kann das Röntgenbild in neue Videomanagementsysteme so integriert werden, dass es mit anderen Bilddaten und mit den Prozessdaten des seriellen Barcode-Scanners oder eines anderen Inhousesystems verknüpft wird[1]. Der Bediener sieht so per Mausklick alle relevanten Kamera- und Röntgenbilder schnell, zeitsynchron und übersichtlich auf einem Bildschirm.


Einzelnachweis

  1. Pressemeldung Geutebrück


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 2. Dezember 2015 um 15:20 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Gerhard Speer.

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