PowerLAN

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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PowerLAN ist ein auf vorhandenen Stromleitungen basierendes Netzwerk zur Datenübertragung. Es dient aufgrund seiner einfachen Installation vorzugsweise dazu, Computer in Heimnetzen zu vernetzen.

Funktion

Die Datenübertragung erfolgt mittels Hochfrequenzsignal auf dem Stromnetz. (14/85 MHz bei PowerLAN 1.0 bzw. 200MHz-1,2GHz bei PowerLAN 2.0).

Alle Übertragungen sind immer vollverschlüsselt. (3DES bei PowerLAN 1.0 und AES-128 bei PowerLAN 2.0)

Die Reichweite beträgt unter idealen Bedingungen bis zu 800m in Abhängigkeit von Verzweigungen und Adapterzahl.

Es ist keine physische Anpassung der Heim-Stromnetze erforderlich.


Probleme

Problematisch ist trotz der Verschlüsselung der Umstand, dass die Geräte werkseitig im Auslieferungszustand mit einem Standard-Passwort versehen werden ("HomePlug" bei PowerLAN 1.0 bzw. "HomePlug AV" bei PowerLAN 2.0).

Die Adapter kommunizieren dem Sinn von Verschlüsselungen entsprechend nur bei gleichem Passwort für die Verschlüsselung miteinander, dann aber auch tatsächlich. Die Aussage von Herstellern, dass Stromzähler eine Netzwerkgrenze bilden, ist inhaltlich nicht richtig, da diese keine induktiven und damit begrenzenden Eigenschaften gegenüber Hochfrequenzsignalen besitzen.

Wird nun das werkseitige Standard-Passwort bei der heimischen Installation durch den Nutzer nicht individuell geändert, passiert es sehr leicht, dass sich mehrere PowerLAN-Netze unterschiedlicher Nutzer auch über Hausgrenzen und über mehrere Stromzähler hinweg miteinander verbinden. Dies führt zu grenzoffenen und sich gleichzeitig überlagernden Netzwerken mit mehreren konkurrierenden Routern. Hierdurch surft jeder der Nutzer der sich überlappenden Netzwerke bei Überlastung des eigenen Routers über den des Nachbarn. Wenn einer der Nachbarn illegale Downloads durchführt, kann es somit passieren, dass eine Abmahnung zum illegalen Download bei der falschen Adresse landet. Der Betroffene bekommt in der Regel von der Fremdnutzung nichts mit. In einem konkreten Fall konnte erst durch Ermittlungen des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern der wahre Urheber des illegalen Downloads festgetellt und ein zu Unrecht abgemahnter Netzwerkbetreiber entlastet werden.[1]

Bei PowerLAN Netzwerken ist es darum wie bei WLANs besonders wichtig, das Netzwerk ausschließlich unter Verwendung eines individuellen und sicheren Passwortschutzes zu nutzen. Werkseinstellungen bieten keinen Schutz vor Fremdzugriffen.

Die Sicherheit der Stromnetze bleibt davon vollständig unberührt und wird durch die Nutzung der Kabelstrecken des Stromnetzes als Medium nicht beeinträchtigt.


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Sicherheitsproblem beim PowerLAN


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 19. Mai 2014 um 12:04 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl.

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