Präventivmaßnahmen (Einbruchschutz)

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Präventivmaßnahmen im Bereich Einbruchschutz umfassen

Mechanische Gegenmaßnahmen

Hierzu zählen alle Bauteile und Bauteilkomponenten (Bausubstanz), welche die einbruchhemmende Wirkung erhöhen, indem sie dem Einbruchsversuch einen mechanischen Widerstand (Widerstandswert) entgegensetzen und den Einbruchsversuch dadurch zeitlich erschweren bzw. verhindern. Zu dieser Gruppe zählen die klassischen Nachrüstprodukte (Nachrüstung), wie Panzerriegel, Zusatzverriegelungen, Gitterelemente (Gitter), Rollladen etc aber auch komplette einbruchhemmende Fenster- und Türelemente (einbruchhemmende Tür) mit deren Komponenten wie Schutzbeschlägen, Hintergriffen (Hinterhaken), Falzluftbegrenzern und dgl.

Anwendung finden sie vor allem in der Außenhautsicherung zur Absicherung von Tür- und Fensterelementen.

Drei Möglichkeiten zur mechanischen Sicherung von Fenstern und Türen stehen zur Auswahl:

  1. Anbringen von Nachrüstsicherungen
  2. Austausch einzelner Komponenten am bestehenden Bauteil (Schloss, Beschlag etc.)
  3. Austausch des gesamten Elementes gegen ein einbruchhemmendes Element


Elektronische Gegenmaßnahmen

In diese Kategorie fallen alle Sicherungseinrichtungen, deren Bestandteile bzw. Teile davon auf elektrischer bzw. elektronischer Basis arbeiten. Dabei handelt es sich im weitesten Sinne um Einbruchmeldanlagen (EMA) und Überfallmeldeanlagen (ÜMA) und deren Bestandteile (Überfallmelder). Sie gehören zu den Gefahrenmeldeanlagen (GMA), zu denen auch die Brandmeldeanlagen (BMA) gezählt werden.

Anwendungsbereich: Einbruchmeldanlagen (EMA) dienen der automatischen Überwachung von Gebäuden, Gebäudebereichen oder Gegenständen. Überfallmeldeanlagen (ÜMA) bieten zusätzliche Möglichkeiten zur aktiven Alarmauslösung bei Überfällen oder anderen Gefahrensituationen durch den Benutzer (Alarmknopf in Banken und Juweliergeschäften).

Wie der Name schon sagt, "melden" solche Einrichtungen lediglich einen Einbruch bzw. Überfall, sie verhindern ihn jedoch nicht. Einbruchmeldeanlagen allein stellen keinen Schutz dar. Sie sollten daher immer in Kombination mit mechanischen Sicherungseinrichtungen betrieben werden.

Weitere elektronische Sicherungseinrichtungen, die stark an Bedeutung - insbesondere im gewerblichen Bereich - gewinnen, sind die Zutrittskontrollsysteme und die Videoüberwachung.

Mechanisch-elektronische Gegenmaßnahmen sind eine Kombination aus mechanischen und elektronischen Sicherungsmaßnahmen, d. h. sie setzen dem Einbruchversuch mechanischen Widerstand entgegen und melden diesen - durch geeignete Signalgeber z. B. Magnetkontakte, Reed-Kontakte (Öffnungskontakt) - an eine Einbruchmelderzentrale (EMZ).


Organisatorische Gegenmaßnahmen

Unter diese Bezeichnung fallen Präventivmaßnahmen, die in Verbindung mit Personen (Organisationen) und deren Aufgaben bzw. Verhalten stehen.

Dies können organisatorische Vorgaben sein, um den Betrieb bzw. die Inbetriebnahme von Sicherheitstechniken zu gewährleisten. Klassisches Beispiel hierfür ist der abendliche Rundgang des Hausmeisters mit Kontrolle aller Ein- und Ausgänge. Auch das richtige Verhalten von Privatpersonen gehört zu den organisatorischen Gegenmaßnahmen. Hierzu zählen das Wegsperren von Werkzeugen und Steighilfen, Schließen der Fenster beim Verlassen des Hauses (keine gekippten Fenster); usw. Eine gute Nachbarschaft, bei der nicht gleichgültig weggeschaut wird, beugt Einbrüchen ebenfalls vor.

Organisatorische Gegenmaßnahmen können auch von professioneller Seite kommen, z. B. von Bewachungsunternehmen, Werkschutz etc, die durch ihre Anwesenheit das Objekt schützen. Beispiele hierfür sind Rundgänge, Pförtnertätigkeiten, das Kontrollieren von Überwachungselektronik (Alarmanlagen, Videokameras etc.).


Sonstige Gegenmaßnahmen

Unter diesen Sammelbegriff fallen alle die Präventivmaßnahmen, die keinem der zuvor genannten Gegenmaßnahmen eindeutig zugeordnet werden können, bzw. nicht zur klassischen ("Außenhautsicherung") gehören. Sie zielen im allgemeinen darauf ab, die "kriminogene Situation" zu entschärfen, d. h. Einbrechern, besonders den Spontantätern von vorn herein den Anreiz zu nehmen. Klassisches Beispiel ist das Anbringen des Warnschildes "Vorsicht bissiger Hund".

Ein breites Spektrum zum Einsatz solcher Gegenmaßnahmen bietet vor allem die Neuplanung von Gebäuden. Die Planenden können einige Entscheidungen für Präventivmaßnahmen vor Baubeginn treffen, wie die Auswahl des Bauplatzes, Art der Bepflanzung, Vermeiden von "uneinsehbaren Ecken" etc.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 3. Mai 2012 um 08:35 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Knut Junge.

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